Die Wiedergeburt des Lichtes aus dem Schoß der Urgöttin naht. Nun sind es noch vier Wochen bis zur Wintersonnenwende. Die längste Nacht des Jahres kündigt sich an.

Auf dem Weg des Alten Pfades, der durch die Welten der Götter und Göttinnen führt, kannst du einen ganz besonderen Brauch zelebrieren. Wie alt der Brauch ist? Ich weiß es nicht. Vermutlich geht der Brauch auf die Erfindung des Adventskranzes zurück, welchen das Neuheidentum ein wenig umgewandelt hat. Um den Alten Pfad zu gehen, ist es nicht wichtig, dass wirklich jeder Brauch auch auf diese Zeit zurück geht. Wesentlicher ist die Absicht dahinter, die eigene Verbundenheit, die damit verknüpft ist.

Wie alt also auch immer die Idee dieses Kranzes nun wirklich sein mag, er unterscheidet sich auf wundervolle Weise vom allseits bekannten Adventskranz und seine Botschaft ist zauberhaft.

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Vom Licht beschützt

Seit der Sommersonnenwende im Juni schwindet das Licht von Tag zu Tag mehr. Bis wir in eine Zeit überwiegender Dunkelheit tauchen. Bei diesem besonderen Kranz stehen vier Kerzen im Kreise angeordnet, welcher aus immergrünen Zweigen besteht und mit Äpfeln, Nüssen oder auch Tannenzapfen geschmückt ist. In der Mitte des Kranzes steht die Jahreskerze für das kommende Jahr. Sie wird dich das gesamte Jahr hindurch begleiten und zu den jeweiligen Jahreskreisfesten entzündet.

Vier Wochen vor der Wintersonnenwende werden die vier äußeren Kerzen entzündet. Fällt die Sonnenwende, wie zumeist, auf den 21. Dezember, so wird der Julkranz das erste Mal am 23. November entzündet.

Die Kerzen stehen symbolisch für das Licht, die Sonne. Da es bis zur Wintersonnenwende immer mehr schwindet, werden in einer Woche nur noch drei Kerzen entzündet. In der darauf folgenden Woche werden noch zwei Kerzen entzündet und in der letzten Woche vor der Wintersonnenwende brennt nur noch eine Kerze am Kranz. Die finsterste Nacht ist nah.

Direkt zur Wintersonnenwende werden wieder alle vier äußeren Kerzen entzündet. Mit der Flamme der alten Jahreskerze wird nun die neue Jahreskerze zum Leuchten gebracht. Ihr Licht wird wie ein Staffelstab weitergereicht. Das Licht wird neu geboren. Die Sonne ist dem Leib der Urgöttin der Erde entbunden.

Die vier Lichter heute symbolisieren aber auch, dass wir alle eins sind, einer Quelle entspringen. Wir sind mit einem feinstofflichen Netz verbunden. Alles was wir tun, hat Auswirkungen auf das Gefüge dieser Welt. Und doch sind wir auch, jedeR für sich, eine Quelle unendlicher Möglichkeiten. Alles steht uns offen, wir sind mit allem Leben verbunden. Wir sind das Wasser, die Luft, die Erde und das Feuer.

Hintergründe zum Julkranz

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Gespräch zwischen Zündholz und Kerze

Julkranz mit vier KerzenEs kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze: „Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden.“ „Oh nein“, erschrak die Kerze, „Nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern.“

Das Zündholz fragte: „Aber willst du denn ein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?“

Die Kerze überlegt. „Aber brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften“, flüstert die Kerze unsicher und voller Angst.

„Es ist wahr“, entgegnete das Zündholz. „Aber das ist doch das Geheimnis unserer Berufung. Wir sind berufen, Licht zu sein. Was ich tun kann ist wenig. Zünde ich dich nicht an, so verpasse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen. Du bist eine Kerze. Du sollst für andere leuchten und Wärme schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft gibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weiter tragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben.“

Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: „Ich bitte dich, zünde mich an.“

Ich weiß leider nicht, von wem diese Geschichte zuerst erzählt wurde, aber ist sie nicht wunderschön?

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Vorbereitungen für die Rauhnächte

Vier Wochen vor der Wintersonnenwende sind vier Wochen vor der Zeit der Rauhnächte. Es ist an der Zeit Vorkehrungen für diese Zauberzeit zu treffen. Stimme dich auf die Rauhnachtszeit ein. Du kannst überlegen, wie du sie verbringen möchtest. Brauchst du noch Räucherwaren, Heilsteine oder anderes Zubehör, dass du eventuell benötigen wirst. Sind genügend Kerzen im Haus?

In den Rauhnächten ist es wichtig, auf die eigenen Träume zu achten. Vielleicht fällt es dir allgemein eher schwer, dich ihrer zu erinnern. Sollte dies so sein, so beginne schon jetzt damit, ein Traumtagebuch zu führen. Träume sind ein Portal zu unserer inneren Welt, sie sind die Hüter der Seele.

Träume erinnern, so gehts

Der alte Pfad und die Rauhnächte - TaschenbuchZu Beginn der rauhen Nächte reisen wir in die Vergangenheit des letzten Jahres zurück. Dies wird dir leichter fallen, wenn du schon jetzt beginnst die letzten Monate zu bereisen. Überlege, welche Zeit dir besonders wichtig war oder dich auch besonders aufgewühlt hat. Du kannst dir bereits Notizen anfertigen. Das wird dir den Einstieg in die Rauhnächte und die Aufarbeitung des vergangenen Jahres erleichtern.

Bist du mit der Räucherkunde und der magischen Arbeit vertraut, so kannst du dich gut von deiner eigenen Intuition führen lassen. Möchtest du jedoch tiefer in diese mystische Zeit eintauchen oder brauchst du einen roten Faden für deinen Weg, so empfehle ich dir gerne mein beliebtes Rauhnachtsbuch „Der alte Pfad und die Rauhnächte“.

Es ist prall gefüllt mit alten Geschichten – über die Nornen, Frau Holle, dem Weltenbaum Yggdrasil, den silbernen Fäden der Frigg oder auch Odin, dem großen Gott der Asen. Du findest Hexen – und Schamanen-Rituale, die gängigen Räucherwaren, beliebte Heilsteine, lernst einen Rauhnachtsaltar aufzustellen oder auch wie du dein Zuhause energetisch reinigen kannst. Ich begleite dich in diesem Buch ausführlich und heilsam durch jede einzelne Rauhnacht.

Möchtest du ein Rauhnachtstagebuch führen, so schaue dir doch einmal mein Bauch „Meine zauberschönen Rauhnächte – Ein Tagebuch“ an.

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