Im Jahr 2016

fällt die Wintersonnenwende

auf den 21. Dezember.

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Modranecht: Die tiefste Nacht des Jahres

Die Wintersonnenwende oder auch Julnacht ist die tiefste Nacht des Jahres.

Es ist die Nacht, in der die Göttin, die allumfassende Kraft der Erde, in der stillsten Stunde tief im innersten Punkt der Erde das wiedergeborene Sonnenkind gebiert. Die Nacht der Wintersonnenwende wird daher auch Mutternacht oder althochdeutsch Modranecht genannt.

Diese Geburt steht symbolisch für den Neubeginn allen Lebens. Die Wiedergeburt der Sonne und des Lichts wird gefeiert. Der Kreislauf des Jahres beginnt von vorne. Die Tage werden wieder länger, das Licht triumphiert über die Dunkelheit. In dieser Julnacht nehmen die Hexen von allem Abschied, was im Dunkeln zurückgelassen werden musste.

In Edda, einer Sammlung nordischer Dichtungen des 12. und 13. Jahrhunderts, findet sich folgende Überlieferung:

„Eine Tochter gebiert die strahlende Göttin, ehe der Wolf sie würgt.“

Früher glaubten die Menschen, der Wolf würde versuchen die Sonne zu verschlingen. Die Zeit um Weihnachten herum war auch die Zeit des Wolfmondes. Die Sonne, das neugeborene Licht, bedarf also des Schutzes.

Das Licht ist geboren und die Zeit der Wilden Jagd, die Nächte Odins, liegt vor uns.

Der Winter ist hart und kalt. Eine einst gefährliche Zeit für die Menschen. Das Fest der Wintersonnenwende schenkt Mut, Hoffnung und Kraft. Das Licht ist winzig, aber da. Selbst, wenn die Menschen es noch nicht sehen können, so können sie es spüren und ehren. Die Dunkelheit wird kommen, aber sie hat ihren Kampf bereits verloren. Das war Anlass genug für ein wundervolles Fest, welches bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist.

Der Mythos der Wiedergeburt des Sonnenkindes findet sich übrigens in nahezu allen Kulturen der Welt wieder. Das Bekannteste ist die Geburt des Christuskindes zu Weihnachten.

 

Mittwinter: Fest der Sonne und der Erde

Mit der Nacht der Wintersonnenwende, des Mittwinters oder auch Julfestes, kehrt die Stille ein. Es folgt eine Zeit der Segnung und der Weihung dessen was auf uns zukommen wird. Es ist die Zeit der Reinigung und der Vorbereitung. Wir beginnen uns von dem Dunkel, dem alten Jahr, zu lösen und bereiten uns auf das Licht, das neue Jahr vor.

Das neue Jahr liegt als Winzling in unserem Schoß und wird der Tage behütet und genährt, auf das es stark und leuchtend werde und neu aufsteigen kann.

 

Jul: Das Fest des Nordens

An Jul oder Jol, wie die Nacht im Norden genannt wird, ist die Dunkelheit verbannt. Die Nächte werden kürzer und alles was tot schien wird neu geboren, erwacht zu neuem Leben.

Die rauen Nächte beginnen und bergen in sich das Wissen um den Wiederaufstieg des Lichtes.

Die Wintersonnenwende bildet den Höhepunkt der Dunklen Zeit. Bei diesem Fest greifen Sonnen-, Toten und Fruchtbarkeitsriten ineinander. Die Kraft des Menschen und der Natur wird mit Hilfe symbolischer Handlungen unterstützt und neu aktiviert.

Das Versprechen der Wiedergeburt erfüllt sich in der Julnacht.

Der Name Jul oder Jol hat einen sehr alten Bezug zu Odin, der bis heute den Beinamen Jolnir trägt. Odin führt mit Holda in den Rauhnächten die Wilde Jagd an. Dieser Ritt durch die Nächte samt dem wilden Herr wird auch Jolareidi genannt.

Besonders aus den Alpenländern sind viele Bräuche im Zusammenhang mit Odin und Percht, wie sie hier genannt wird, und ihrem Wilden Heer überliefert. Der Begriff Jolareidi erinnert auch stark an das dort gebräuchliche Jodeln.

