Der Freitag ist der fünfte Tag der Woche. Wie auch die voran gegangenen Tage, lässt sich der Freitag auf einen der klassischen Planeten zurückführen, die Venus. Bei der Venus kommt mir als Erstes immer die Liebe in den Sinn, die Ästhetik in allen Dingen, die Schönheit und Anmut und auch die kreative Schöpferkraft – doch verschleiert steckt noch mehr dahinter.

Sie ist der Schwesternplanet unserer Erde. Die beiden Oberflächen ähneln einander sehr. Nach der dunklen Mondschwester ist die Venus das zweithellste Objekt am Nachthimmel. Gelbrote Wolken hüllen die Venus ein, ihre Energien sind heiß, nahezu kochend. Ihre Hügel, Täler, Berge und Vulkane sind nach mythischen Frauengestalten benannt. Wie der Mond hat auch die Venus Phasen, kann zunehmend, voll und abnehmend sein. Sie trägt also die Energien des Wandels, des Wechselbaren in sich. Ihr Element ist die Erde, ihr Metall das Kupfer, die Farbe ein strahlendes Grün. Ihre Wirkungen spüren wir ganz klar in der Welt unserer Gefühle: Liebe, Chaos, Sinnlichkeit, …

Venus im Vollmond mit Venusstern - achtzackigen Stern

Dies veneris – Der Tag der Liebesgöttin Venus

Die Venus ist das römische Pendant zur hellenischen Aphrodite und bei dieser möchte in in diesem Artikel verweilen. Wer darüber hinaus auch die Verbindung zur sumerischen Göttin Inanna sehen möchte, den verweise ich hiermit auf den Artikel zur rückläufigen Venus und dem Unterkapitel: Welches mythologische Urgestein verbirgt sich hinter der Venus?

Die mesopotamische Inanna wiederum ist ein Aspekt der Astarte, welcher wir gleich noch einmal begegnen. Viele Namen, eine Göttin – aber das nur am Rande, um an dieser Stelle nicht noch mehr zu verwirren.

Kommen wir also zu Aphrodite, der quasi direkten Vorgängerin der Venus. Wie viele (alle ?) Göttinnen ist auch Aphrodite eine Dreiheit (Stichwort Trinität) aus beispielsweise: Jungfrau – Mutter – altes Weib → was nur eine Ausdrucksform von vielen ist.

Einst wurde Aphrodite als älteste Moira verehrt. Die Moiren sind die Schicksalsgöttinnen, wie auch die Parzen oder die Nornen. Es tauchen immer und überall die selben Prinzipien auf. Jedenfalls hieß es, diese Moira sei älter als die Zeit. Im Bereich des heutigen Syriens war sie die Dea Syria, bekannt auch als Astara (Aschera …). Für sie errichteten die Phönizier einst einen Tempel, den Tempel der Astarte. Von diesem Tempel heißt es, er sei der älteste Tempel der Welt.

Astarte / Aphrodite gilt auch als Mutter des Aineias, der Stammvater der Römer. Unter ihrem anderen, römischen Namen Venus wird sie als Mutter der Venetier genannt, mit deren späteren Hauptstadt Venedig.

Paphos auf der Insel Zypern gilt als Hauptsitz der Göttin Aphrodite. Dort treffen wir auch wieder auf das Kupfer, denn diese Insel wurde nach ihren Kupferminen benannt. Die Menschen nannten sie dort auch die Zyperische, die Paphische. Ihr Tempel auf Zypern, der Tempel der Aphrodite wurde später in ein Heiligtum der Jungfrau Maria gewandelt, aber noch heute wird sie dort weiterhin Panhagia Aphroditessa genannt, die Allerheilige Aphrodite.

Die zyprische Göttin Aphrodite beherrschte das Wechselspiel von Geburt, Leben, Tod, Zeit und Schicksal, welches sehr sinnlich und sexuell geprägt war. Vielleicht resultiert daraus im Zuge des Christentums die Vorstellung, dass das Volk Zyperns direkt von den Dämonen abstammt, da alles sexuelle verteufelt wurde.

Halten wir an dieser Stelle fest: Aphrodite war weitaus mehr als eine Göttin der Liebe. Sie ist eine Göttin des Schicksals, eine Göttin der Geburt, des Lebens, der Ehe, der Sexualität, der Jagd, des Todes, und so weiter. In diesen Aspekten wird sie auch mit Isis gleichgesetzt, die ägyptische Göttin des Lebens und des Todes. Schauen wir noch einmal zum Stammesvater der Römer, zu Aineias: Er kam nicht jungfräulich gezeugt zur Welt, der Gegenpart des Zeugungsaktes war Anchisis, was soviel bedeutet wie Liebhaber der Isis.

