Ach herrje, so wird das nichts!

Immer wenn ich einen Artikel plane, informiere ich mich zuvor in den Print- und digitalen Medien.

Ich habe das Wort „Selbstzweifel“ bei Google eingegeben und folgende Schlagzeilen sprangen mir entgegen:

Selbstzweifel – Der Schlüssel für Misserfolg

Selbstzweifel sind die Saat für Misserfolg

Mir war sofort klar: So wird das nichts!

Das ist nicht meine Herangehensweise an ein Thema. Das negative in den Mittelpunkt stellen, den Menschen gleich noch ein wenig kleiner machen, als er sich eh schon fühlt und ihm letztendlich nebenbei noch mit auf den Weg geben, dass nur erfolgreiche Menschen etwas taugen.

Dieses Denken zerstört unsere Seelen.

Beginnen wir positiv: Thomas Alva Edison – Der Erfinder unter den Erfindern

Es kursieren viele Gerüchte um die Kindheit von Thomas Alva Edison (1847-1931). Dieses hier gefällt mir besonders gut:

Eines Tages kam der kleine Edison mit einem Brief des Lehrers an die Mutter nach Hause. Mit Tränen in den Augen las die Mutter ihrem Sohn den Inhalt des Briefes laut vor: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule ist zu klein für ihn und wir haben keine Lehrer, die gut genug sind, ihn zu unterrichten. Bitte übernehmen Sie das selbst.“ 

Thomas Alva Edison, inzwischen der größte Erfinder des damaligen Jahrhunderts, fand nach dem Tod seiner Mutter einen zusammengefalteten Zettel zwischen anderen Unterlagen. Auf ihm stand geschrieben: „Ihr Sohn ist geistig behindert, wir wollen ihn nicht länger in unserer Schule haben.“

Edison soll stundenlang geweint haben und hat letztendlich in seinem Tagebuch vermerkt: „Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts.

Ob es sich genau so abgespielt hat ist unklar. Sicher ist jedoch, dass Edison von der Schule abgelehnt wurde, weil er zurückgeblieben sei und seine Mutter ihn daraufhin selbst unterrichtete.

Wie anders wäre wohl sein Weg verlaufen, wenn die Mutter nicht an ihren Sohn geglaubt hätte und sie zu allem Übel die Meinung der Lehrer noch auf ihr Kind übertragen hätte?

Der Glaube anderer Menschen an uns ist insbesondere in unserer Kindheit so immens wichtig. Aber auch in unserem eigenen festen Glauben an uns selbst steckt eine unglaubliche Energie.

In sechs Schritten zu einem starken Glauben an uns selbst

Erster Schritt: Wertungsfreies Betrachten

Wir kennen es alle: Eine kleine innere Stimme flüstert uns zu: „Das ist nicht gut genug.“, „Ich hätte es besser machen müssen.“

Unser innerer Kritiker kennt keine Gnade. Er haut uns alles rücksichtslos um die „Ohren“. Die Stimme in uns weiß es besser, sie macht uns Dinge mies, sie mäkelt herum und sie hat ständig irgendwelche Bedenken. Sie ist entmutigend und ziemlich unreflektiert.

Die innere Stimme wirft das Scheinwerferlicht an und stellt uns immer voller Tücke in ein schlechtes Licht. Sie weiß es nicht besser, denn sie hört auf andere Menschen in unserem Umfeld. Sie nährt sich nicht von dem Glauben an uns, sie zerrt von den Zweifeln, den Bedenken, den Ängsten und Sorgen.

Wir können uns gegen sie wehren, aber sie ist auch ein Teil von uns. Teile in uns, die wir ablehnen melden sich oft mit einem riesigen Lärm zurück.

Wir sollten in einem ersten Schritt diese innere Stimme, unsere Selbstzweifel annehmen lernen. Wir müssen sie nicht gleich mit offenen Armen empfangen, aber wir müssen sie akzeptieren.

Sie ist da, sie möchte gehört werden und in manchen Situationen bietet sie uns sogar Schutz.

Versuche deine innere Stimme als neutrales Wesen wahrzunehmen. Sehe deine Selbstzweifel als einen Teil von dir. Versuche diesen Teil nicht zu werten: Er ist weder gut noch schlecht.

Wehre dich nicht gegen deine Selbstzweifel, aber halte dich auch nicht unnötig mit ihnen auf. Lasse sie kommen und gehen und halte dich nicht in Gedanken an ihnen fest.

Du könntest deinen Selbstzweifeln, deiner inneren Stimme einen Namen geben. Damit gibst du deinen Selbstzweifeln ein Gesicht und kannst dich besser mit ihnen beschäftigen als mit einem undefinierten Etwas. Der Hamburger Psychologie und Coach Tom Diesbrock verlieh seiner inneren Stimme den Namen Hermann und er sagt: „Damit gibt man der Stimme ein Gesicht und kann sie als Sparringpartner sehen. Wichtig ist dabei, dass wir das Zepter in der Hand halten – und nicht Hermann.“

 

Zweiter Schritt: Erkenne das Muster deiner Selbstzweifel

Schauen wir uns doch nun einmal etwas genauer an, was Hermann eigentlich so treibt.

Es ist wichtig, dass du dich beobachtest. Mit einer Art Tagebuch gelingt das am Besten. Tom Diesbrock nennt es Hermann-Tagebuch. „Darin schreibt man dann mal ganz detailliert auf, was Hermann eigentlich sagt und kritisiert“, so Diebrock.

Dies ist wichtig für die korrekte Wahrnehmung deiner Selbst. Du bist jetzt dein eigener Geheimagent 007 und hast deinen Hermann ganz genau im Blick. Was sagen deine Selbstzweifel, wann sagen sie etwas, in welcher Situation. Notiere dir einfach alles was dir auffällt und erkenne so das Muster, dass hinter deinen Selbstzweifeln steckt.

Schaue auch, welche Emotionen in dir dadurch ausgelöst werden. Taucht Hermann auf, so gehe hinein in dieses Gefühl, welches er in dir hervor ruft. Gehe mit all deiner Liebe in dieses Gefühl hinein. Empfinde es so intensiv wie du nur kannst und verkraftest.

Bei vielen Menschen drängt sich auch immer wieder der selbe Satz nach vorne, zum Beispiel: „Ich kann das nicht …“ Immer wieder Ich kann das nicht: Ein einziger Satz, der ein ganzes Leben mit eisenhartem Griff umklammern kann.

Finde diese Sätze, finde die Zweifel und konkretisiere sie so gut es dir möglich ist.

 

Dritter Schritt: Erkenne die Quelle deiner Selbstzweifel

„Dieser innere Kritiker gehört zu unserer Persönlichkeit, hat die Psyche eines kleinen Kindes, das große Ängste hat und schon sehr früh in unserem Leben entstanden ist.“, sagt Tom Diesbrock.

Gehe zurück in deinem Lebenslauf. Richte deinen Blick in die Vergangenheit und finde die Quelle deiner Selbstzweifel.

Wer hat Sätze wie diesen immer wieder gesagt: „Du kannst das nicht!“ ? Bohre in deiner Vergangenheit und finde die Ursache. Das wird vermutlich weh tun, aber es ist wichtig. Sei mutig und horche tief in dich hinein.

Übrigens liegt die Ursache nicht immer in den Sätzen, die einem gesagt wurden. Oft liegen die Ursachen auch in den Sätzen, die nicht gesagt wurden. Selbstzweifel nähren sich auch von Unausgesprochenem. Davon nie Anerkennung erhalten zu haben, nie gelobt oder bewundert worden zu sein. Wurdest du gelobt, anerkannt, bestärkt und bewundert? Finde es heraus und behalte es im Blick.

 

Vierter Schritt: Verletzungen anerkennen und sich liebevoll um sie kümmern

Jetzt geht es darum dich selbst in der jeweiligen Lebensphase abzuholen. Du hast herausgefunden wer dir das angetan hat und wann das war. Es wird Zeit diese Wunden zu schließen. Vielleicht bist du in deine Kindheit gereist, da deine Eltern dir nicht genug Selbstbewusstsein mit auf deinen Weg gegeben haben oder dich vielleicht sogar immer wieder zusätzlich klein gehalten haben. Vielleicht bist du in deiner Jungend angekommen, weil du von Gleichaltrigen immer wieder gemobbt wurdest. Oder aber auch später, vielleicht wurdest du von einem Partner unterdrückt, von einem Chef fertig gemacht, von Kollegen ausgelacht oder von Freunden einfach übersehen?

Wo auch immer deine Reise in die Vergangenheit dich hingeführt hat, verweile dort. Setze dich voller Liebe zu diesem Menschen, der du einst gewesen bist. Sei dir selbst der wundervollste Freund, den du dir nur wünschen kannst. Kümmere dich mit all deiner Liebe um das verletzte Kind, den Jugendlichen, den verletzten Ehepartner.

Trenne dich an dieser Stelle von deinem abstrakten Hermann.

Kehre an die Quelle deiner Selbstzweifel zurück und kümmere dich um dich selbst. Rede liebevoll mit Dir, nimm dich in Gedanken in den Arm, tröste dich. Schenke dir all das, was du eigentlich gebraucht hättest.

Falls es dir schwer fällt, so kannst du dir auch eine Stütze bauen und deine inneres Kind, dein verletztes Wesen von aussen betrachten. Vielleicht lässt du dich einfach in den Schoß von Mutter Erde fallen. Sie sorgt für dich, fängt dich auf und schenkt dir all ihre Liebe.