 

Die Energien der Julnacht nutzen

So ziemlich jeder von uns trägt seine Schattenseiten in sich. Wir alle bergen Bereiche der Dunkelheit in uns. Diese Nacht darf und soll genutzt werden um Licht in das Dunkel zu bringen.

Wir suchen nach Antworten, Lösungen und Wegen um uns aus dem Schatten zu befreien.

Bitten wir die geistige Welt uns dabei zu unterstützen und fürchten wir uns nicht davor die dunklen Aspekte unseres Lebens zu beleuchten und zu hinterfragen.

Um sehen und erkennen zu können was wirklich wichtig ist bedarf es einer Klärung. Es ist wichtig dieser Tage diese Klärung alter Themen, tiefer Wunden und Unzufriedenheiten einzuleiten. Die Natur schweigt und ruht in einer neutralen Position und lässt nach der Nacht der Wintersonnenwende das Licht wieder aufsteigen. Halte es wie die Welt um dich herum und kehre neutral betrachtend in dich ein um dann dein Licht heller denn je erstrahlen zu lassen.

Räumen wir auf, bringen wir Dinge zu Ende und vergessen bei all dem nicht für all das dankbar zu sein, was das Leben uns geschenkt hat.

Du kannst die Wiedergeburt des (inneren) Lichtes auch energetisch unterstützen indem du Kerzen (in den Farben magenta, rot, schwarz und / oder silber) entzündest und deine Wohnräume räucherst.

 

Ein Ritual zur Wintersonnenwende

In den uralten Kulturen wurde das Sonnenfest in der Nacht bis zum Aufgang der Sonne gefeiert. Die aufgehende Sonne war die Belohnung für die Rituale der Nacht.

Dieses Ritual eignet sich am besten unter freiem Himmel, kann aber auch in der Wohnung durchgeführt werden. Sollten Wünsche und Träume in dir wohnen, so schreibe sie auf einen Zettel und trage sie während des Rituals griffbereit bei dir.

Zuerst wird ein Kreis aus immergrünen Zweigen (Fichte, Wacholder, Rosmarin oder Zeder) gelegt. In diesem Kreis ist der Altar aufgebaut, der ebenfalls mit immergrünen Zweigen geschmückt ist.

Nutze auf dem Altar Kerzen mit folgenden Farben:


Magenta

  • erzeugt sehr hohe Frequenzen
  • wirkt stark energetisierend

Schwarz

  • Öffnet die Ebenen deines Unterbewusstseins
  • verbannt das Böse
  • verleiht tiefe meditative Ruhe

Silber (auch grau möglich)

  • fördert die Intuition
  • wirkt negativen Kräften entgegen
  • steigert deine psychischen Fähigkeiten

Achtung: Kerzen müssen immer durchgefärbt und nicht nur mit der Farbe ummantelt sein.


Fünfstern - Druidenfuss

 

In der Mitte des Altars steht ein (im Idealfall dreibeiniger) Kessel aus Eisen. Die Unterlage sollte feuerfest sein. Fülle diesen Kessel entweder mit einer brennbaren Flüssigkeit wie Alkohol, staple Holz in ihm, welches später entzündet wird oder stelle alternativ eine rote Kerze hinein. Hast du keinen feuerfesten Kessel so stelle nur die Kerze auf.

Stelle nun Steine oder magische Gegenstände für die vier Elemente auf.

Das Element der Erde wird im Norden platziert. Um die Erde zu symbolisieren nimm entweder schwere oder undurchsichtige Steine oder grüne Steine wie der Smaragd oder den Peridot. Du kannst auch ein Pentagramm verwenden, dass auf Holz, Metall oder Ton graviert ist. Weitere Möglichkeiten sind: Etwas aus Eisen oder Blei, Salz, ein Teller frischer Erde.

Im Osten kannst du für das Element Luft Zinn oder Kupfer verwenden. Falls vorhanden nutze einen magischen Stab. Weitere Möglichkeiten sind: Eine Feder, brennender Weihrauch oder stark duftende Blumen / Kräuter.

