Die Schlüsselblume ist eine zauberschöne und sagenumwobene Frühjahrsbotin. Sie ist die Primula veris (lat.) der neu erwachenden Flora. Das lateinische Primula leitet sich von Primus (der Erste) ab und bedeutet so viel wie kleiner Erstling. Veris ist der Genitiv der lateinischen Bezeichnung für den Frühling „ver“. Die Primula veris ist also „der kleine Erstling des Frühlings“.

Die Schlüsselblume ist also eine der Ersten in der erwachenden Natur. Es heißt mit ihrem Schlüssel öffnet sich der Frühlingshimmel. Nikolas Lenau schrieben im 1. Vers seines Gedichtes „Primula veris“:

Liebliche Blume,
Bist du so früh schon
Wiedergekommen?
Sei mir gegrüßet,
Primula veris!

Schlüsselblume Frühlingsbeginn

Die Schlüsselblume

Die Primula Veris, der „kleine Erstling des Frühlings“ erzählt allen Wesen von dem baldigen Erstarken der Sonnenkraft.

In der Signaturenlehre ist die Schlüsselblume, wie auch das Johanniskraut, astrologisch betrachte ein Sonnen- und Neptunmittel. Es heißt, die Pflanze selbst birgt nur Kräfte der sogenannten weißen Magie in sich, so dass Schwarzmagier ihren Duft als äußerst unangenehm und abstoßend empfinden. Die Schlüsselblume fördert die guten Kräfte dieser Welt und schützt (auch als Strauss gebunden) vor dem Bösen.

Vor dem Bösen bewahren uns im Allgemeinen besonders Talismane und Glücksbringer. In jedem einzelnen Talisman steckt die Kraft des Planeten Neptuns, dem Herrscher über die Fische. Sind in diesen Amuletten Pflanzen mit einer Neptun-Kraft eingewebt, so wirken diese besonders gut. Gesundheitlich, so heißt es, haben diese Pflanzen anti-virale Kräfte und haben vor allem eine gute Wirkung auf die Lymphen. Die Kraft von Sonne und Neptun stärkt seelisch die Fähigkeit der Empathie und erhöht die Sensibilität.

Die Schlüsselblume selbst ist neben Sonne und Neptun auch der Venus zugeordnet. Die Sonnenkraft steckt in den gelben Blüten, ihren ätherischen Ölen und dem enthaltenen Magnesium. Die Kraft der Venus steckt im süßlichen Geschmack der Wurzel, die leicht nach Anis riecht und dem lieblichen Duft der Pflanze selbst. Die Neptun-Kraft zeigt an, dass die Pflanze viel Wasser benötigt.

Die Elemente der Schlüsselblume sind das Wasser und die Luft.

Schlüsselblume - im Tau

Sie ist, wie es der Name schon verrät, ein Primelgewächs. Als Heimat kann ihr der Norden zugeordnet werden, aber zu finden ist sie, abgesehen von den Alpen und Ostfriesland, in ganz Deutschland, wobei sie jedoch westlich der Elbe kaum anzutreffen ist.

Wir finden sie aber darüber hinaus in ganz Europa (außer den bereits erwähnten Alpen, dem südlichen Mittelmeerraum und dem nördlichen Skandinavien) und auch in Vorder- und Zentralasien.

Allerdings ist sie inzwischen generell so selten geworden, dass sie auf gar keinen Fall gesammelt werden darf. Sie steht unter einem ganz besonderen Schutz und ich appelliere hiermit wirklich, sie stehen zu lassen, wenn du sie in freier Natur findest!

Möchtest du Schlüsselblumen ernten, so kannst du dies, wenn du sie zuvor selbst angepflanzt hast. Sonst bitte nicht. Du kannst ihre Blüten und Wurzeln auch in Apotheken kaufen, falls ein Anpflanzen nicht möglich ist.

Im Volk hat die Schlüsselblume viele weitere Namen wie Petriblume, Himmelsschlüssel, Auritzel, Ehrezeichli, Madäneli, Allerweltsheil, Gichtblume, Apothekerblume, Arzneiprimel, Peterschlüssel, Bürgerschlüssel oder auch der Frauenschlüssel.

