oft: 2. Februar

ursprünglich: 2. Vollmond nach Jul

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Die Mondphasen und die Jahreszeiten hatten einen unermesslichen Wert für die Menschen in der vorchristlichen Zeit. Der Mond, Symbol der Göttin, wurde im Dunkel der Nacht verehrt. Religiöse Feste und magische Rituale im Schein des Mondlichtes wurden zelebriert.

Zudem fanden über das Jahr verteilt acht Jahreskreisfeste statt. Die eine Hälfte orientierte sich dabei an den Sonnenwenden und den Tagundnachtgleichen. Ein jedes von ihnen verheißt den Beginn einer neuen Jahreszeit:

Die vermutlich ältesten der Jahreskreisfeste orientierten sich hingegen an den Wurfzeiten der Tiere und den Lebenszyklen der pflanzlichen Natur:

 

Imbolc: Fest der Genesung der Göttin

Zum Fest der Wintersonnenwende (Jul) gebar die Göttin wie in jedem Jahr einen neuen Gott, der gleichbedeutend mit der Sonne ist. Viele Lichter und Kerzen werden an diesem Tage entzündet, welche die Wiederkehr der Sonne symbolisieren. Die Göttin selbst legt sich nach den Anstrengungen der Wiedergeburt der Sonne zur Ruhe.

Zwei Vollmonde nach dem Wintersonnenfest wird Imbolc gefeiert. Das Gotteskind (=Sonne) wuchs im dunklen Schoße (=Imbolc) der alten und weisen Gottesmutter zu einem jungen Knaben heran. Er hat an Kraft hinzu gewonnen und ist ein stattlicher, lebhafter Bursche geworden. Die Tage werden immer länger und mit ihnen wird die Macht des noch jungen Gottes immer stärker. Die Wärme des Götterknaben ist der Dünger der Erde aus dem nun die ersten Pflanzen zaghaft sprießen werden. Der Frühling steht vor der Tür und neues Leben beginnt sich im Leib der Erdmutter zu regen. Die Menschen fühlen den Frühling nahen, er liegt mit seinem unvergleichlichen Duft in der Luft. Der Kerzen werden weniger benötigt und die Vorfreude auf die sprießende Saat verbreitet sich in ihren Herzen.

Der Winter hatte alles in seinem Inneren eingeschlossen und nun ist es die Kraft der Sonne, welche neues Leben schenkt. So ist Imbolc auch ein Fest der Fruchtbarkeit und des Lichtes. Es ist auch heute noch in vielen Gegenden, wie zu den Zeiten der Kelten, üblich an diesem Tage große Feuer zu entzünden, die das Licht der Sonne erwecken sollen. Das Leben erneuert sich, löst sich aus seiner inneren Ruhe und strebt hinaus in die weite Welt.

In skandinavischen Ländern tragen einige Frauen noch immer eine Krone mit einer brennenden Kerze auf ihrem Haupt.

Das Fest des zunehmenden Lichtes ist nicht in Vergessenheit geraten. Dem Winter wird der Garaus gemacht.

 

Der Göttin Brigid gewidmet

Die Göttin ist nunmehr verwandelt, von der weisen Alten und Totengöttin hin zu jungfräulichen Göttin Brigid. Sie, die Schutzgöttin der Schmiede, wurde auf einer Türschwelle zwischen Flammen und Lichtsäulen geboren. Seit dem Tag ihrer Geburt war sie untrennbar mit dem Element des Feuers verbunden. Ihre Kraft hält die Flammen am Lodern. Sie ist die Lichtjungfrau und vielerorts war Imbolc untrennbar mit ihrem Namen verbunden.

Brigid ist auch die Patronin der Hebammen und Schutzgöttin der Gebärenden. Sie ist die Göttin der Poeten, Musiker und Künstler und wachte seit jeher über die Kräfte der Heilkünste. Imbolc ist daher auch ein Tag, an dem Rituale zelebriert werden, welche von Wintererkältungen heilen sollen.

Brigid soll auf einem Hirsche geritten sein, die Samen geweckt und die Bäume geschüttelt haben, so das alle Säfte des Lebens von neuem zu sprießen begannen.

 

Der Götterbär

In weiteren Überlieferungen ist vom Götterbären die Rede. Zu Imbolc erwacht er das erste Mal aus seinem tiefen Schlaf und verlässt seine Höhle. Unter seinem Pelz verborgen schützt er den jungen Sonnengott. Er tritt hinaus in das Licht des Tages und vergewissert sich, dass die Sonne nun allmählich stark genug ist, ihn und alles Leben zu wärmen.

Wir erkennen diesen Ansatz in dem Märchen von „Schneeweißchen und Rosenrot“ wieder. Unter dem Pelz des Bären verborgen leuchtet Gold und der junge Prinz, unser Sonnengott, ist in ihm verborgen. Brigid ist sowohl in Schneeweißchen als auch in Rosenrot verkörpert. Die Erdenmutter finden wir in der Figur der alten Mutter, welche dem Bären im Winter Zuflucht gewährt. Sie steht für Frau Holle oder auch Frau Percht genannt.

In wieder anderen Erzählungen wird von Lugh, dem jungen Eichenkönig geredet, welcher nun bereit ist Sonne und Wärme in das Land zu bringen.

 

Bräuche zu Imbolc

Dem weiblichen Oberhaupt der Familie obliegt die Leitung dieses ersten Frühlingsfestes. Kerzen werden hergestellt, gesegnet und allerorts im Haus festlich geschmückt entzündet. Eine Kerze wird dabei bis zur Morgendämmerung brennen gelassen. Es finden auch Lichterprozessionen von Kindern statt, denn sie symbolisieren den unschuldigen Neubeginn.

Die Frauen tanzen und wehe ein Mann wagt es sich ihnen zu nähern, so wird er den Hieb einer Holundergerte zu spüren bekommen, denn noch ist nicht Beltane, das Fest zum Freien. Dieses Fest ist noch voller Unschuld und absolut rein. Neugierig sind die jungen Mädchen aber schon, welchen Mann sie erhalten werden. So versammeln sie sich in der Nacht vor dem Dorf und warten lauschend auf Hundegebell. Dort wo der Hund bellt ist der zukünftige Freier zu Haus.

Für die Menschen spielt die Saat und die später damit verbundene Rolle eine überlebenswichtige Rolle. So werden die alten, unfruchtbaren Geister der dunklen Jahreszeit durch das Verbrennen einer Strohpuppe verjagt und die Getreidesaat rituell geweiht. Es werden Getreidekränze in Form des Sonnenrades gewickelt und aufgehängt. Sie sollen Glück für die Ernte bringen.

 

Ein Brigid Kreuz basteln:

 

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