Irgendwann packt sie jeder – die Magie der Runen. Es geht ein Zauber von ihnen aus, der fasziniert. Der Wunsch nach einem eigenen Runenset wird wach. Es ist, als würden die Runen einen rufen. Spätestens dann hat uns die Magie der Runen in ihren Bann gezogen – aber wie beginnen?

In unserem kurzen, irdischen Dasein sind wir alle Suchende, selbst wenn wir gar nicht so genau wissen, was genau wir eigentlich finden möchten. Leise Fragen flüstern durch Raum und Zeit. In der magischen Welt, versuchen wir oft Antworten auf unsere Fragen zu erhalten, indem wir das Orakel befragen. Es werden Tarotkarten gedeutet, die Linien der Hände gelesen, der Kaffeesatz befragt oder es wird die Magie der Runen genutzt.

Es gibt viele verschiedene Wege, mit Hilfe der Rune in die Vergangenheit, die Gegenwart oder auch die Zukunft zu schauen. Bevor wir die Runen allerdings als Orakel nutzen, sollten wir uns mit der Magie der Runen erst einmal bekannt machen. Wie wirken die einzelnen Runen, was bedeuten sie, wo kommen die Runen her und was sollte ich beachten? In meinen Artikel über das ältere Futhark habe ich jede einzelne Rune kurz portraitiert. Interessiert dich eine Rune näher, so findet sich dort auch immer ein weiterführender Link, der noch tiefer in das Wesen der einzelnen Runen führt.

Du findest am Ende des Artikel weiterführende Links, wenn du tiefer in diese Thematik einsteigen möchtest. Hat die Reise ihren Anfang genommen, so stellt sich schnell der Wunsch nach einem eigenen Runenset ein. Fühl dich eingeladen, die ersten Schritte zu gehen.

Keltischer Knoten

So findest du das richtige Runenset

Ich liebe das Orakeln mit Hilfe der Runen. Es geht eine große Kraft von diesen uralten Zeichen aus, die tief in der nordischen Mythologie verwurzelt sind. Sie erzählen vom großen Gott Odin, der die Runen auf seiner Inititationsreise fand, flüstern von den drei Nornen, welche zu ritzen verstehen.  Mythologische Wesen aus den Reichen des Weltenbaumes Yggdrasils.

Es wird stets diskutiert, ob dieser Weltenbaum nun eine Esche oder eine Eibe sein. Für beide Varianten gibt es Anhaltspunkte.

Persönlich besitze ein Runenset aus Eibenholz und ein Runenset aus Stein. Das Steinset fand zuerst seinen Weg zu mir. Ich wanderte durch die Flussauen der Alpen und hörte den Ruf der Steine. So wurde ein Wander- und Badeausflug zu einer Reise in die Welt meiner eigenen Runen. An jenem Tag fischte ich zwölf Steine aus dem flachen, breiten Fluss. Es war mir sofort klar, dass sie für Runen bestimmt waren. Das Flüstern war unüberhörbar. Die Hälfte des Sets war also gefunden.

Ich habe sie noch am selben Abend graviert. Jeder einzelne Stein zeigte mir die Rune, welche in ihm wirkte.

Die anderen zwölf Runen fand ich in den Monaten danach, meistens in einem Wald. Mal unter eine Wurzel, mal am Ufer eines Baches oder einfach auch am Rand eines Weges. Bis nur noch eine Rune fehlte, die wirklich auf sich warten ließ. Es war die Perthro, deren Ruf ich schließlich in einem Eibenwald hörte. Ich fand sie unter einem abgebrochenen Eibenast und ich nahm beides – Stein und Ast – mit mir.

Ich gravierte die letzte Rune und stellte den Ast zum Trocknen an einen geschützten Ort. Er blieb dort etwa drei Jahre. In dieser Zeit webte ich die Magie der Runen mit meinem Steinset. Eines Tages jedoch rief mich der Ast und wie auch bei den Steinen war mir sofort klar, dass ich den Ruf der Runen höre.

Ich begann den Ast selbst in kleine Scheiben zu zersägen. Die Scheiben schlief ich solange, bis meine Finger blutig waren und sich das Blut mit dem Holz vereinte. Ich konnte aber nicht aufhören, ehe die letzte Rune geschliffen, gebrannt und geölt war. Seither arbeite ich fast nur noch mit diesem Set. Es ist so kraftvoll, das mir die Finger prickeln, wenn ich es zur Hand nehme.

Beide Sets hatten viel Zeit zu Wachsen. Das Holzset habe ich selbst gebrannt, das Steinset selbst graviert. Meine innere Stimme flüsterte mir den Namen jeder einzelnen Rune zu, für welche der jeweilige Stein oder das jeweilige Holz bestimmt war. Bei den Holzscheiben gab es jedoch die Besonderheit, dass viele Runen bereits in der Maserung zu sehen waren.