Du siehst schon, jede Menge Schlüssel. Die Form der Blüte selbst gleicht einem alten Schlüssel, der im Schloss im Kelch steckt. Wird die Blüte aus dem Kelch gezogen, so bildet dieser mit dem Stengel das zierliche Schlüsselloch von „der alten deutschen Art“.¹

Wie du noch siehst, geht die Bedeutung weit über die Optik eines Schlüssels hinaus, bis hinein in die Welt der Sagen und Märchen.

Die Schlüsselblume findet sich auf sonnigen Hängen, auf Wiesen, an Waldrändern, an Böschungen, aber auch in lichten Laubwäldern.

Zweierlei Schlüsselblumen

Sowohl für die Wurzel- wie auch die Blütenkraft der Pflanzen können zweierlei Schlüsselblumen-Arten herangezogen werden:

erstens-eins

Die Hohe Schlüsselblume

= Wald-Schlüsselblume, Primula elatior

Sie blüht bereits ab März und ist eher in Laubwäldern mit feuchten, nährstoffreichen Böden zu finden. Die Blüten leuchten hellgelb. Der Kelch ist kantig und liegt der Kronröhre eng an. Sie ist mehr oder weniger geruchlos. Die Hohe Primel ist blasser als ihre Schwester, die Echte Schlüsselblume. Ihr Saum ist auch nicht wie eine Glocke geformt, sondern flach.

zweitens-zwei

Die Echte Schlüsselblume

= Wiesen-Schlüsselblume, Primula veris

Sie blüht etwas später, ab April. Die Echte Schlüsselblume bevorzugt hellere Standorte. So fühlt sie sich auf Wiesen mit einem eher mageren Boden wohl. Die Blüten sind röhrenförmig und leuchten goldgelben. Sie duften herrlich lieblich, ein wenig wie Honig. Am Grund der Blüten blicken wir in einen orangefarbenen Schlund. Der Blütenkelch ist weißlich-grün, kantig und gleicht einer Glocke.

Schlüsselblume FrühlingsbeginnWie du in der Illustration ganz gut erkennst, trägt sie in der Mitte der Blüte ein Pentagramm, was ihre mystisch-magische Bedeutung nur noch verstärkt.

Es handelt sich bei der Echten Schlüsselblume um eine mehrjährige Pflanze, die bis zu 20cm hoch wird. Ihre Blätter sind länglich und oval geformt. Die runzligen Blätter sind an der Unterseite samtig. Die goldgelben Blüten sitzen auf einem kurzen oder langen Stengel in kleinen Dolden hängend. Der Wurzelstock hat zahlreiche Faserwurzeln.

Hexenbesen Broom

Zauber und Mystik der Schlüsselblume

Es ist schon eine wundersame Pflanze diese Schlüsselblume. Leider ist sie als Wildpflanze inzwischen sehr selten zu finden, doch das war nicht immer so. Das alte Volk kannte die Heilkraft der Pflanze und den ihr innewohnenden Zauber. So schworen schon die Kelten und Gallier auf ihre Zauberkräfte.

Die Primel wurde einst Samolus genannt. Nüchtern im Magen und barfüßig an den Sohlen sammelten die Druiden sie einst kurz vor Neumond. Sie fuhren mit der linken Hand durch ihr Gewand und pflückten die Pflanze schnell, mit abgewandtem Blick. Sofort verschwand die Schlüsselblume in den Gewändern, damit ihre Kräfte so gut wie möglich erhalten blieben.

Den Saft der Schlüsselblume mischten die Druiden um Mitternacht dem Philtrum (Trunk) der Begeisterung bei. Gemeinsam mit Isenkraut (Eisenkraut), Heidelbeeren, Moos, Weizen, Klee und Honig wurde ein Getränk gebraut, der für die Initiation neuer Druiden verwendet wurde. Ich bin ein wenig skeptisch, was die Zusammenstellung der Zutaten angeht, so wächst dies alles ja kaum zu selben Zeit.

Wie auch immer, den alten Überlieferungen zufolge waren es neun junge Priesterinnen des Tempeldienstes, die den Trank mit ihrem Atem erhitzten, so dass er zu qualmen begann. Der Druidentrank wirkte gewiss belebend auf die berufenen Anwärter. Die entspannende und angstlösende Wirkung der Pflanze war gewiss auch perfekt, um sich einem Zustand der Trance zu nähern, wobei gewiss weitere Substanzen eine Rolle spielten.

