• Odin mit Sleipnir - Rauhnächte

Frau Holle, Odin und die Wilde Jagd der Rauhnächte


Ornament Trennlinie

Die Rauhnächte ist eine mystische Zeit. Die Tore zur Anderswelt sind weit offen! Davon waren unsere Vorfahren fest überzeugt und auch wir können es spüren. Auf der einen Seite kann der Kontakt mit den Ahnen leichter hergestellt werden, aber die Tore sind auch durchlässig für alle möglichen Wesen. Für Götter und Geister, Hexen und Walküren, Odin und sein Heer, Frigg und allerlei Tiere der Ober- und der Unterwelt.

 

Die Wilde Jagd erhebt sich in die Lüfte

OdinOdin selbst ist es, so lauten die alten Geschichten, der den toten Seelen, den Geister und Tieren, die Tore öffnet. Sie alle dürfen in den Rauhnächten ihr Unwesen treiben und Odin, der Allvater, führt es an, dieses Wilde Heer. Die Wilde Jagd, wie es auch genannt wird, kann beginnen.

So ziehen sie los in den Nächten der rauhen Zeit. Odin auf Sleipnir, seinem achtbeinigen Schimmel, allen voran. Das geisterhafte Gefolge ihm hinterher. In manch einer Nacht ist Frigg, die Gemahlin, an seiner Seite. Frigg ist unter diesem Namen nur im hohen Norden bekannt. Wir kennen Frigg in unseren Gefilden unter dem Namen Frau Holle und ganz im Süden Deutschlands und Teilen Österreichs heißt sie Perchta.

Sowohl Frau Holle als auch Frigg besitzen eine Spindel. Mit dieser so heißt es wird das Wyrd, das Schicksal der Menschen gesponnen. Ihr entspringen die Fäden mit welchen die drei Nornen weben werden. Die Fäden de Schicksals werden jeden einzelnen Tag gesponnen, doch wie die alten Bräuche es wollen, steht jede Spindel in der Zeit der Rauhnächte still.

Die wahrhaft tugendhafte Frigg alias Frau Holle alias Perchta lässt mit der Spindel auch ihre Grundsätze ruhen. Die Peitsche schwingend begleitet sie Odin auf der Wilden Jagd.

Über Odin fliegen die Raben, auch Hugin und Munin, welche Odin immer aus der Welt Midgards berichten. Es erklingt das Klagegeschrei der Walküren. Die Rosse wiehern und die Wölfe jaulen.

Wilde Jagd - PerchenlaufDie Menschen fürchteten das Wilde Heer und räucherten Haus und Hof um die toten Seelen wieder zu vertreiben. In einigen Gegenden, vor allem in Süddeutschland, zogen die Menschen laut lärmend durch die Lande. Zumeist trugen sie gruselige Masken, welche dem Bösen Angst einjagen sollte.

Vor allem im alpinen Raum herrschten in der Winterzeit von jeher starke, tosende Stürme. Diese schürten die Angst der Menschen vor den dunklen Wesen nur noch mehr und verstärkten so den Glauben an die Wilde Jagd. In diesen Gegenden werden noch heute die sogenannten Perchtenläufe durchgeführt.

Sie sollen den Sieg über die bösen Mächte demonstrieren. Peitschen knallen laut, Böller werden entzündet und Glocken läuten. Ein Heidenlärm wird veranstaltet um das Böse zu vertreiben und Krankheit und Tod von den Mensch und Tier fernzuhalten. 

 

Frau Holle – Die Schutzpatronin der Rauhnächte

In den Gegenden der Alpen entspricht Frau Holle der Wintergöttin Berchta (Perchta), welche den Perchtenläufen ihren Namen gibt.

Wir alle kennen Frau Holle aus dem beliebten Märchen der Gebrüder Grimm. Eine strenge, aber gerechte Frau, die es gar nicht mag, wenn jemand faul in den Tag hinein lebt.

Sie ist die Schutzpatronin der Rauhnächte.

Nutzlosigkeit ist ihr zuwider und wird von ihr bestraft. Die fleissigen, achtsamen Menschen hingegen werden reichlich belohnt.


Frau Holle steht auch für Sauberkeit. Es ist daher besonders in den Rauhnächten wichtig Haus und Hof, aber auch sich selbst rein und sauber zu halten.

Alles soll ich den Rauhnächten ruhen. Die Menschen sollen sich erholen und sich voll und ganz auf ihr Innerstes besinnen und somit zum Wesentlichen zurückkehren. Frau Holle liebt kleine Geschenke, wie zum Beispiel ein Stück Kuchen, Gebäck oder ein Brot, welches wir ihr hinstellen können.

Diese kleinen Geschenke, so glaubten die Menschen, würden sie gnädig stimmen und so ist Frau Holle dann gerne bereit im nächsten Jahr so manchen innigen Wunsch zu erfüllen.

Ornament Trennlinie


[print_link]