Der Samen für Halloween liegt im alten heidnischen Fest Samhain.

Die Christianisierung versuchte einerseits alle heidnischen Feste zu verbannen und formte andererseits ihre eigenen Kreationen um den Menschen eine Ersatzreligion anbieten zu können. So ließen sich die Menschen leichter zum Christentum locken. Aus Samhain wurde All Hallow’s Eve, Namenspatron für das heutige Halloween. All Hallow’s Eve ist der alte Feiertag: Allerheiligen.

Samhain wurde schon vor über 5000 Jahren zelebriert. In Irland dauerte das Fest eine ganze Woche! Drei Tage vor Samhain fingen die Feierlichkeiten an und zogen sich bis drei Tage nach Samhain hin. Bei den Kelten galt Samhain auch als der Beginn des neuen Jahres, als Anfang der dunklen Winterzeit und noch heute ist Samhain das Silvesterfest in Hexenkreisen.

Noch heute werden in vielen Landen, nicht nur der Kelten, Feuer entzündet. Um diese wird getanzt und gefeiert. Das Feuer schützt die Menschen vor negativen Energien und bringt Licht und Wärme in die kalte Jahreszeit. Auch hierzulande wird der Tanz um das Feuer immer beliebter.

Die Kelten teilten ihr Jahr in die Zeiten des Tages ein: Der Morgen, der Mittag, der Abend und die Nacht.

Die Nacht ist es, die den Übergang von dem Alten in das Neue symbolisiert. In dieser besonderen Nacht von Samhain sind die Tore zur Anderswelt besonders weit geöffnet. In diesen Zwischenräumen von altem und neuem Leben ist alles möglich. Dort herrschen keine Gesetze und keine Regeln. Die Anderswelt besucht die Menschen und die Menschen treten mit Hilfe von Trance, Rausch und Ekstase in die Welt der Andersmenschen. Alles steht Kopf.

 

Der Tod allein schafft neues Leben

Daran glaubten die Kelten ganz fest und so nimmt es nicht wunder, dass Samhain ein wirklich bedeutsames Fest zu Ehren unserer Ahnen ist.

Das Fest der Verstorbenen, der Wesen aus der Unterwelt, des Jahreswechsels und des ungeborenen Lebens läutet die düstere Jahreszeit ein. Mutter Erde legt sich zur Ruhe und rüstet sich für das neue Leben im Frühling. In der Nacht von Samhain stehen der Tod und das Sterben deutlich im Fokus aller Ereignisse. Die Menschen lassen Altes los und säen den Samen für das Neue.

Der Kontakt zu den Ahnen wird bewusst hergestellt. Die Totenwelt öffnete ihre Tore.

Die Kelten waren überzeugt davon, dass die Toten an diesem Abend an den Ort ihres früheren Lebens zurückkehrten.

Sie hatten großen Respekt vor den Toten und standen ihnen mit Scheu und aber auch großer Ehrfurcht gegenüber. Der Kult um die Ahnen war in allen alten Kulturen von immenser Bedeutung. Es war eine der größten Kraftquellen für ihr eigenes Leben. Sie sahen sich nicht als getrennt von den Verstorbenen an, sondern spürten überall deren Präsenz. Die Toten waren es, die um Rat und Beistand befragt wurden. Sie wurden geachtet und verehrt, besonders in der Samhain Nacht.

So stellten sie in dieser Nacht zum Beispiel eine Mahlzeit als Opfergabe für ihre Ahnen bereit. Du bist herzlich eingeladen dieser uralten Tradition zu folgen. Spüre in dein Herz und finde dort die Eingebung für einen geeigneten Platz. Dies kann unter einem alten Baum in der freien Natur sein, aber auch an jedem anderen Ort deiner Wahl.

 

Die Energien von Samhain für dich selbst nutzen

Zu Samhain sollten wir in der Stille neue Energien schöpfen und uns unserer Wurzeln besinnen. Wir sollten den Toten gedenken und um ihren Beistand bitten. Erweisen wir den Ahninnen und Ahnen unsere Ehre und sie werden uns wohlwollend behüten.

Schlage in dieser Nacht die Trommel und verbinde so das weibliche Element der Trommel mit dem männlichen Element des Trommelschlegels. Der Schall wird die Anderswelt erreichen, dich mit deinen Ahnen verbinden und dir deinen ganz eigenen Rhythmus schenken. Lasse das Tempo und die Schlagfolge aus deinem Inneren heraus entstehen. Es gibt dabei niemals ein richig oder falsch.