Vom Zeitpunkt her würde das Ritual wohl am ehesten zu Ostara, der Tagundnachtgleiche Mitte März passen, vielleicht aber auch noch zu Beltane Ende April.

Möchtest du selbst solch Met brauen, wie wäre es mit einer Mischung aus Schlüsselblume, Vergissmeinnicht, Ehrenpreis, Veilchen, Waldmeister, Gänseblümchen, Gundelrebe, Löwenzahn und natürlich einem guten Schuss Honig.

Die Schlüsselblume vertreibt auch die bösen Geister und verbindet uns Menschenwesen mit dem Göttlichen. Ihre Räucherkraft entfaltet sich vor allem bei Schutzräucherungen, wo sie beigemengt wird. Ihr Rauch verbindet aber auch mit den Wesen der Anderswelt, vielleicht weil sie auf der Schwelle vom Winter zum Frühling erblüht und alle Schwellenkräfte immer mit dem nicht Irdischen verbunden sind.
Die Schlüsselblume trägt die Kraft des beginnenden Jahres in sich. Sie bringt die Sonne in unsere Herzen. Wie mit einem Schlüssel werden Herz und Geist für das wiederkehrende Licht aufgeschlossen.

Märchen Bücher

Das Reich der Sagen, Märchen und Folklore

Der Schlüssel ist die Kraft dieser Pflanze. Es heißt, sie kann geheime Türen sichtbar machen und verschlossene Pforten öffnen.

Lauschen wir den Erzählungen des alten Volkes, so hören wir, dass die Schlüsselblume eng mit der Göttin Freyja verbunden scheint. Sie soll in ihrer Krone einen Schlüssel tragen. In Garten der Göttin soll die Blume wachsen und beide, die Göttin und die Pflanze schließen im Frühling die vom Winter etwas versteiften Herzen der Menschen wieder auf.

Später im Christentum war es dann Maria, die den Himmelsschlüssel nahm (nachdem dieser Petrus aus der Hand entglitt und auf die Erde fiel) um die Herzen der Menschen für den Himmel zu öffnen. Ob bei den Heiden oder den Christen, die Schlüsselblume schließt den Himmel auf. Sie führt uns also geradewegs zu unserem höheren Selbst. Die Zauberpflanze wirkt direkt auf unsere Seelenmitte.

Mit ihrer Blütezeit rund um Ostara ist sie natürlich eng mit der Sonne verbunden. Nun kommt die Frühlingsgöttin zurück und bringt das Licht. In den alten Geschichten übernimmt diese Rolle mal die Freyja, oftmals aber auch Eostre, die Göttin des Frühlings. Es heißt, überall dort, wo die Füße der Göttin den Boden berühren, sprießt die Schlüsselblume.

In späteren Erzählungen, als Ostara im christlichen Osterfest unterging, erzählten die Menschen sich, dass eine junge Maid, die zu Ostern eine Schlüsselblume fand, schon so gut wie unter der Haube war. So wurde die Pflanze auch Heiratsschlüssel genannt. Es heißt ebenso, findet ein Mädchen einen Strauß vor der ersten Karwoche, so heiratet sie noch im selben Jahr.

Zum Palmsonntag, so wusste das Volk, schenken geweihte Schlüsselblumen Fruchtbarkeit und vertreiben Krankheiten. Drei Blüten, so steht geschrieben, schützen gegen Fieber und Dämonen. Sieben Blüten bei Vollmond auf den Bauch gebunden und dem Kinderwunsch steht nichts mehr im Weg.

Ich erwähnte es schon, die Schlüsselblume führt zu verborgenen Schätzen und liefert den Schlüssel zu diesen. In alten Sagen beziehen sich die Geschichten oft auf die Weihnacht- und Fastenzeit. Nun ja, es ist grenzt wohl dann schon von Natur aus an ein Wunder, wenn zu dieser Jahreszeit überhaupt eine Schlüsselblume zu finden ist.

Aber einst, so heißt es, fand ein Kuhhirte bei der Ruine Blankenhorn in Schwaben im Spätherbst eine Schlüsselblume und steckte sie sich an den Hut. Beim Weitergehen merkte er, wie der Hut plötzlicher schwerer war. Er setzte ihn ab und sah, dass da nun anstelle der Blume ein silberner Schlüssel war. Eine Jungfrau erschien vor dem Hirten und sagte ihm, er solle die geheime Tür im Henchelberg aufschließen und dort mitnehmen, was immer er wolle, aber das Beste nicht vergessen.