Welches Material du für deine Runen verwenden möchtest, solltest du tief in dir erspüren. Du kannst dir das Set, so wie ich, selbst herstellen oder für den Anfang auch kaufen. Es gibt viele schöne Sets im Handel, darunter auch Runen aus Edelsteinen, wie dem Bergkristiall, dem Rosenquarz oder dem Amethyst. – wenn dir das gefällt. Natürlich ist die Magie der Runen in einem eigenen Set aber um einiges stärker spürbar, doch für einen Einstieg reichen gekaufte Runen durchaus.

Die Runen der Nornen und des Odins waren in Holzstäbchen geritzt – Esche oder Eibe, einer der beiden Hölzer wird es gewesen sein. Holz ist also die ursprünglichste Form. Ich habe mich mitunter gefragt, warum mich zuerst die Steine riefen, aber ich konnte bisher keine Antwort finden. Manchmal denke ich, der Weg über die Steine war es, der mich zu meinem Runenast führte – eine Art Vorstufe also, ein kleiner Umweg.

Du kannst neben der Esche oder der Eibe auch viele fruchtbringenden Hölzer verwenden, wie zum Beispiel: Haselnuss, Eiche, Holunder, Weißdorn. Die Früchte der Eibe sind übrigens die einzigen Bestandteile des Baumes, die nicht giftig sind, aber das nur am Rande. Falls du sie jedoch zum Verzehr verwenden möchtest, entferne vorher unbedingt ihre giftigen Samen.

Die Nacht der vollen Mondin ist der günstigste Zeitpunkt, um sich einen Zweig des Holzes zu schneiden. Manche schwören darauf, dass die Energien zwei Tage zuvor noch höher sind, aber ich empfinde das nicht so. Spüre da bitte selbst in dich hinein und folge deiner Intuition. Die Phase der abnehmenden Mondin solltest du indes nicht nutzen.

Persönlich schneide ich nur sehr selten Äste von Bäumen, es widerstrebt mir zumeist. Ich finde die Äste lieber, so war es zum Beispiel bei meinem Hexenbesen und auch meinen Eibenast habe ich nicht geschnitten, der Baum hat ihn von selbst geschenkt. Ich habe ihn gefunden oder er mich – wer weiß.

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Warum du deine Rune entladen solltest

Ich empfehle alle gekauften Objekte, mit denen du magisch arbeiten möchtest, zuvor zu entladen. Du weisst nie, welche Energien in ihnen verborgen sind. Es ist auch mitunter zu lesen, dass dieser Schritt absolut unnötig sei. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich fühle mich damit einfach besser.

Hast du dein Runenset alleine hergestellt, so ist eine Entladung nicht nötig, meist ist sie dann sogar kontraproduktiv, da alle von dir eingewebte Energie wieder verloren geht. Du kannst aber vor der Herstellung die Materialien entladen, welche du verwenden möchtest. Es kommt da ein bisschen auf dein Bauchgefühl an. Ich habe das Eibenholz nicht entladen. Es war ein Geschenk der Natur, eine Gabe von Gaya. Ich bin mir sicher, dass ich damit der Magie der Runen geschadet hätte.

Hast du dir ein Runenset gekauft oder geschenkt bekommen, so prüfe intensiv, wie sehr du der Person, die es hergestellt hat, vertraust. Solltest du nicht mit absoluter Gewissheit sagen können, dass keine schadenden Energien enthalten sind, empfehle ich dir, dieses Set vor der Nutzung unbedingt zu entladen. Höre auch hier auf dein Gefühl.

Magische Objekte können mit der Kraft von fließendem Wasser von ihren alten Energien befreit werden. Diese Methode kannst du auch bei Holz anwenden, aber du solltest sie hernach gut trocknen, ehe du sie verarbeitest.

Dein fertiges Runenset kann auch im Lichte der vollen Mondin auf einem Bett aus Hämatit Trommelsteinen entladen werden. Ebenso kannst du ein Bett aus Salz nutzen, auf das du in der Vollmondnacht deine Runen legst. Räuchere sie zusätzlich mit Beifuß und/oder: Salbei Basilikum, Lavendel sowie Zedernholz.

Nun hast du eine solide Basis für die Magie der Runen geschaffen.

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Musst du dein Runenset weihen?

Du wirst nun vielleicht den Wunsch in dir verspüren das Set auch zu weihen. Eine Weihung der magischen Instrumente ist ein schönes Ritual. Um die Energie zu bündeln, kannst du zuvor einen magischen Schutzkreis ziehen.

Nutze außerdem gerne:

Ich nutze oft dieses zusätzliche Ritual, um die Energien zu erhöhen und um die Verbindung zwischen mir und in diesem Fall den Runen zu stärken. Eine Weihung der Runen ist jedoch nicht zwingend notwendig. Es ist nicht falsch, wenn du das tust, aber eben auch nicht wirklich erforderlich.