Im Süden folgt das Element des Feuers. Das Feuer kannst du mit roten oder feurigen Steinen, wie Jaspis symbolisieren. Du kannst auch Vulkangestein nutzen oder klares Gestein wie den Bergkristall.. Du kannst Gold oder Messing aufstellen. Ebenso kannst du ein Messer hinlegen, Nutze dein Athame (zeremonielles Messer), wenn du eins besitzt.

Den Westen und somit das Element des Wasser schmückt ein Gefäß mit Wasser, idealerweise im Silberbecher. Du kannst auch nur Silber nutzen oder auch Muscheln.

Stelle nun ein Räuchergefäß auf. Habe ein Harz (wie Weihrauch, Myrrhe oder Capal Manila) zur Hand. Stelle auch Kräuter bereit. Für die Wintersonnenwende empfehle ich dir Johanniskraut und Wacholder.

Achtung – Vergiss deinen Schutzkreis nicht!

Das ist vor allem wichtig, wenn du in der Ausübung magischer Rituale noch ungeübt bist.

Du kannst einen Kreis aus Salz ziehen, aber das ist in der Wohnung wohl nicht so praktisch. Du kannst auch Salzwasser mit einer Sprühflasche um dich herum verteilen. Bist du des Visualisierens mächtig so kannst du einen imaginären Kreis ziehen, zum Beispiel aus Feuer.

Der Kreis wird in Uhrzeigerrichtung gezogen, drehe dich also dabei rechts herum. Am Ende des Rituals entfernst du den Kreis wieder, dieses Mal entgegengesetzt der Uhrzeigerrichtung, also linksherum.

Ein Schutzkreis bündelt deine Energien und lässt sie nicht einfach verpuffen, er hält ungewünschte Energien fern und er bildet letztendlich magischen Grund. Alles was innerhalb des Kreises liegt ist nun dein Tempel.

Entzünde für das Ritual die Kerzen. Arbeitest du mit einer roten Kerze in der Mitte statt dem Feuer, so entzünde diese jedoch noch nicht.

Auf dem Altar kann, wenn vorhanden, eine Klangschale aufgebaut sein. Diese kannst du nun anstimmen. Du kannst auch singen oder die Trommel schlagen. Lasse den Schall durch den Nachthimmel fliegen um andere Ebene zu wecken. Räuchere im Anschluss das Harz. Es verbindet uns mit der geistigen Welt.

Sprich folgende Worte:

Doppelspirale

Ich fürchte nicht das Dunkel, denn dem Dunkel folgt das Licht

Ich fürchte nicht die Nacht, denn der Nacht folgt der Tag

Ich fürchte nicht das Böse, denn dem Bösen folgt das Gute

Ich fürchte nicht die Kälte, denn der Kälte folgt die Wärme

Ich fürchte nicht der Leere, denn der Leere folgt die Fülle

Doppelspirale

 

Zünde nun mit einem Streichholz den Inhalt des Kessels an. Du bist bereit der Großen Göttin zu danken und ihren Sohn zu rufen:

 

linksdrehende Spirale

Ich entzünde dieses Feuer um dir für deine Liebe zu danken Große Mutter

Aus der Frucht deines Leibes entsteht neues Leben

Die Sonne kehrt zurück und das Licht nimmt zu

Sei willkommen Gotteskind, sei willkommen nährendes Licht

Sei gegrüßt Mutter der Erde

linksdrehende Spirale

 

Meditiere dann, das Feuer fest im Blick, über die Sonne und die schlafenden Energien des Winters. Werde dir bewusst, dass die Energien nicht nur in der Natur, sondern auch in uns schlafen. Denke dann an den Neuanfang und preise die Wiedergeburt des Sonnengottes.

Spüre wann es Zeit ist vor den Altar zu treten und folgende Worte zu sprechen:

 

Symbol: Gehörnter Gott

Gott der Sonne

ich grüße dich

dein Strahlen schenke der Welt

deine Licht möge wachen über uns

Sei gesegnet

Wiedergeborener der Sonne

Symbol: Gehörnter Gott

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für deine persönlichen Wünsche. Spreche sie oder verbrenne sie im Feuer, wenn du sie vorher auf einen Zettel geschrieben haben solltest.

Das Ritual wird mit einem sehr einfachen Mahl beendet.