Im Anschluss kannst du die geistigen Ebenen dieser mystischen Nacht durch eine Räucherung von Harzen öffnen. Empfehlenswert ist zum Beispiel das helle Copal Manila. Es ist ein sehr alter Räucherstoff der Native Americans. Er zentriert deinen Geist und öffnet dir die spirituellen Ebenen. Du kannst aber auch das klassische Weihrauch nutzen. Weihrauch gilt seit jeher als Vermittlerin zwischen den Welten.

Sehr wirkungsvoll wird deine Verbindung an einem offenen Feuer sein.

Es gibt viele Möglichkeiten Samhain zu feiern. Natürlich kannst du dich auch einfach den Massen anschließen und eine wilde Halloween-Party besuchen.

Ich für meinen Teil gestalte diese Nacht mit meinen Lieben ein wenig ruhiger. Wir tauchen tief in die Magie der Herbsttage ein, halten unsere Nasen in den Wind um den Geruch von Kälte und Schnee willkommen zu heißen.

Es ist eine Zeit, die ihren eigenen, ganz besonderen Zauber versprüht. Nebelschwaden hängen des Morgens über den Feldern, das Laub leuchtet in tiefen bunten Farben und beginnt allmählich sich zu zersetzen. Bäume sind mit Reif bedeckt, die Luft füllt kühl und klar unsere Lungen. Die Landschaften besitzen den Zauber märchenhafter Gegenden. Der unverwechselbare Charme dieser Tage taucht all das Leben in den Anfang einer Zeit tiefer Ruhe.

Wir danken dieser Tage dem Frühling, dem Sommer und dem Anfang des Herbstes, denn sie ermöglichen uns, dass unser Tisch reich gedeckt ist.

Wir öffnen uns der Besinnlichkeit des Winters und lassen uns einmal mehr bewusst werden, dass die Welt im stetigen Wandel zwischen Vergänglichkeit und Neubeginn steht.

Ich habe es mir auch angewöhnt am Abend meine Julkerze für das bevorstehende Wintersonnenfest zu gießen. Ich lade meine alten Ritual-Utensilien mit neuer Energie auf und weihe bisher ungenutzte Ritualgegenstände ein.

Finde für dich selbst das passende Samhain. 

Die Farben des Abends sind schwarz und orange. Du kannst deine Wohnung und deinen Ritualplatz mit Kürbissen, Äpfeln, Eicheln, Efeu und ähnlichem Beiwerk dekorieren. Gibt es Verstorbene, die dir besonders nah standen, so kannst du Bilder oder Gegenstände von ihnen aufstellen. Weise deinen Vorfahren mit dem Schein von Kerzen auf deinem Altar oder auf der Fensterbank den Weg, locke sie mit speziellen Düften. Eine besondere Mischung für Samhain besteht aus 3 teilen Weihrauch, 1 Teil Myrrhe, etwas getrockneter Orangenschalt, 1 Teil Beifuß, 1 Teil Sandelholz und 1 Teil Wacholderbeeren.

Diese Nacht eignet sich auch besonders gut zum Orakeln. Befrage deine Tarotkarten oder deine Runen.

Hast du kein eigenes Runenset, so kannst du hier digital eine Rune ziehen. Starte hierfür einfach das Video und stoppe es, wenn deine innere Stimme es dir sagt. Ich empfehle dir dabei die Augen zu schließen.

 

Samhain ist auch: Die Heilige Hochzeit

Es gibt noch einen tieferen Sinn von Samhain. Es ist die Nacht der Vermählung, die Nacht der Vereinigung.

Die Königin des Landes war niemand geringeres als die Große Erdmutter selbst. Sie war die Gestalterin des Lebens.

Für die Fruchtbarkeit des Landes war der jeweilige Herrscher zuständig. Erst durch seine Weihe mit der Großen Erdmutter, der eigentlichen Königin, erhielt der Herrscher jedoch seine Macht.

Für die Dauer eines Jahres erwählte die uralte Erdgöttin ihren Jahreskönig. Am Ende seiner Regierungszeit musste dieser zum Wohl seines Stammes sein Leben opfern und einem neuen, jungen und starken König seinen Platz überlassen.

Jahrtausendelang wurde dieser rituelle Königsmord ausgeübt und fand immer in der Zeit um Samhain statt.

Das Alte geht, das Neue kommt.

Fünfstern - Druidenfuss

 

Ich wünsche Dir ein zauberhaft magisches Samhain!

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6 Responses

  1. Edieh

    Wunderbarer Artikel, diw Kelten haben einen großen Platz in meinem Herzen. Habe heute Nacht eine wichtige Frage von meiner Patentante erhalten, die verstorben ist.

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