Zum letzten Neumond im kalendarischen Jahreszyklus tauchen wir tief in spirituelle Welten ein. Wir sind mitten in der Dunkelzeit angekommen. Die Dunkelnächte, auch Sperrnächte genannt, bereiten uns auf die Magie der Rauhnächte vor. Noch neun Tage, bis die Sonne sich aus dem hütenden Schoß von Mutter Erde neu erhebt. Nur noch neun Tage, bis ganz langsam das Licht wieder an Kraft gewinnt, jeden Tag ein wenig länger die Sonne scheint, die Nächte kürzer werden – bis die Welt zu Ostara wieder in Balance ist. Es ist eine Zeit, in der wir daran erinnert werden, dass in der Stille der Nacht ein leuchtender Diamant verborgen ist – die Heilung unserer Wunden.

Der Schnee kam früh in diesem Jahr, wie zu Kindertagen. Unter zauberhaftem Weiß lag Mutter Erde verborgen. Schneekristalle glitzerten im Sonnenlicht wie funkelnde Kristalle. Von den hohen Tannen wehte der Schnee in Spiralen über das Tal, in dem ich lebe. Was für eine Zauberwelt. Diese Magie dürfen wir nun in unseren Herzen finden. Dieser Neumond hilft, der eigenen Seele näher zu kommen, den eigenen Pfad zu beschreiten. Lassen wir uns fallen, ganz sanft – wie Schnee auf die behütende Erde, in deren Bauch die Samen schlummern. Funkeln wir im Sonnenlicht. Steigen wir in Spiralen auf und fliegen wir durch unser Leben. Dieses irdische Leben ist jetzt – in diesem Augenblick. Leben wir, spüren und fühlen wir.

Mondphasen

NEUMOND in SCHÜTZE

SONNE in SCHÜTZE

13. Dezember 2023

00:32:00 MEZ / Berlin

Triple Moon

So stehen die Planeten zum Neumond

Der Neumond erwacht mitten in der Nacht, um 00:32 Uhr, wenn die Welt noch schläft. Sonne und Mond verschmelzen in der Kraft des Schützen, im 21. kosmischen Grad. Begleitet werden sie von der explosiven Power des Planeten Mars. Die schwarze Mondin und die Sonne stehen im Quadrat zu Neptun, der die Fische durchzieht. Dieser Aspekt durchtränkt die Erde mit spirituellen Energien. Der Quinkunx von Sonne und Mond zu Uranus im Stier schenkt uns befreiende Kräfte. Zu den heilenden Feldern des Chirons stehen Sonne und Mond im Dreieck.

Tierkreiszeichen Schütze

Der letzte Tanz der schwarzen Mondin 2023

Alle 29,53 Tage bittet die Mondin in ihrem nacht-farbenen Kleid zum Tanz. Schwarz ist ihr Gewand. Schwarz ist keine Farbe, es ist ein optischer Effekt, der dadurch entsteht, dass keinerlei Licht enthalten ist. Es ist eine Sinnesempfindung, die wir als Farbe wahrnehmen. Kein Licht wird zurückgestrahlt. Es ist, als wäre alles auf Null gesetzt – wie eben zum Beginn einer Mondphase. Ein Zyklus endet, ein neuer beginnt. Das Licht nimmt stetig zu, bis zum Höhepunkt am 27. Dezember, wenn ein Rauhnachts-Vollmond erwacht.

Aus Sicht der Hexenwelt ist es der zweite Neumond im Jahreskreis, da dieser sich mit der Nacht von Samhain vollendet. Beide Neumonde, der erste und der zweite, fallen auf einen Dreizehnten. Die Dreizehn ist die Karte des Todes im Tarot. La vie de la danse macabre – Leben des Totentanzes. Wer mit dem Tode tanzt, der lebt kraftvoll. Der Tod ist niemals einfach nur ein Ende, er ist zugleich ein Anfang. Schließt sich eine Tür, so öffnen sich neue Räume. In unserem Leben stirbt jeden Moment etwas. Mal sind es Überzeugungen, mal Werte, überholte Ideen und Konzepte. Am Tag stirbt in jedem Moment das Licht, in der Nacht in jedem Moment die Dunkelheit – aber alles erwacht neu. Immer wieder. Der Tod schafft Platz für Neues. So erinnert uns sie schwarze Mondin zum Beginn von jedem neuen Zyklus, dass sich alles wandelt. Sie erinnert uns, dass wir in einer Welt voller Möglichkeiten leben, aus denen wir jederzeit schöpfen können. Sie erinnert uns, dass wir selbst sterben lassen können, was uns nicht mehr dient, um das Licht einzuladen, um Raum zu schaffen.