Ich hoffe, ich verwirre nicht mehr, als das ich zusammenfüge. Reisen wir noch einmal ganz in die südliche Ägäis. Dort gab es die antike Stadt Aphrodisias, welche klar den Namen Aphrodite in sich trägt und (aber) der Göttin Ištar / Ishtar geweiht ist, wo wir wieder bei ihrem sumerischen Namen Inanna landen. In dieser Stadt wurde die Göttin, welchen Namen wir ihr auch immer geben wollen, als Göttin des Handwerks, der Bildung, der Künste und Weisheit verehrt.

Die Göttin steckt jedoch nicht nur im Freitag, sondern auch im Monat April, der im lateinischen Aphrilis genannt wird. Eine Theorie besagt, dass der April auf aperire zurückgeht, was „sich öffnen“ bedeutet und damit gemeint ist, dass nun die Natur sich wieder dem Leben öffnet, der Frühling beginnt. Möglich ist es. Es ist aber auch so, dass der antike Kalender des Romulus den April den Monat der Venus nennt.

So, ich hoffe, ich habe dir keinen Knoten im Kopf gebunden. Halten wir fest: Die Göttin hat viele Namen und viele Gesichter und sie ist weitaus mehr, als eine Göttin der Liebe, sondern reiht sich nahtlos in die göttliche Urmacht ein, die alles in sich birgt, wie die Geburt, das Leben, den Tod und auch die Wiedergeburt.

Da wir hier aber stark an die Nordische Mythologie angebunden sind, bringe ich noch zwei weitere Namen ins Spiel: Freyja und Frigg. Auch hier lässt es sich nicht auf eine Göttin herunter brechen.

Im Althochdeutsch war der Freitag einst der Friatag, ein anderer früherer Name ist Frijatag. Frija ist ein anderer Name der Göttin Frigg, der Frau des Odins. Aus unserem Verständnis heraus, die Venus als Liebesgöttin zu sehen, wäre sie eher bei der Göttin Freyja zu verorten. Das ist nicht verkehrt, die Zuordnung zur Frigg ist aber genauso berechtigt. Wie die Venus als Venus Genetrix, als Stammesmutter geehrt wird, ist diese Rolle im nordischen Raum der Frigg zugeordnet. Du kannst am Freitag mit beiden Göttinnen arbeiten und sie auch gezielt einsetzen, je nachdem, was du erreichen möchtest.

Erstens

Der Freitag ist der Göttin Venus geweiht – in der nordischen Mythologie eng mit der Göttin Freyja und auch der Frigg verknüpft.

Freyja Göttin der Nordischen Mythologie

Frigg versus Freyja

Frigg wird nicht selten mit Freyja verwechselt oder auch anders herum. Frigg ist die oberste Göttin der Asen, Freyja die oberste Göttin der Wanen, dem älteren Göttergeschlecht. Wir können beide als Archetypen der Muttergöttin sehen, jedoch mit unterschiedlichen Energien.

Freyja ist die Wilde, die Verführerin. Sie kann gefährlich sein, aber auch liebreizend und sinnlich. Ihr Wesen ist leidenschaftlich, sexuell geprägt und sie ist eine Meisterin der Zauberei. Frigg ist (zumeist) im Vergleich zur Freyja eher häuslich und sittsam, mütterlicher. Aus dieser Rolle tritt sie aber einmal jährlich komplett aus und lässt quasi die Puppen tanzen, wenn sie mit Odin die Wilde Jagd anführt und ihre Peitsche schwingt – nun ja, wehe wenn sie losgelassen.

Was bedeutet das für dein magisches Wirken?

Die Energie des Freitags wird von einer der Göttinnen getragen und ist in ihrer Grundenergie weiblich. Sie ist mit der Liebe, der Sinnlichkeit, der Kreativität, der Fruchtbarkeit und auch mit dem Wandel / Zyklus des Lebens verbunden – Geburt, Leben, Tod. Du kannst an einem Freitag stets mit der göttlichen Urkraft arbeiten und das in jede Richtung – egal ob sittsam und schützend auf die Familie bezogen (Frigg) oder in dunklen, wilderen Gefilden.

Zweitens

Die Energie des Freitags ist weiblich geprägt …

und

 

Drittens

Sie steht für alles Ur-Weibliche, Geburt, Leben, Tod, Wandel, Fruchtbarkeit, Wachstum, Behüten, Nähren, die Kundalini-Kraft, die Liebe, die Lust, die Leidenschaft … usw.

Runen Futhark

Möchtest du an einem Freitag die Kraft der Runen nutzen, so hast du da verschiedene Möglichkeiten, die wichtigsten zähle ich dir gerne auf.


Berkana

Rune Berkana - Mutter der Erde

Berkana ist die hütende Kraft der Mutter Erde – DIE Rune der großen Göttin – egal in welcher Rolle sie uns ihr Gesicht zeigt. Du kannst sie beispielsweise mit Frigg und auch mit Freyja verbinden. Da sie die Kraft der Mutter Erde in sich trägt und auch der Freitag erdige Kräfte in sich birgt, wird sie dir gute Dienste leisten.

… Berkana ist die Hüterin der weiblichen Erdkraft …


Perthro

Rune Perthro – Kessel

Die Rune Perthro macht Sinn, wenn du mit tiefen Geheimnisse in Verbindung treten willst. Sie wirkt wie eine Art Kessel, der gefüllt ist mit unendlichem Wissen. Wie all die darin verborgenen Geheimnisse, ist auch die Rune selbst hinter einem tiefen Schleier nur schemenhaft zu erkennen, ein eigenes Mysterium – Geheimnis. Möchtest du deine eigene Schöpferkraft gebären, dann nutze gerne ihre Energie.

… Perthro dringt in tiefe Geheimnisse vor …


Naudhiz

Rune Naudhiz

Bleiben wir mit der Rune Naudhiz in der Welt der Geheimnisse, denn sie ist die Schicksalsrune. Die Frigg spinnt die Schicksalsfäden, die drei Nornen verweben sie. Wie im obigen Text wird Aphrodite auch als älteste Moira gesehen, die Schicksalsgöttinnen der griechischen Mythologie.

Mit ihrer Kraft kannst du weben, auch Dinge ordnen. Sie hilft auch deine magischen Fähigkeiten zu stärken und dir den Pfad deines eigenen Schicksals zu zeigen.

… Naudhiz ist eng mit dem Schicksal verbunden …


Laguz

Rune Laguz - Ur-Wasser

Die Rune Laguz geht in eine andere Richtung, tief in die Quellen hinein, in das Ur-Meer. Viele Göttinnen sind eng mit der Kraft der Quellen verbunden, sei es nun eine Frau Holle oder auch eine Frigg, die ja dem Schaum des Meeres entstiegen ist. Der Wohnort der Frigg liegt im Wasser, in einem Sumpf.

Mit ihrer Kraft, kannst du deine Kräfte zum Fließen bringen. Du kannst sie in deine Träume einbinden, um sie besser zu verstehen und deuten zu können. Du kannst in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen und die Ebenen deiner Intuition vertiefen.

… Laguz hilft dir, es einfach fließen zu lassen …

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Der Freitag und das Kupfer

Das aes cyprium ist das Erz der Insel Zypern, das Kupfer. Es hat eine lösende Wirkung, wenn du zu starr in etwas verstrickt bist, zu krampfhaft an etwas festhältst. Du kannst es in deiner magischen Arbeit überall einsetzen, wo etwas entkrampft werden soll. Es bringt alles leichter in den Fluss. Hier bietet sich eine Kombination mit Laguz an.

Kupfer hilft dir die Energien zu lenken, aber auch zu erhöhen. Um einen Heilstein gewickelter Kupferdraht zum Beispiel, kann dessen Schwingungen verstärken.

Pentagramm

 

Achte stets auf die Phasen des Mondes

Achte bei deinem magischen Wirken gerne auf die Phasen des Mondes, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Ich habe es ausführlich im Artikel zu der Magie am Montag beschrieben, so dass ich es hier nicht im Detail wiederholen möchte.

An dieser Stelle nur noch einmal kurz: Im Grunde gibt es nur zwei Mondphasen, die Phase des zunehmenden und des abnehmenden Mondes. Es gibt auch den Moment des Neu- und Vollmondes, welcher aber viel zu kurz ist, um genau in dieser Zeit rituell wirken zu können. In einem Moment noch in der Energie der vollen Mondin, im anderen bereits abnehmend.

So ist das Vollmondritual ein Ritual des zunehmenden Mondes, ganz nah am Vollmond angesiedelt.

Vollmond Symbol

Vollmondritual

Pfeil nach unten

 

ist ein Ritual des zunehmenden Mondes

findet nach Aufgang des Mondes statt

ist entweder am Abend vor dem eigentlichen Vollmond oder am Abend des Vollmondes, solange der Mond nicht komplett voll ist

Vollmond Symbol

Rituale des zunehmenden Mondes tragen zunehmende Kräfte in sich, sind also für alles geeignet, was du stärken und festigen möchtest. An einem Freitag könnte dies ein Ritual zur Stärkung der Selbstliebe sein.