 

Weitere Bräuche der Wintersonnenwende / des Julfestes

Der Julbaum

Lebender oder gefällter Baum, der feierlich geschmückt wird. Als Schmuck eignen sich zum Beispiel Girlanden aus Zimtstangen und getrockneten Rosenblüten, kleine Kräutersäckchen oder mit Draht umwickelte Quarzkristalle. Üblich sind auch Äpfel, Zitronen und Orangen.

 

Der Julkranz

Der Kranz besteht aus fünf Kerzen. Davon sind vier Kerzen wie auf dem bekannten Adventskranz angeordnet, die fünfte Kerze befindet sich in der Mitte. Die Kerze in der Mitte ist die Julkerze, die einen idealerweise schon das ganze Jahr hindurch begleitet hat.

Der Kranz kann aus immergrünen Nadelhölzern sein, aber auch aus sämtlichen anderen Materialien. Ein grüner Kranz bringt die Freude auf das kommende Julfest zum Ausdruck und ist ein Zeichen der Lebendigkeit des Lebens mit den Göttern.

Brauntöne symbolisieren die Zeit, die in dem Jahr bereits vergangen ist und was in dem Jahr mit den Göttern geteilt wurde.

Der Kranz kann mit symbolischen Elementen dekoriert werden, zum Beispiel:

  • Äpfel für Iduna
  • Zapfen für Frey
  • Eicheln für Thor

Typisch sind auch Zimtstangen, die nicht nur einen wundervollen Duft in die Wohnung bringen, sondern auch die Würze des Lebens symbolisieren.

Vier Wochen vor dem Julfest werden die vier im Kreis angeordneten Kerzen entzündet. Die fünfte Kerze in der Mitte bleibt aus. Drei Wochen vorher brennen nur noch drei Kerzen, zwei Wochen vorher zwei und eine Woche vorher nur noch eine Kerze. Dies symbolisiert, dass die Welt immer dunkler wird.

Zum Julfest werden dann alle fünf Kerzen angezündet. Mit der Julkerze vom letzten Jahr entzündet man zuerst die Julkerze in der Mitte, dann die restlichen vier Kerzen. Nehmen mehrere Personen an diesem Ritual teil, so sollte jeder eine Kerze entzünden.

Das Licht ist nun endlich zurück gekehrt. Die Götter versprechen immer an der Seite ihrer Kinder auf der Erde (Midgard) zu stehen.

 

Das Julfeuer

Symbol: Gehörnter GottEs symbolisiert die Wiedergeburt des Gottes aus dem heiligen Feuer der Mutter Göttin.

Traditionell verwendet man dazu einen Holzblock oder Scheit aus Eiche oder Fichte. In diesen wird mit einem rituellen weißen Messer (werden grundsätzlich nur für Rituale verwendet) das Symbol der Sonne geritzt. Alternativ geht auch das Symbol für den Gott in Form des gehörnten Kreises oder ein Mann.

Das Holz wird am Abend des Julfestes im Kamin entzündet. Das Feuer wird als brennende Sonne visualisiert und soll von den wärmeren Tagen, die kommen, erzählen.

 

Das Julmahl

Zum Julfest werden Früchte wie Äpfel oder Birnen verzehrt. Zudem werden Nüsse verspeist. Ein selbst gebackener Kümmelkuchen wird in Apfelwein getränkt. Des Weiteren sind gewürztes Bier, Hibiskus oder Ingwertee sehr beliebte Getränke an diesem Abend.

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6 Responses

  1. Pete J. Probe

    Die Welt ist und bleibt voller Rätsel. Auf mehrfache Anfrage, über top-infomail habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Aber das wird sich schon von ganz selbst aufklären! Wahrscheinlich ein technischer Fehler oder eines judges.
    Ich wünsche euch ein gemütliches frohes Weihnachtsfest. Schnee wird es wohl kaum geben, dabei vermisse ich ihn sehr!
    Herzlichen Gruß
    PJP

    Antworten
  2. Katharina

    Das ist ein sehr schöner Bericht. Zur Jahreswende ziehe ich um und auch privat hat sich einiges verändert, Loslassen was einem nicht gut tut
    Danke

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