Das Ritual wirkt eher auf dich persönlich, als auf die unbestechliche Kraft deiner Runen. Hast du selbst jedoch ein besseres Gefühl dadurch, dann weihe deine Runen ruhig.

So könnte deine Weihung ablaufen

Suche dir für eine Weihung eine schöne Stelle, bevorzugter Weise im Wald. Ziehe deinen Schutzkreis. Lege die Runen auf die pure Erde, damit wäre das erste Element abgedeckt.

Stelle für das Element Feuer in jeder Himmelsrichtung rund um die Runen eine Kerze auf. Halte im Ritual jede einzelne Rune kurz  in jede Flamme. Gehe dabei in Uhrzeigerrichtung vor.

Ist das Runenset für dich bestimmt, so hauche deinen Atem auf jede einzelne Rune und danke für ihr Wirken. So hast du auch das Element Luft einbezogen. Räuchere die Rune mit einem Schutzkraut, vor allem wenn sie für eine andere Person bestimmt ist.

Die kraftvollste Bindung zwischen dir und den Runen wirst du erhalten, wenn du sie mit deinem eigenen Blut weihst. Mein Steinset habe ich noch nicht mit Blut geweiht, da ich neugierig bin, wie die Runen wirken, wenn ich gar keinen Einfluss nehme. Bei meinem Holzset waren meine Fingerkuppen vom Schleifen so blutig, dass eine zusätzliche Weihung unnötig gewesen wäre. Das vierte Element des Wassers ist ein Bestandteil des Blutes und ist nun ebenfalls abgedeckt.

Verbinde dich mit deinen Runen

Um die Magie der Runen wirklich zu entfalten, gibt es nur einen Weg. Du musst dich mit ihnen verbinden. Entscheide dich aus dem Bauch heraus für eine Rune. Trage sie bei dir. Du kannst die Rune auch auf eine schamanische Reise mitnehmen, wenn du darin geübt bist. Hast du keine Erfahrung damit, so gehe in eine tiefe Meditation und lasse sie an der Öffnung deines Geistes teilhaben.

Trage die jeweilige Rune so lange in deiner Hosentasche oder an deinem Körper bis du ihre ganz ureigene Kraft deutlich spüren kannst. Erst dann wird die Rune bereit sein mit dir eine wahrhaftige Verbindung einzugehen. Gehe danach zur nächsten Rune über.

Vorsicht: Die Runen holen sich immer und zu jeder Zeit die Energien aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Ihre Kräfte wachsen stetig, ob du das möchtest oder nicht. Daher achte auf deine Worte und deine Taten.

Die Magie der Runen ist unbestechlich!

Runen sind wie eigene Wesensarten. In ihrem Ursprung entstammen sie wie gesagt direkt dem Weltenbaum Yggdrasil. Die drei Nornen wussten sie zu ritzen. Sind die Runen aber auch ihre „Kinder“? Ich weiß es nicht. Es gibt leider keine konkreten Hinweise, woher die Runen genau kommen.

Odin hing neun Tage und neun Nächte, selbst tödlich vom Speer verwundet, im Weltenbaum. Er brachte dieses Opfer, um Weisheit zu erlangen. Es war sein Initiationsritus. Sein Lohn waren die Runen. Sind sie also gewissermaßen auch seine „Kinder“ und somit irgendwie auch göttlich? In der Edda steht, er fand die Runen zu seinen Füßen.

Für mich ist es stimmiger, dass die Nornen sie ersannen, es passt einfach perfekt zu ihrem Wirken. Und Odin? Nun, ich denke, er durfte als erster von die wahre Bedeutung der einzelnen Symbole erfahren. Er wurde sozusagen als würdig angesehen, in die Magie der Runen eingeweiht zu werden.  Ob es wirklich so war, wer weiß – aber es fühlt sich einfach stimmig an.

Die Bedeutung der Runen lässt sich in vielen Schriften nachlesen. So oft wir aber auch lesen, für was welche Rune steht, so oft und noch mehr, werden die Runen uns überraschen. Sie gehen ihre ganze eigenen Wege und lassen sich nicht in irgendwelche Normen pressen. Du musst also wissen, wenn du die Welt der Runen betrittst, so eröffnet sich dir eine Welt mit vielen Wegen.

Keltischer Knoten

Natürlich ist die Magie der Runen in einem eigenen Set wesentlich stärker ausgeprägt, als in einer digitalen Variante. Bis du jedoch ein eigenes Set besitzt, kannst du deine Rune auch digital ziehen.

Drücke im folgenden Video einfach auf play und stoppe das Video, wenn es sich richtig anfühlt.

Tipp: In der Großansicht sind die einzelnen Erklärungen besser zu lesen: