• Rituale für Mabon Herbst Tagundnachtgleiche

Rituale für Mabon, die Herbst-Tagundnachtgleiche

Ist die Zeit der Sonne mit der Zeit der Mondin in Balance, so ist die Tagundnachtgleiche gekommen. Tore öffnen und Schleier lichten sich. Das Fest Mabon zu taufen, ist eine noch recht neue Variante, die sich erst in den 70er Jahren durchsetzte. Uralt hingegen ist der Brauch, Rituale für Mabon abzuhalten.

Ich nehme dich im Folgenden mit auf eine kleine Reise ritueller Möglichkeiten.

Ach Moment, du bist nur zufällig auf dieser Seite gelandet und weißt gar nicht, um was es hier geht? Nun fürs Erste, es gibt keine Zufälle in dem Sinn, wie er allgemein geläufig ist. Alles was geschieht fällt uns zu. Es hat Gründe, weshalb du hier bist und du bist herzlich eingeladen, wenn du bleiben möchtest. Vielleicht aber schaust du dir zuvor meinen Artikel über die Herbst Tagundnachtgleiche an. Das wird dir einen guten Überblick verschaffen. Hat das Jahreskreisfest deine Neugier geweckt, so kannst du ⇒ hier schauen, welche uralten Feste es innerhalb eines Jahres noch so gibt.

Nun aber möge es beginnen.

Yggdrasil der WeltenbaumPersönliche Rituale für Mabon

Ich hielt es für sinnvoll den Artikel in zwei Bereiche zu gliedern, damit die Übersicht nicht verloren geht. Im ersten Teil zeige ich dir verschiedene Wege, ganz persönliche Rituale für Mabon zu erschaffen. Im zweiten Teil werden magische Rituale folgen, welche natürlich auch persönlich sind. An dieser Stelle ist aber nicht die persönliche Durchführung der Rituale für Mabon gemeint, sondern, dass das jeweilige Ritual auf unsere Persönlichkeitsebene ausgerichtet ist.

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In Balance kommen

In den frühen Morgenstunden der Herbst Tagundnachtgleiche 2018 wechselt die Sonne in das Sternbild der Waage. Es steckt bereits im Wort: Tagundnachtgleiche. Der Tag hat wie die Nacht zwölf Stunden und ist somit in völliger Balance, in der Waage. Das uralte Sonnenfest und der Sternenhimmel sind sich einig. Es ist ein perfekter Moment der Balance.

Die Kräfte der Natur gleichen sich aus und halten inne. Der Tag eignet sich hervorragend für ein Ritual, dass deine eigene, innere Balance  fördert. Ist sie aus den Fugen geraten, so stelle dein Gleichgewicht wieder her. Nimm dir Zeit und überlege, welche Aspekte eine zu dominante Rolle in deinem Leben spielen und reflektiere ebenfalls, welche Aspekte des Lebens du vernachlässigt hast. Stelle den Ausgleich zwischen deinen Lebenselementen wieder her. Wo fehlt es an Struktur und Ordnung? In welchen Bereichen mangelt es an Freude und Vergnügen? Was ist überflüssig und darf entsorgt werden? Welche Maßnahmen kannst du ergreifen, um wieder in vollkommener Harmonie zu leben?

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Ziehe eine erste Jahresbilanz

Bist du eine Hexe, dann neigt sich dein Jahr so langsam dem Ende entgegen. Es ist die Zeit der zwölften Mondin und nur noch wenige Wochen trennen uns von Samhain, dem letzten Tag eines Hexenjahres. Aber auch, wenn du keine Hexe bist, wird der letzte Abschnitt des Jahres eingeleitet. Die Natur legt sich allmählich zur Ruhe und das Land fällt in eine Zeit der inneren Einkehr.

Du kannst Mabon nutzen, um eine erste Bilanz zu ziehen. Wie ist das Jahr bisher für dich gelaufen? Haben sich deine Träume erfüllt. Sind deine Wünsche aus den Rauhnächten in Erfüllung gegangen? Überlege auch, was du in diesem Jahr noch erreichen möchtest, was ist noch nicht abgeschlossen? Betrachte dein Jahr und schaue, ob es nötig ist hier und da ein klein wenig zu optimieren, damit sich deine persönlichen Vorstellungen am Ende erfüllen.