Der Hirte tat wie ihm geheißen und füllte seinen Sack mit Gold und Silber, aber er vergass das Beste – die Blume, die das Reich zum Schatz öffnete. So blieb es ihm hernach auf ewig verschlossen.

Es werden viele Sagen von der Schlüsselblume erzählt, wie auch jene von der weißen Frau mit einem Schlüsselbund an ihrer Seite. Diese Schlüssel öffnen sowohl den Zugang zu einem verwunschenen Schloss, als auch das Tor, welches Erlösung verspricht.

Feen

Feen und Elfen halten sich gerne an jenen Plätzen auf, wo die Blume wächst. Du kannst also die wildwachsende Schlüsselblume als Zeigerpflanze ansehen, die dort wächst, wo viele Naturgeister leben. Die Blume, so erzählt die Nordische Mythologie, wird von Elfen und Nixen geliebt und beschützt, da sie Zugang zu verschollenen Schätzen bietet. Glaube nun aber nicht, dass damit nur materielle Schätze gemeint sind. Eine Schlüsselblume kann auch einen Schatz öffnen, der tief in deinem Inneren verborgen ist.

Schauen wir zu den alten Griechen

Der Schlüssel der Blume ist Sinnbild für Vielerlei.

Die Alchemisten suchten im Mittelalter den Stein der Weisen, um aus unedlen Stoffen pures Gold herzustellen. Sie glaubten an einen Urstoff der Materie, welcher alle anderen Stoffe in seine einzelnen Bestandteile auflösen kann. Dieses Menstruum universale sollte zudem über die Kraft verfügen, alle Krankheitsstoffe aus dem Körper zu lösen und ihn somit zu heilen, bis hin zum Traum von der Unsterblichkeit.

Im Altertum hatte die Griechen einen ähnlichen Ansatz. Nur suchten sie solch ein Wundermittel in der Pflanzenwelt, während die Alchemisten hofften, sie könnten mit ihren besonderen Künsten einen solchen Stoff herstellen.

Die Griechen setzten ihre ganzen Hoffnungen in das sogenannte Dodecatheon, das Zwölfgötterkraut. So zumindest wurde es uns von Plinius übermittelt. In seinen Aufzeichnungen ist die Primula veris, also die Schlüsselblume eben jenes Zwölfgötterkraut, dass von den Götterbergen selbst herabgestiegen ist.

Die Verwendung der Schlüsselblume in Küche und Apotheke

Die Schlüsselblume ist essbar und wer sie verspeist, der kann Gespenster sehen. So steht es geschrieben.

Die Schlüsselblume schenkt uns Kraft für das neue Jahr. Wer noch müde und ausgelaugt von der langen Winterzeit ist, dem hilft diese Pflanze wieder auf die Beine. Als Wirkstoff kann da auf das Primula Auro culta Rh D3 zurückgegriffen werden.

Schlüsselblume - HimmelsschlüsselEs war im Jahr 1789 als die Kammer dem Amte Neustadt in Mecklenburg (heute Neustadt-Glewe) auftrug „ungesäumt eine große Quantität Schlüsselblumen zum Behuf² des Hofweinkellers sammeln zu lassen.“ Diese wurden zur Kräftigung im beginnenden Frühjahr den Lenzkräutern beigemischt und für äußerst gesund und wohlschmeckend gehalten.

In der heutigen Zeit wird hauptsächlich die Wurzel auf körperlicher Ebene verwendet, während die Blüten auf der Ebene der Seele wirken.

Die Blüten werden im Frühjahr geerntet, die Wurzeln erst im Herbst, wenn die Kraft sich in das Erdreich zurückzieht. Die Wurzeln werden nach dem Sammeln von der Erde befreit und im Schatten getrocknet.

Die Schlüsselblume harmonisiert gut mit anderen Pflanzen, wie zum Beispiel dem Johanniskraut. Sie ergänzt deren Kräfte. In Rezepten wirkt sie veredelnd und die Sonnenkraft stärkend.

Es heißt, diese Blume soll als erste Heilpflanze des neuen Jahres genutzt werden, weil mit ihr all die Kräfte der anderen Heilpflanzen geöffnet werden.

