Bekannt auch als:

Echter Holunder, Holler, Schwarzer Holunder, Deutscher Flieder, Holder, Huskolder, Holderbusch, Schwarzholder, Eiderbaum, Elder, Eller, Ellhorn, Kelkenbusch, Kischke

Botanischer Name:

Sambucus nigra

Sambucus nigra L.

Familie:

Sambucus

Giftigkeit:

leicht giftig

Giftige Teile:

Blätter, unreife Früchte, Samen, frische Rinde

Blütenfarbe:

weiß

Blütezeit:

Juni

Fruchtreife:

August – September

Verwendbare Pflanzenteile:

Blüten, Beeren

Sammelzeit:

Ende Mai, Juni, August, September


 

„Vor dem Holler sollst du den Hut ziehen“

– alte Bauernregel –

 

Der Holunder wird seit jeher hoch geschätzt. Viele Mythen und Sagen ranken sich um diese alte Pflanze. Der Holunderstrauch, welche 1,5 – 7 Meter hoch wachsen kann, sollte Haus und Hof beschützen. Das Unheil hatte keine Chance, waren es nun böse Dämonen oder ein Blitz des Himmels, wenn ein Holunder blühte. Noch heute pflanzen Menschen den Holunder um sich gegen negative Einflüsse zu wappnen.

Es hieß aber auch: Geht ein Holunder ein, so wird jemand in der Familie des Todes sein.

Der  Schwarze Holunder  ist wohl die bekanntest Art. Der Sambucus nigra, so sein botanischer Name, wurde schon in der Antike zum Schwarzfärben der Haare genutzt. Das Geheimnis liegt in den Früchten. Sie enthalten den Farbstoff Sambucyanin. Doch nicht nur Haare, auch Leder und Stoffe wurden mit Holunder gefärbt. Heute wird der Farbstoff vor allem in der Lebensmittelindustrie genutzt.

Der dunkle Farbstoff wird im griechischen „Sambux“ genannt und daher stammt wohl auch sein wissenschaftlicher Name Sambucus. Das Wort Holunder indes stammt vom althochdeutschen „Holuntar“ ab. Es gliedert sich auf in „Holun“ und „tar“. Der „Tar“ ist der Baum oder Strauch, beim „Holun“ ist es ein wenig ungewiss. Es kann hohl sowie heilig bedeuten oder sich aber auch von Frau Holle ableiten.

Der Urmutter Percht, auch Göttin Holla oder bei den Gebrüdern Grimm auch Frau Holle genannt, war der Holunderbusch ihre liebste Pflanze. Holla, welche nur über einen Sprung in eine Quelle oder eines Brunnens zu erreichen war, herrschte zu Zeiten der Germanen als Göttin des Hauses. Sie war freundlich, gütig und schützte Mensch, Tier und Pflanzen. Ihr wurden starke Kräfte zugeschrieben. So hatte sie die Macht Krankheiten zu heilen. Es verwundert daher nicht, dass die Menschen ihr zu Ehren Opfergaben unter die Holunderbüsche legten.

Die Blüten des Holunders werden im Märchen der Frau Holle zu Schnee, welcher auf die Erde fällt.

Es war übrigens streng verboten einen Holunderbusch zu fällen oder ihn zu beschädigen. Eines war sicher: Wer einen Holunderbusch zunichte macht, der wird mit schwerer Krankheit oder schlimmer noch, dem Tode bestraft.

Es hieß auch in jedem Holler schläft eine Hexe der schwarzen Magie. Wurde der Busch ausgerissen oder anderweitig vernichtet, so erwachte die schwarze Hexe , fuhr aus dem Busch und trieb fortan ihr Unwesen. Mitunter geschah gar noch schlimmeres. Die Hexe fuhr in den Körper der Person, welche den Busch zerstörte und zwang diesem armen Wesen von nun an ihren Willen auf.

Wurden Teile des Holunderbusches für heilende Zwecke genutzt, so wurde der Busch erst um Erlaubnis gefragt. Die Menschen baten ihn um Verzeihung und dankten hernach für seine Gaben. So belegen es noch heute verschiedene Schriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Christentum indes hatte nichts besseres zu tun, als die Menschen schwer zu bestrafen, wenn die Menschen zu Holla beteten oder ihr Opfergaben an Busch oder Quelle hinterlegten.

 

Das Wissen um die heilenden Kräfte des Holunders hat alle Zeiten überdauert

Der Holunder ist bis heute eine lebende Apotheke. Aber Achtung, dass Grün der Pflanze ist giftig. Nur die Blüten und Beeren können verwendet werden. Diese haben jedoch sehr gesunde Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Gerb- und Mineralstoffe. Die Beeren sind reich an Vitamin C und enthalten zusätzlich die Vitamine A, B1, B2 sowie Folsäure.