Je näher wir dabei dem Vollmond kommen, desto stärker werden die zunehmenden Kräfte.

Hexe Mond Magie Montag

Neumondritual

Pfeil nach unten

Ritual des abnehmenden Mondes

nach Mondaufgang

am Abend vor dem Neumond oder am Abend des Neumondes, wenn genügend Zeit für das Ritual bleibt

Hexe Mond Magie Montag

Rituale des abnehmenden Mondes tragen abnehmende Kräfte in sich, sind also für alles geeignet, was du schwächen und loswerden möchtest. Bleiben wir bei der Selbstliebe, so kannst du mit dieser Energie allem entgegen wirken, was dich in dieser Hinsicht schwächt, zum Beispiel ein Ritual zur Auflösung alter, destruktiver Muster.

Je näher wir dem Neumond kommen, desto stärker werden die abnehmenden Kräfte.

Viertens

Achte bei deinen Ritualen auf die genaue Mondphase

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Zaubern an einem Freitag – Anregungen

Der Freitag trägt die Ur-Energie des Weiblichen in sich. Du kannst an diesem Tag in allen magischen Feldern wirken, die diese Kräfte berühren. Es beschränkt sich nicht auf Liebeszauber oder Zauber zur Fruchtbarkeit.

Du kannst die Energie für deinen inneren Wandel nutzen. Das alles gilt übrigens für Frauen und Männer. Wir tragen beide Kräfte in uns. Nutze den Freitag gerne, wenn du etwas nähren oder behüten möchtest. Du kannst Dinge auf den Weg bringen, gebären.

Der Freitag eignet sich auch, um sich mit dem eigenen Schicksal auseinander zu setzen, der eigenen Herkunft oder auch dem Fluss des eigenen Lebens. Er birgt eine starke Anbindung an die Urkraft von Mutter Erde in sich.

Mit seiner Energie kannst du nicht nur Neues gebären, sondern auch vermehren und verstärken, was schon da ist. Zum abnehmenden Mond kannst du Altes loslassen und dich wandelnd erneuern.

Dieser Tag berührt auch all das Sinnliche, Sexuelle in uns. Er fördert unsere Kreativität und das Bewusstsein für Ästhetik. Ein guter Tag für Tantra-Energie oder auch die Kundalini Kraft.vollmond in den Fischen

Magie am Freitag – Zusammenfassung

Du kannst dir zum Abschluss noch einmal die wichtigsten Punkte notieren.

Der Freitag ist eng mit dem Planeten Venus verbunden.

Pfeil nach unten

Die Energie des Tages ist stark weiblich ausgerichtet.

So wirken Rituale, die auf der weiblichen Urkraft basieren, an diesem Tag besonders gut.

Pfeil nach unten

Da die Energie in Wellen verläuft, solltest du immer darauf achten, ob die lunaren Energien gerade abnehmend oder zunehmend sind. Das erkennst du, wenn du auf die jeweilige Phase des Mondes schaust.

Pfeil nach unten

Alles zwischen Neumond und Vollmond ist zunehmend.

Je stärker es Richtung Vollmond geht, desto stärker die zunehmende Kraft.

Pfeil nach unten

Alles zwischen Vollmond und Neumond ist abnehmend.

Je stärker es Richtung Neumond geht, desto stärker die abnehmende Kraft.

Pfeil nach unten

Die Farbe des Freitags ist grün, teils auch rosa.

Das zugeordnete (Übergangs-)Metall ist Kupfer.

Er trägt die Kraft der Erde in sich, aber auch des Wassers, der Urquelle.

Du kannst die Rune Berkana als Hüterin der weiblichen Erdkraft nutzen.

Die Rune Laguz hilft dir, wenn du etwas ins Fließen bringen möchtest.

Perthro ist die Rune, die hervorbringt, was hinter Schleiern verborgen liegt.

Naudhiz berührt das Schicksal und was damit in Verbindung steht.

Pfeil nach unten

Der Freitag eignet sich für alle Rituale, die weit in den weiblichen, spirituellen Raum hineinreichen. Er ist gut für Liebeszauber geeignet, geht aber weit darüber hinaus. Nutze den Freitag zur Vermehrung, zum Hüten, zum Nähren, um hinter Schleier zu schauen und Geheimnisse zu entdecken, um etwas auf die Welt zu bringen, zu gebären. Er ist ein Tag der Sinnlichkeit, der Kreativität, der Erotik – aber auch der Geburt, des Lebens und selbst des Todes.

Planet Venus Symbol

Mögen all deine Freitags-Zauber gelingen.