Die Schlüsselblume ist eine eher sanft wirkende Heilpflanze. Allerdings sind unangenehme Reaktionen bei einer Allergie gegen Primeln möglich. Nimm die Pflanzen dann nicht ein. Es kann auch bei einem bloßen Kontakt mit der Pflanze zu Hautrötungen und Bläschenbildung kommen.

Wirkt sie an sich auch sanft, so ist sie doch mit starken Heilkräften beschenkt und vielseitig einsetzbar.  So ist sie in der Volksheilkunde auch unter dem Namen Allerweltsheil bekannt.

Die Heilkraft der Wurzel wirkt nach jahrhundertlanger Erfahrung bei:

  • Gicht
  • Rheuma
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Asthma
  • Keuchhusten
  • Herzschwäche
  • Lungenproblemen
  • nervösen Beschwerden wie Zittern
    • die auch Magenkrämpfe auslösen können

Die Blüten helfen bei:

  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Angstzustände

Die Schlüsselblume wirkt

  • vitalisierend bei Frühjahrsmüdigkeit
  • entkrampfend
  • schleimlösend, vor allem bei festsitzendem Schleim
  • harntreibend
  • blutreinigend
  • schmerzlindernd
  • schweißtreibend
  • entzündungshemmend

Auf mentaler Ebene:

  • befreit von sie die Seele von ihrem Leid
  • öffnet sie Tore zu tief verborgenen Geheimnissen, die in der Seele vergraben sind
  • wirkt sie stark stimmungsaufhellend
  • öffnet sie das Herz für die Selbstliebe
  • stärkt sie das Bewusstsein für das eigene Sein, das eigene Ich
  • bringt sie ganz viel Sonne in unsere Herzen

Und ganz allgemein:

  • fördert sie den Schlaf
  • soll sie verjüngend wirken
  • stärkt sie die Yin-Kraft

Die Hauptwirkstoffe sind:

  • Saponine
  • auch Flavonoide
  • ätherische Öl
  • Gerbstoffe
  • Kieselsäure

Die enthaltenen Saponine sind Träger von Bitterstoffen und sie reizen die Magenschleimhaut. Der Körper reagiert, indem er reflexartig mit einer erhöhten Produktion von Bronchialsekret reagiert. Dies fördert den Auswurf, was der Grund dafür ist, dass die Schlüsselblume bei Husten und Bronchitis angewendet wird. Ihre positive Wirkung bei Katarrhen der Atemwege ist wissenschaftlich anerkannt.

Für einen wunderbar, wohlschmeckenden Hustentee kannst du die Wurzeln und die Blüten nutzen. Beide enthalten sowohl Saponine als auch Flavonoide, wirken Auswurf fördernd und Sekret steigernd. Flavonoide wirken gegen freie Radikale, gehören also zu den Antioxidantien.

Du kannst auf 250ml Wasser einen gehäuften Teelöffel der Blüten mit kochendem Wasser übergießen, das Ganze zehn Minuten ziehen lassen und täglich bis zu drei Tassen davon trinken.

Möchtest du die Wurzel nutzen, so trockne und zerkleinere sie. Du solltest sie direkt vor dem Gebrauch als Tee pulverisieren. Bei leichten Fällen genügt ein Gramm der Wurzel pro Tag, bei akuten Problemen kannst du zwei bis vier Gramm pro Tag nutzen. Mischst du den Tee mit Anis oder Fenchel, so kannst du die Wirkung noch verstärken.

Bei der Dosierung nimmst du einen halben Gramm des Pulvers auf 250ml Wasser. Übergieße das Pulver mit kaltem Wasser und koche es anschließend auf. Lasse den Tee fünf Minuten ziehen und seihe ihn dann ab. Du kannst alle zwei Stunden eine Tasse trinken, insgesamt zwischen zwei bis drei Tassen am Tag. Eine Überdosierung kann zu Brechreiz, Übelkeit und Durchfall führen.

Du kannst das Pulver auch zu Sirup verarbeiten. Koche einen gehäuften Teelöffel mit etwas Wasser für etwa fünf Minuten auf. Seihe die Flüssigkeit ab und mische sie mit so viel Honig, dass du einen Sirup erhältst. Nimm bei Bedarf einen Löffel ein, jedoch nicht mehr als einen halben bis ein Gramm pro Tag.