 

Sie wirken:

  • fiebersenkend
  • krampflösend
  • blutreinigend

 

und wird angewendet bei:

  • Erkältungskrankheiten
  • Grippe
  • Fieber
  • zur Stärkung des Immunsystems
  • bei Rheuma
  • Hautunreinheiten
  • Verstopfung
  • zum Einschlafen
  • unreiner Haut

 

Die zwei Gesichter der Holunderbeeren

So gesund die Beeren auch sind, sollten sie nicht im rohen Zustand verzehrt werden. In ihnen steckt das Gift Sambunigrin. Hierbei handelt es sich um ein cyanogenes Glycosid, welches in Gegenwart von Wasser Blausäure abspaltet. Durch Erhitzen geht die toxische Wirkung verloren, da das Sambunigrin einfach zerfällt.

Beim rohen Verzehr jedoch kann es zu Magenkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen.

 

Das Trocknen der Holunderblüten

An der frischen Luft

Gehe sehr sorgsam mit den Blüten um. Trockne sie als gesamte Dolde. Breite sie hierfür auf unbedrucktem Papier aus und lege sie in den Schatten. Pralle Sonne vertragen die Blüten nicht. Ideal ist ein leichter Wind, da es schnell zu einer Schimmelbildung kommt.

 

Im Backofen

Hierfür wird ein Herd benötigt, der auf 40º eingestellt werden kann. Die Dolden werden mit Abstand zueinander auf dem Backblech ausgebreitet. Sie müssen des Öfteren gewendet werden, da die Trocknung schnell geschehen sollte. Ansonsten kann es passieren, dass die Blüten sich braun verfärben und die Wirkstoffe sind dann auch verloren.

 

Nach der Trocknung der Holunderblüten

Lassen die Blüten sich leicht von den Stielen lösen, so sind sie fertig getrocknet. Gib sie in ein Sieb aus Draht und trenne die reinen Blüten von den Blütenständen. Bewahre die Blüten in einem gut verschlossenem lichtgeschützten Gefäß auf, da sich die ätherischen Öle sehr leicht verflüchtigen.

 

Ein Tipp, wenn es einmal eilt

Kaufe die Blüten in einer Apotheke oder im Reformhaus.

 

Rezepte rund um die Holunderblüten und Beeren

Die Holunderblüten werden vor allem zu Tee verarbeitet. Allerdings sollten täglich nicht mehr als 15 Gramm verwendet werden. Ein Tee aus den Blüten des Holunders ist besonders bei Erkältungen zu empfehlen, da er den Infekt einfach ausschwitzt sowie Nasen und Nebenhöhlen befreit. Es bietet sich auch eine Inhalation an. Nach der Inhalation oder dem Tee heißt es ab ins Bett und schwitzen!

 

Holunderblütentee

  • 2 gehäufte Teelöffel getrocknete Holunderblüten (etwa 4 Gramm)
  • 250ml siedendes Wasser

Die Blüten mit dem siedenden Wasser übergießen und 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen. In den Verdunstungen am Deckel sind besonders intensive Wirkstoffe enthalten, diese solltest du in den Topf zurücklaufen lassen. Den Tee anschließend durchseihen.

  •  täglich 3 bis 4 Tassen

Der Tee sollte erst nach dem Mittag getrunken werden. Leider kann er immer nur von frischen Blüten zubereitet werden. Gelagerte Holunderblüten verlieren ihre Wirkstoffe..

Tipp: Die Holunderblüten mit Lindenblüten kombinieren, da der erkältungslösende Effekt dadurch noch verstärkt wird.

 

Inhalation der Holunderblüten

  • 8 gehäufte Teelöffel Holunderblüten
  • 1 Liter kochendem Wasser

Übergieße die Blüten mit dem kochendem Wasser und lasse es 5 Minuten ziehen. Atme anschließend die aufsteigenden Dämpfe für 10 Minuten ein.

Dieses Dampfbad ist übrigens auch bei sehr unreiner Haut empfehlenswert.

 

Gesichtsreinigung mit Holunderblüten

  • 3 gehäufte Teelöffel Holunderblüten
  • 250ml kochendes Wasser

Übergieße die Blüten mit dem kochendem Wasser. Lasse das Blütenwasser auf eine handwarme Temperatur herunter kühlen. Lege dir dann mit dem Blütenwasser getränkte Kompressen auf dein Gesicht und lasse es für etwa 10 Minuten einwirken.

 

Holunderblüten-Fußbad

  • 6 frisch gepflückte Blütenstände in
  • 1 Liter kochendes Wasser
  • 2 – 3 Liter kaltes Wasser

Die Blütenstände mit dem kochenden Wasser übergießen und kurz ziehen lassen. Anschließend mit kalten Wasser auffüllen.

  • 15 Minuten lang ein wohltuendes Fußbad nehmen

 

Holunderblüten Einschlafhilfe

2 frisch geerntete Holunderblütenstände

250ml Hafermilch

1TL Kokosblütenzucker

Die Dolden sorgfältig abspülen und die Stiele entfernen. Die Hafermilch in einem Topf erhitzen, die Dolden hinzufügen und das Ganze für eine halbe Stunde ziehen lassen. Süße deinen Schlaftrunk mit Kokosblütenzucker und lasse ihn für eine weitere Stunde stehen.

  • vor dem Schlafen gehen in kleinen Schlucken langsam trinken

 

Weg mit dem Gerstenkorn!

  • 2 TL frische oder getrocknete Holunderblüten
  • 250 ml kochendes Wasser

Übergieße die Blüten mit dem kochenden Wasser und lasse das Gemisch für 10 Minuten ziehen. Seihe das Ganze durch ein sehr feines Sieb (zum Beispiel einen Teefilter) ab. Lasse den Sud erkalten und tauche ein Stück Leinentuch hinein. Lege diese Kompresse auf die geschlossenen Augen für 15 Minuten auf.

 

Holunderblütensirup

  • 2 unbehandelte Zitronen und 25 g Zitronensäure (Ascorbinssäure)
  • 30 voll aufgeblühte Holunderdolden
  • 1 Kilo Zucker

Die Blüten nicht abspülen, im Blütenpollen sitz sehr viel Geschmack!

Presse die Zitronen aus. Wichtig: Hebe die Schale auf! Koche den Zucker mit 2 Liter Wasser auf. Gib die Zitronenschalen und den Zitronensaft hinzu. Lasse das Gemisch abkühlen und füge dann die Holunderblüten dazu. Decke den Topf mit einem Tuch ab. Lasse das Ganze an einem sonnigen Plätzchen etwa zwei Tage ruhen.

Fische anschließend die Zitronenschalen und die Holunderblüten heraus. Das geht am einfachsten mit einer Schaumkelle. Gieße den Sud nun durch ein Passiertuch in einen neuen Topf.  Füge die Zitronensäure hinzu und koche den Sud erneut auf. Gieße ihn anschließend SOFORT in  heiß ausgespülte Flaschen und verschließe diese gut.

 

Holunderblüten Minze Ingwer

 

Frische Sommerlimonade mit viel Vitamin C

  • 700 ml Wasser
  • 1 Stück unbehandelte Zitrone, geviertelt
  • 3 x Stengel der Minze
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer, in dickere Scheiben geschnitten
  • 100ml Holunderblütensirup

Die Zitrone und den Ingwerin eine Glaskanne geben. Die Zitrone mit einem langen Holzlöffel leicht andrücken. Die Minze waschen und hinzufügen. Das Ganze mit dem Sirup und dem Wasser auffüllen.

  • 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen

Tipp: Zitronen-Ingwer-Gemisch kann bis zu drei Mal wieder mit Sirup und Wasser aufgegossen werden.

 

Holunderblütengelee

  • 10 Holunderblütendolden
  • Wasser
  • Zitronenscheiben von zwei unbehandelten Zitronen
  • Gelierzucker (Menge bitte nach Packungshinweisen wählen)
  • optional: Weißwein, Apfelsaft, Zitronenschalenraspeln

Wasche die Dolden vorsichtig und lege sie zusammen mit den Zitronenscheiben für 24 Stunden in Wasser ein. Gieße anschließend die Flüssigkeit durch ein Sieb ab. Koche es mit dem Gelierzucker, wenn du magst mit den Raspeln einer Zitronenschale sowie einem Schuss Weißwein oder Apfelsaft auf. Die warme Masse in Einmachgläser füllen und zum Erkalten sofort auf den Kopf stellen. Nach etwa 15-30 Minuten die Gläser wieder umdrehen.

 

Holunderbeerenmarmelade

Marmelade aus Holunderbeeren

  • 500g Holunderbeeren Rispen
  • Gelierzucker 1:2

Beim Waschen der Beeren kommt mitunter allerlei zum Vorschein, unter anderem oftmals Ohrenkneifer. Bitte behutsam mit den Tieren umgehen. Die Beeren vorsichtig abstreifen und alle grünen Beeren aussortieren.

Gib die Beeren in einen Topf und lasse sie 5 Minuten OHNE Wasser kochen. Rühe ab und an einmal um.

Verlieren die Beeren Saft ist es Zeit sie mit dem Kartoffelstampfer zu zerdrücken. Verwende auf keinen Fall einen Mixer oder Pürrierstab, da die Kerne nicht beschädigt werden dürfen. Drehe den Brei anschließend durch eine Flotte Lotte. Nehme von der Masse 800g, vermische sie mit dem Gelierzucker und koche es für 4 Minuten richtig sprudelnd auf.

Fülle die Marmelade in Gläser und stelle sie sofort für 15-30 Minuten auf den Kopf. Danach solltest du sie wieder umdrehen.

Lausche den Gläsern beim Abkühlen. Knackt der Deckel, dann hast du alles richtig gemacht und die Gläser sind dicht.

 

 

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