Nimm dir Zeit für diesen Schritt und höre erst wieder damit auf, wenn du das Gefühl hast: „Jetzt ist es okay, ich kann weiter gehen und wieder nach vorne blicken.“

 

Fünfter Schritt: Erschaffe neues Selbstbewusstsein & Stärke

An dieser Stelle ist dein Weg frei für ein neues Selbstbild von dir. Du hast nun die Kraft und den nötigen inneren Raum in dir um zu neuer Stärke zu finden und deine Selbstzweifel gegen ein gesundes Bewusstsein deiner Selbst einzutauschen.

Deine alten Denkmuster sind aufgeweicht und nicht mehr für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt. Sie sind jedoch noch nicht verschwunden. Es ist jetzt der perfekte Zeitpunkt um sie neu zu definieren.

Legen wir los und programmieren all die kleinen negativen Stimmen in positive Kraft und Stärke um:

  1. Ich werde jeden Tag stärker.
  2. Ich bin gut.
  3. Ich bin richtig so, wie ich bin.
  4. Ich schaffe alles.
  5. Es ist wundervoll, dass es mich gibt.
  6. Ich darf tun, was ich will.
  7. Ich bin voller Vertrauen.
  8. Ich bin wertvoll.
  9. Ich kann alles wagen.
  10. Ich darf!
  11. Alles was ich tue, wird ein Erfolg.
  12. Ich entscheide mich für Fülle.
  13. Ich bin jeder Situation vollkommen gewachsen.
  14. Ich bin liebenswert.
  15. Ich bin selbstbewusst.
  16. Ich bin stark und begehrenswert.
  17. Ich bin voller Energie.
  18. Ich bin vollkommen, so wie ich bin
  19. Ich verdiene nur das Beste.
  20. Es geht mir von Tag zu Tag in jeglicher Hinsicht besser und besser.

Die letzte meiner zwanzig vorgestellten Affirmationen ist von dem französischen Apotheker Emile Couè, dem Begründer der positiven Affirmationen. „Es geht mir von Tag zu Tag in jeglicher Hinsicht besser und besser“, ist seine bekannteste Affirmation und mit dieser und anderen hatte er wirklich großen Erfolgen bei den Menschen.

Letztendlich sind Affirmationen nichts anderes als positive Leitsätze. Wir sagen sie uns laut oder gedanklich immer wieder auf, mehrmals an jedem einzelnen Tag. Um so öfter du diese Affirmationen wiederholst um so eher wir dein Unterbewusstsein auf ein positives Selbstbild programmiert. Alles was oft in unserem Leben wiederholt wird glaubt unser Unterbewusstsein mit der Zeit und hält es für wahr.

Du schenkst deinen unterbewussten Gedanken positive Energie und dein Unterbewusstsein gibt es mit der Zeit mehr und mehr an dich ab.

Finde die passende(n) Affirmation(en) für dich heraus.

Du kannst viel mehr als du glaubst – Schaffen wir gemeinsam immer das Unmögliche.

 

Sechster Schritt: So wird aus deinem Hermann-Tagebuch ein Erfolgstagebuch

Es wird Zeit deine täglichen Erfolge aufzuschreiben. Du brauchst dein Hermann-Tagebuch nicht mehr. Das was du jetzt benötigst ist ein Spiegel deiner Erfolge.

Ich rede hier nicht von großen Werken, die du vollbracht hast. Es ist kein Tagebuch der großen Taten. Erfolge liegen bereits in ganz kleinen alltäglichen Dingen.

Schreibe am Abend alles auf, was dich den Tag über positiv gestimmt hat. Natürlich können das Leistungen sein, die du erbracht hast. Es können aber positive Erlebnisse sein, die dir einfach Glück und Zufriedenheit geschenkt haben.

Du wirst immer aufmerksamer durch die Welt gehen und all deine kleinen und großen Erfolge, die wir oftmals verlernen wahrzunehmen, werden dir immer bewusster. Dein Selbstvertrauen wird gestärkt und du gehst mit einem positiven Gefühl in die Nacht.

„In der Nacht habe ich tief und fest geschlafen. Heute morgen begann der Tag mit einem herrlichen Sonnenaufgang. Ich habe meine beste Freundin besucht und wir erlebten einen zauberhaften Tag mit viel Lachen und guten Gesprächen. Am Abend habe ich ein neues Buch begonnen zu lesen.“

„Ich habe heute ein positives Feedback durch eine Kundin erhalten. Ich habe meine Arbeit sehr gut gemacht.“

Blicke auf das Positive in deinem Leben – Tag für Tag.

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6 Responses

  1. Angela Braun

    Liebe Alexa,

    in dem lauten Geschrei des Alltags heutzutage, geht das Positive leicht unter, wenn man sich nicht bewusst darauf ausrichtet.
    Von daher ist es gut, sich jeden Tag selbst wieder daran zu erinnern!

    Freudige Grüße

    Angela

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