Schlüsselblume - Büten

Die Schlüsselblume ist aber nicht nur bei einem normalen Husten zu empfehlen, sie wirkt auch bei dem sogenannten Altershusten. Im Alter lässt die Leistung des Herzens oft nach, was zu einem Blutrückstau in den Lungen führt und dadurch einen Hustenreiz auslöst. Durch eine verstärkte Wasserausscheidung wird der Kreislauf entlastet. Es wird bei diesem Problem also die harntreibende Wirkung der Pflanze genutzt.


Achtung: Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer einen Arzt deines Vertrauens. Der Inhalt ersetzt keinesfalls eine fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Die Inhalte stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Heilmittel dar.


Den Blütentee kannst du übrigens auch trinken, wenn du Kopfschmerzen loswerden möchtest. Es wird berichtet, dass er ebenfalls beruhigend und schlaffördernd wirkt.

Das Pulver der Wurzel wurde einst auch als eine Art Schnupftabak verwendet, das sogenannte „Schmalzler“, dies jedoch nur als Randnotiz.

Hildegard von Bingen riet zu einer rein äußerlichen Anwendung. Sie bezeichnete die Pflanze stets als Himmelsschlüssel, die ihre Kraft direkt aus der Sonne zieht. Diese Sonnenkraft vertreibe jegliche Melancholie.

„Die Melancholie nämlich, wenn sie im Menschen aufsteigt, macht ihn traurig und in seinem Benehmen unruhig und lässt ihn Worte gegen Gott aussprechen, was die Geister sehen und zu ihm eilen (…).“

Laut Hildegard von Bingen legst du dafür das Kraut auf dein Herz auf.
Auch die Mönche nutzten die Pflanze gerne, vor allem:

  • aufgrund der herzstärkenden Wirkung bei Erkältungen
  • gegen Harnsteine
  • zur Wundbehandlung

Einige Heilkundige schwören auch auf eine verjüngende Wirkung der Gesichtshaut bei der Anwendung eines Destillats aus der Schlüsselblume.

Werfen wir zum Abschluss noch einen kurzen Blick über den Tellerrand.

In Frankreich werden die Blätter der Blume als Gemüse gegessen, In Schweden wird die gesamte Pflanze mit Honig und Wasser gegärt und zu einem wohlschmeckenden Getränk für den Geist verarbeitet. In Frankreich war sie einst schon bei den Galliern als Tee gegen Kopfschmerzen beliebt. Sie wurde dort früher aber auch verwendet, um Lähmungen der Zunge entgegenzuwirken. Heute ist dieses Krankheitsbild zum Glück nicht mehr aktuell.

Pfeil-Zauberpferd

Suchst du den richtigen Schlüssel?

Im Schamanismus gehen wir davon aus, dass alles Existente beseelt ist. So hat natürlich auch jede Pflanze ihren eigenen Geist, ihren eigenen Spirit. Der Pflanzengeist der Schlüsselblume ist leicht zu erfühlen: Sie öffnet Räume, denn sie hat den Schlüssel.

Die Räume können geheimnisvoll sein und verborgen, aber auch einfach nur offensichtlich und doch verschlossen. Sie kann die Seelenebene entschlüsseln und auf- und erschließen. Bist du auf der Suche nach deinem eigenen Seelenplan, so verbinde dich mit dem Spirit dieser alten mystischen Pflanze. Als schamanisch wirkendes Wesen kannst du ihren Geist bereisen.

Bitte den Pflanzengeist dir bei deiner Suche zu helfen, was auch immer dir verloren gegangen ist oder du bisher einfach nicht finden konntest. Es ist nicht nötig, die Schlüsselblume dabei bei sich zu tragen oder in ihrer Nähe zu sein. Die energetische Ebene kennt weder Zeit noch Raum. Es kann jedoch sein, dass es dir leichter fällt, wenn du eine der Blume berührst oder dich auf einer Wiese neben ihr niederlässt. Nötig ist es indes nicht.

Übrigens als letzter Tipp für heute: So ein Schlüssel öffnet nicht nur Türen, er kann sie auch schließen. Think about it.


Quellen / Anmerkung:
¹ M. von Strauß: Die Blumen – Sagen und Geschichte. 1875. Verlag von Th. Chr. Fr. Enslin.S. 306ff.
² Behuf = Mittel, Zweck