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Wirf doch mal Ballast ab

Puh! Es ist schon ziemlich viel, was wir manches Mal so mit uns herum tragen. Viele leiden unter einem kaputten Rücken und nicht selten ist auch die Last der Probleme ein zu schweres Gut. Oft rühren unsere körperlichen Leiden aus den Tiefen unserer Seele. Es ist wichtig, dass wir von Zeit zu Zeit gründlich ausmisten und den Ballast über Bord werfen. Auch hier ist es nötig, sich mit den inneren Anteilen auseinander zu setzen und zu schauen, welche seelischen Gewichte uns nicht gesunden lassen.

Möchtest du Sorgen und Ängste loswerden, so schreibe sie auf einen Zettel und übergib sie dem Feuer.

Es ist aber nicht nur der seelische Ballast gemeint, sondern auch der ganz naheliegende, der greifbare Unrat, der sich im Laufe der Zeit so ansammelt.

Befreie dich von den Dingen, die du nicht mehr benötigst.

Ich sammle über das Jahr hinweg oft Steine, Hölzer oder andere Materialien aus der Natur. Viele der Gaben bringe ich in der Zeit rund um Mabon zurück in die Natur.

Es finden sich bestimmt viele Gegenstände, die du nicht mehr benötigst. Eine schöne Geste ist es auch, sie an andere Menschen weiterzugeben. In unserem Hausflur wird immer die unterste Fensterablage genutzt, um Dinge anzubieten, die ein neues Zuhause suchen.

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Was machst du im Winter?

Einst gab es eine Zeit, da war das Jahr in Sommer und Winter eingeteilt. Die heiße Jahreszeit begann mit der Sommersonnenwende im Juni und der Winter setzte mit der Sonnenwende im Dezember ein. Die Tagundnachtgleichen liegen genau zwischen der Sommer- und Wintersonnenwende.

Du hast nun deine Gedanken sortiert, unnötigen Ballast abgeworfen und bist die Ruhe in Person. Nicht wahr? Da ist es doch an der Zeit, sich zu überlegen, wie du den kommende Winter nutzen möchtest. Manche Projekte, wie zum Beispiel das Schreiben eines Buches, sind einfach perfekt für die kalte Jahreszeit. Überlege schon jetzt, was du tun wirst, denn dann hast du genügend Zeit, um dich auf die besinnlichen Tage vorzubereiten.Pentagram

Sage einfach mal Danke

Die Ernte ist eingefahren. Zu keiner Zeit sind die Super- und Biomärkte praller mit regionalem Obst und Gemüse gefüllt. Es ist ein Fest einkaufen zu gehen. Wir leben in einer Zeit der Fülle. Was liegt da näher, als uns für all die Gaben zu bedanken?

Überlege dir, wofür du alles dankbar bist in deinem Leben. Welchen Personen möchtest du danken? Schreibe dir doch selbst einmal einen Dankesbrief. Bist du vielleicht dankbar für das Dach über deinem Kopf, so schenke deinem Zuhause etwas. Schmücke es zum Beispiel mit einem gemalten Bild, dass deine Dankbarkeit visuell ausdrückt.

Sei kreativ, es gibt viele Wege sich erkenntlich zu zeigen.

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Sei stolz auf dich

Wir kommen mit dem ersten Teil langsam zum Ende und wollen daher das Wichtigste nicht vergessen. Sei stolz auf dich! Du hast in diesem Jahr bereits viel geleistet, ausgehalten, erduldet und erkämpft. Es ist nicht immer leicht, durch das irdische Leben zu gehen. Es warten so manche Steine auf dem Weg, die es zu übersteigen gilt. Und wir klettern, wir kraxeln über jede einzelne Hürde. Lobe dich für all das, was du geschafft hast und das war, auch wenn es sich nicht immer danach anfühlt, gewiss nicht wenig.

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Zum Schluß frage dich

  • Wo dein Leben harmonischen Ausgleich gebrauchen kann?
  • Welche Geschenke hast du in den letzten Monaten bekommen?
  • Für was du dankbar bist?
  • Womit du dir selbst eine Freude bereiten kannst?
  • Was dir fehlt?
  • Kennst du all deine Wünsche?
  • Was gehen soll und was bleiben darf?

Diese Reise in den neuen Abschnitt des Jahresrades ist auch eine Reise in die Stille. Die Natur legt sich zur Ruhe und auch wir verspüren das Bedürfnis nach Rückzug. Nimm dir ganz bewusst Zeit für dich und erlaube es dir, die Stille in dir zu finden.

Yggdrasil der Weltenbaum

Magische Rituale für Mabon

Kommen wir zum zweiten Teil, den magischen Ritualen. Jetzt wenden wir uns der Mystik des Lebens zu und verbinden uns mit den energetischen Kräften der verschiedenen Welten.

Du kannst den Tag in einer größeren Gruppe verbringen, mit ganz wenigen Personen oder auch alleine. Mabon bietet sich im Allgemeinen für ein gemeinschaftliches Fest mit gemeinsamen Speisen und Tänzen an, aber ich bevorzuge auch eher die Ein- oder auch Zweisamkeit. Bist du auch lieber alleine unterwegs, dann kannst du den Tag mit einem Reinigungsbad beginnen. Zum Frühstück Speisen der Saison verzehren und dich anschließend zu einem längeren Spaziergang aufmachen. Gehe wachsamen Auges durch die Natur und erkenne ihre Gaben für dich. Gewiss wirst du heute reichlich beschenkt. Vielleicht findest du noch ein paar letzte Kräuter für den Winter oder kraftvolle Naturelemente wie Haselnüsse und Mistelzweige, wobei Letztere auch eng mit der zwölften Mondin verwebt sind.

Nutze den Tag und vielleicht magst du ja eines der folgenden Rituale für Mabon einbetten.

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Küchenzauber

Wer behauptet, dass ein gutes Essen nicht magisch ist, dem kann ich auch nicht helfen. Zur Herbst-Tagundnachtgleiche ist der Tisch gedeckt, dass sich die Platte biegt. Triff dich mit Freunden und kocht gemeinsam. Du kannst alles verwenden, was die saisonale Ernte hergibt. Wie wäre es mit einer leckeren Kürbissuppe?

Gut sind auch Kartoffel- und Getreideprodukte. Oder vielleicht doch lieber etwas Süßes? Ich empfehle euch gemeinsam Marmeladen einzukochen. Sucht euch die Beeren in der Natur: Hagebutten, Holunder, Vogelbeeren. Von den Vogelbeeren unterwegs nicht naschen, du darfst sie nur gekocht verspeisen, da sie ansonsten giftig sind. Holunderbeeren auch nur mit Vorsicht roh vertilgen. Kinder und Haustiere von der Frucht fern halten. Zu Marmelade verkocht, sind aber auch die Holunderbeeren kein Problem.

Also ran an die Kochtöpfe und zum Essen nicht den guten Wein vergessen, denn es ist auch die Zeit der Weinlese. Götter*innen und Elementarwesen lieben Wein.

Wie wäre es mit einem Picknick im Freien, dort lässt sich dann auch wunderbar ein Ritual für die Götter*innen abhalten. Packt selbst gebackenes Brot, Früchte, Nüsse, Samen und eure Marmelade in den Korb und speist gemeinsam unter offenem Himmel.

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Einen Altar aufbauen

An meinem Arbeitsplatz, der größtenteils im Freien ist, stehen Weißdorn, Schlehen, Ebereschen und Schwarzdorn. Auf dem Weg zur Arbeit finden sich Kastanien, Eicheln und vielerlei Kräuter. Im Innenhof unserer Wohnanlage sind Bucheckern verstreut, nicht weit entfernt liegen Haselnüsse auf dem Boden. Das Laub fällt allmählich farbenfroh von den Bäumen. Steine, Hölzer und eventuell Federn finden sich ebenfalls überall.

Aus all den Gaben der Natur lässt sich ein zauberhafter Altar für das Sonnenfest bauen. Nutze auch Efeu, Herbstblumen oder Weinlaub. Du findest alles was du brauchst, auch in der Stadt.Pentagram

Nutze die Kraft der Sonne

Die Tagundnachtgleichen sind Sonnenfeste und so ist auch dieses ein Fest der Sonne. Bade dich selbst im goldenen Herbstlicht, tanke all deine Fasern auf und lass die Strahlen in jede Zelle wandern.

Schenke aber auch deinen Ritualgegenständen, deinen Amuletten und Zauberdingen ein aufladendes Bad in der Sonne. Du kannst sie zuvor mit Wasser neutralisieren, wenn es nötig sein sollte.

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Zeit für Räucherungen

Du kannst die magische Zeit auch durch eine Räucherung unterstützen. Nutze dafür gerne Materialien aus dem Wald, wie Kiefern- oder Fichtenharz, Mistelzweige, Blätter und Früchte der Thujen, Holunder- und Wacholderbeeren oder die Wurzeln des Wermuts.

Du kannst auch Myrrhe, Sandelholz, Rosmarin oder Salbei verwenden.

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Das Orakel

Die Welt hält für einen Tag und eine Nacht den Atem an. Sie ist in Harmonie, in Balance. Die Pole sind ausgeglichen, die kosmischen Energien in der Waagerechten. Die Dualität ist ausgewogen. Die Kräfte der Ebenen im Einklang.

Diese Momente sind Übergänge zwischen den Zeiten und alle Zeiten, die aus dem Rahmen fallen, sind ideal für ein Orakel. Die Trennung der irdischen Welt von der Anderswelt ist aufgehoben, die Energien können leicht fließen und ihren Weg finden.

Die Schwelle zum Wissen der Ahnen*innen, der Elementarwesen, Göttinnen und Götter ist ebenerdig. Welches Hilfsmittel du auch immer für ein Orakel (Runen, Tarot, Kaffeesatz, …) nutzen möchtest, fühle dich frei, es in dieser besonderen Zeit zu nutzen. Frage, lausche und spüre, dann wirst du Antworten erhalten.

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Schutz-Zauber herstellen

Seit jeher ist es Brauch, in dieser Zeit Utensilien zum Schutz herzustellen. Das können Amulette sein, Zaubertränke, Kräutermischungen, Sigillen, Binderunen, eingewebte Schutzsymbole in Textilien, eiserne Hufeisen unter (Öffnung Richtung Tür) oder über (Öffnung nach oben) der Türschwelle oder was auch immer du nutzt, um dich zu schützen.

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Opfergaben an die Götter*innen

Es ist die Zeit des Dankes, vor allem auch des Dankes für die üppige Ernte. Den Göttinnen und Göttern wird Ehre erwiesen. Der letzte Teil der Ernte wird ihnen geopfert. Geschieht dies nicht, so droht Unglück.

Überlege, welche Geschenke du den Göttinnen und Göttern darbieten möchtest. Wie wäre mit Obst, Nüssen, Wein, Milch, Blumen, Brot, Honig, Kernen oder Beeren?

Möchtest du den Göttern unserer Ahnen danken, so hast du die Wahl zwischen Beyla, der Asen-Göttin der Bienen und des Honigs. Frigg (Percht(a), Frau Holle), die allwissende Asen-Göttin des Schicksals und die Göttin der wahren Liebe, der Ehe und Familie. Fulla, die Göttin der Fülle, der reichen Ernte und des Überflusses. Odin, dem obersten Asen-Gott der Magie, der Weisheit, des Sieges. Sif, die Asen-Göttin der Feldfrüchte und der reichen Ernte. Skadi, die Asen-Göttin der jagenden Frauen, des Schnees, Eises und Winters, Sinnbild weiblicher Stärke. Vidar, der zweitstärkste Asen-Gott der Natur und der stillen Kraft. Nerthus, die Wanen-Göttin der Erde, der Natur, der Ernte und Fruchtbarkeit der Felder.

Du kannst auch Götter anderer Länder wählen.

  • Gaya, die Mutter Erde
  • Demeter, Dana oder Ceres, Erd- und Fruchtbarkeitsgöttinn
  • Diana, Artemis oder Cybelle, Göttinnen der Jagd
  • Kronos oder Saturn, Götter des Ackerbaus
  • Mabon natürlich, das ‚göttliche Kind‘ und Sohn der Modron
  • Dionysos oder Bacchus, Götter des Weines

Vergiss nicht dich bei den Göttern auch für ihren Schutz zu bedanken. Sie haben dich das Jahr über begleitet und nun kannst du sie bitten auch in Zukunft an deiner Seite zu stehen.

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Binde einen Kranz

Du kannst einen Kranz aus Blumen und (Schutz)Kräutern binden. Webe beim Binden Schutzformeln in den Kranz. Das geht am einfachsten, indem du sie wie ein Mantra immer wieder flüsterst. Oft werden auch Göttinnen aus dem Korn des Feldes gebunden. Hänge den Kranz oder die gebundene Göttin im Eingangsbereich deines Heimes auf. Du kannst sie zur Tagundnachtgleiche im Frühjahr dem Feuer übergeben.

Alle Schutz Utensilien, die Heim und Familie bewachen, kannst du am Haus anbringen. Ist es dir möglich, so nutze auch den Dachstuhl als einen der höchsten Punkte des Heimes.

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Titelbild: freestocks.org auf Unsplash