Dies nun ist ihr letzter Tanz für 2023 – ein Jahr voller Wandlungen, zumindest in meiner Welt. Es ist so viel geschehen. Vielleicht ja auch bei dir. Der Neumond fällt in die fünfte Sperr- oder Dunkelnacht, also fast in deren Mitte. In dieser Zeit können wir uns in die vergangenen Monate fallen lassen. Was ist in diesem Jahr alles geschehen? Vielleicht richten wir unser Augenmerk dabei einmal besonders auf den fünften Monat des Jahres, den Mai. In diesem Monat reiste ich durch Schweden. Ein so wichtiger Abschnitt in diesem Jahr, in dem viele meiner früheren Entscheidungen überdacht wurden, ich mich neu ausgerichtet habe und ganz klar wusste, was ich wirklich nicht mehr möchte. Allerdings wusste ich noch nicht so recht, was ich eigentlich möchte. Diese Antworten brachten die Monate danach. Wie gesagt, ein sehr ereignisreiches Jahr. Wie war deines? Was geschah vielleicht im Mai? Was endete und welche Räume öffneten sich stattdessen?

Tierkreiszeichen Schütze

Sonne, Mond, Mars, Neptun und Uranus

Im 21. Grad treffen sich Sonne und Mond. Sie stehen dabei im dritten Haus, ein kosmischer Raum der Kommunikation. Auch Mars, mit dem sie eng verbunden sind, steht im dritten Haus. Mit der Energie dieses Hauses dürfen wir unsere eigene Kommunikation hinterfragen. Wie gehe ich mit anderen Menschen um, welche Worte nutze ich? Es hilft aber auch, Informationen zu verstehen, die zu uns kommen.

Wandelt der Mond in dieser kosmischen Ebene, so sind wir in der Lage, uns auszudrücken. Wir schaffen es leichter, uns mit anderen Menschen und Wesen zu verbinden, egal aus welchen Welten sie stammen. Wir sind ganz weich und fließend in unserem Sein, mitfühlend und offen.

Die Sonnenkraft im dritten Haus schenkt uns ihre strahlende Energie, die wir nach Außen tragen. Hast du etwas wichtig zu sagen, so sage es jetzt. Es wird gehört werden. Nicht nur die kommunikative Kraft ist stark, ebenso kann die Energie auf sexueller Ebene genutzt werden, um in andere Sphähren einzutauchen.

Mars ist eine Kämpfernatur. Seine Energie, gepaart mit der Energie des dritten Hauses, schenkt uns Durchsetzungskraft. Eine gute Zeit, um deine eigenen Entscheidungen auf den Weg zu bringen. Es mangelt weder an Mut noch an Entschlossenheit.

Zudem haben Sonne, Mond und Mars quasi Schützenhilfe im Rücken. Diese Kraft des Schützen ist schöpferisch. Sie ist feurig, neugierig, weckt unsere Visionen und hilft uns, sie im Fokus zu behalten. Wir können neue Einsichten gewinnen, von höheren Quellen speisen.

Sind wir mutig und nehmen wir die Einladung des Universums an, so können wir über unsere eigenen Grenzen hinauswachsen. Das Leben ist eine Reise zu uns selbst. Ein Schütze ist nichts ohne seinen Pfeil. Stetig bemüht, den Fokus zu halten, konzentriert er sich auf das Ziel. Was ist dein Ziel auf dieser Lebensreise, in dieser Inkarnation? Finde deinen eigenen Fokus, entwerfe deine eigene Vision. Was möchtest du erreichen? Und sei bloß nicht bescheiden, denke so groß, wie du nur kannst. Schreibe all deine Träume auf und gehe Schritt für Schritt voran, um sie wahr werden zu lassen.

Dieser Neumond ist ein Geschenk, welches du annehmen kannst. Nimm dir Zeit, fühle in dich hinein. Spüre, wo ein lautes „Ja“ in dir zu hören, zu spüren ist und an welchen Stellen ein „Nein“ dir deinen Lebensatem abschnürt. Betäube dich nicht mit medialen Verwirrungen. Schalte vielleicht ja mal alles ab. Sei bei dir. Nutze die Nacht und weite deine Räume – finde deine Vision. Nutze den Tag, um mit anderen Menschen in Verbindung zu treten. Vielleicht gibt es noch Dinge zu bereinigen, liegen irgendwo noch Wunden offen? Halte dein Ego aus dieser Rechnung heraus, deinen Stolz – er trennt uns Menschen voneinander. Es ist keine Schande, den ersten Schritt zu wagen, kein Versagen. Es ist wahre Größe und sollte eine Eigenschaft sein, die uns Menschen ausmacht. Überlege also gut, was dir wirklich wichtig ist. Und gibt es irgendetwas und irgendjemanden, was oder der dir wichtig ist, so handle. Bewege die Welt, deine Welt und so auch die Welt der Anderen.

Das Quadrat von Sonne und Mond zu Neptun öffnet den spirituellen Raum, vor allem zur feinstofflichen Welt. Das Nicht-Sichtbare manifestiert sich und ist zum Greifen nah. Wir erkennen, dass wir nicht alleine sind auf diesem Planeten, in diesem Multiversum. Wir sehnen uns nach tiefen Verbindungen, irdischen wie nicht irdischen. Die spirituellen Kräfte wirken stark auf uns ein. So ist es möglich, dass dies manche Menschen verwirrt, weil nichts so am rechten Platz erscheint. Alles verrutscht ein wenig, steht neben den eigentlichen Räumen. Nimm es einfach an, falls es dich verunsichert. Vertraue darauf, dass alles in Ordnung ist – mit dir und der Welt um dich herum.

Nun, dann bleibt noch der Quinkunx zu Uranus im Stier. Mit Hilfe dieser Energie lockern sich innere Blockaden, vielleicht lösen sich sogar einige Knoten, die wir einst selbst knüpften, um nichts von uns zu verlieren. Aber sie haben uns eingeengt, vom großen Seelenplan abgeschnürt. Diese selbst geknüpften Fesseln dürfen fallen, sie sind eh nur eine Illusion, denn immer und zu jeder Sekunde bist du ein freier Mensch mit einem freien Willen. Nutze dies.

Zum Abschluss noch ein Gedicht zur Einstimmung auf die baldige Modraniht, die Nacht der Mütter – die Wintersonnenwende.

Die Stimme der Königin

Ich bin die Stille, die ihr Flüstern erhebt,

lebe seit Anbeginn der Zeit.

Ich bin verborgen im Fließen der Flüsse,

ruhend in des Meeres Tropfen,

schwebend in Nebelschwaden.

Ich bin die Gebärende des Lichtes.

Tanze im Flackern des Feuers,

ruhe im Sand der Erde.

Bin der Atem des Lebens,

die Stille des Seins.

Ich bin der Gedanke in Deinem Herzen,

bin weder Schmerz noch Glück

und doch alles in Allem.

Geboren vor dem Licht,

in der Vollkommenheit der Finsternis.

bin ich das Sichtbare im Unsichtbaren,

das Unsichtbare im Offensichtlichen,

Teil eines jeden Tropfen Blutes hier auf Erden.

Ich lebe in Euch, wie auch ihr in mir geborgen seid.

Ich erwecke die Schlafenden.

bin hütende Mutter Deiner Träume.

Ich wache, wenn ich schlafe.

ruhe in allem, wenn ich wache.

Ich kenne alle Geheimnisse,

lehre sie, trage sie in Eure Herzen.

Es ist die Zeit der Mutter,

Die Zeit, in der das Licht durch ihren Schoß

In das Leben fließt.

Heute ist meine Nacht, die Mōdraniht.

Die Nacht, in der das Licht durch meinen Schoß

In das Leben fließt.

Triple Moon