Ich habe es selbst schon häufiger beobachtet: Da ist nun dieser glückliche Mensch, der vor lauter Energie nur so strotzt und den anscheinend nichts so schnell umhauen kann und dort ist ein Mensch, der eh schon mit dem Leben zu hadern hat und nun wird er auch noch krank!

Das wirkt doch auf den ersten Blick äusserst ungerecht.

Was aber, wenn zwischen dem Glück und unserer Gesundheit ein Zusammenhang besteht?

Um gesund zu sein sollen wir uns gut ernähren und uns ausreichend bewegen. Genügt das allein jedoch auch, wenn unser Herz einfach nicht so recht glücklich ist?

Selbst die Wissenschaft ist sich heutzutage weitestgehend einig: Unser Glück nimmt direkten Einfluss auf unsere Gesundheit!

Nicht das kurze euphorische Glück, dass wir verspüren, wenn wir vielleicht zum Beispiel etwas gewonnen haben oder Geld auf der Straße finden. Um unserer Gesundheit wirklich schützend unter die Arme zu greifen, bedarf es mehr:

 

Die Zufriedenheit, das Glück in den alltäglichen Dingen unseres Lebens schützt uns vor Krankheit.

 

Sind wir krank, so neigen wir zu Rückenschmerzen, Herzbeschwerden oder unser Immunsystem ist derart geschwächt, dass wir jede Grippewelle mitnehmen, die sich auch nur im leisesten Anflug befindet.

Wissenschaftler vermuten, dass bei vier von fünf Herzpatienten die Psyche eine tragende Rolle spielt! Das Herz reagiert auf Schwermut und Stress, es verliert an Kraft.

Nicht nur unser Herz reagiert auf unseren Gemütszustand. Es wurde festgestallt, dass pessimistisch veranlagte Menschen im Durchschnitt einen höheren Blutdruck haben.

Sind wir unausgeglichen und gestresst, so wirkt sich das negativ auf unsere Wundheilung aus.

Frauen, die unzufrieden sind mit ihrem Leben und zu der Sorte Gewitterhexe zählen, sterben im Durchschnitt früher als Frauen, die mit ihrem Leben zufrieden sind.

Langzeitstudien auf der ganzen Welt bringen immer wieder das gleiche Ergebnis:

 

Die Chance auf eine stabile Gesundheit ist um so höher um so optimistischer wir sind.

 

Wovon hängt unser Glück ab?

„Wir selbst sind unseres Glückes Schmied.“ 

Zum Teil ist das korrekt, aber unsere persönliche Einstellung ist nicht der einzige Schlüssel zu unserem Glück.

Das Glück ist eine Summe unserer genetischen Veranlagung und unserer Erfahrungen.

Babys, die liebevoll umsorgt werden, sind im späteren Leben besser in der Lage Belastungen stand zu halten. Ihre Resilienz (Widerstandsfähigkeit gegen Stress und Schicksalsschläge) ist weitaus höher ausgeprägt, als bei Erwachsenen, die als Kinder psychische oder seelische Gewalterfahrungen durchleben mussten.

Zeitlebens reagieren diese, vom Schicksal gebeutelten Kinder, stärker auf Belastungen. Sie sind schneller gestresst und bauen diesen Stress auch wesentlich langsamer wieder ab.

Übrigens: Eineiige Zwillinge, so wurde festgestellt, entwickeln eine sehr hohe Ähnlichkeit in ihrer Lebenszufriedenheit und dabei spielt es keine Rolle, ob sie zusammen aufgewachsen sind oder nicht. Unsere Gene haben also ein gewaltiges Wörtchen mitzureden.

Wissenschaftler stellten fest, dass es Varianten von Genen gibt, die uns intensiver auf Belastungen reagieren lassen. Andere Gene wiederum wirken sich positiv für uns aus. Sie erhöhen unsere Widerstandsfähigkeit und helfen uns seelisch gesund zu bleiben.

Was auch immer dir in dein Gen Cocktail gemixt wurde: Eines steht fest! Selbst, wenn wir nicht die idealste Mixtur erhalten haben, so hat eine liebevolle Zuwendung einen wirklich positiven Einfluss auf uns.

Das Glück muss in Kinderseelen wachsen dürfen

Professor Gerhard Roth vom Institut für Hirnforschung an der Universität Bremen stellt fest: „Wie zufrieden ein Mensch ist, kristallisiert sich bereits zwischen dem fünften und zehnten Lebensjahr heraus und bleibt dann zeitlebens weitgehend gleich.“

So wurde festgestellt, dass Menschen mit einer unglücklichen Kindheit bei einem Lottogewinn zwar große Freude und Glück empfinden können, sie aber alsbald wieder in ihre alten Muster der ursprünglichen Unzufriedenheit zurückfallen.

Menschen mit einer glücklichen Kindheit hingegen kehren viel leichter zu ihrem glücklichen und zufriedenen Leben zurück, selbst bei harten Schicksalsschlägen wie dem Tod des Partners.

Was macht uns Menschen widerstandsfähig gegen Schicksalsschläge?

Die Schweizer Resilienzforscherin Professor Pasqualina Perrig-Chiello von der Universität Bern erforscht die Gründe.

Charaktermerkmale widerstandsfähiger Menschen:

  • Optimismus
  • Humor
  • Dankbarkeit für das Schöne im Leben
  • Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen
  • Lust an der Gestaltung des eigenen Lebens

Sie sagt:

„Resiliente Menschen nehmen ihr Leben kreativ, mutig und lösungsorientiert in die eigene Hand. Sie sind entscheidungsstark und verfolgen ihre Ziele sehr engagiert. Wenn sich ihr Leben ändert, können sie ihre Ziele aber auch anpassen.“

 

Puh, das klingt alles erstmal so, als hätten wir bei alledem gar kein Wörtchen mitzureden!

So ist es aber zum Glück nicht. Die Fähigkeit zum Glück sowie der damit verbundenen Ausprägung unserer Belastbarkeit lässt sich trainieren.

Glück ist machbar

Unsere Denkmuster bilden sich seit unseren Kindheitstagen heraus und sie haben einen enormen Einfluss auf unser Gefühlsleben.

Jeder dritte Mensch steht unter dauerndem Druck. Acht von zehn Menschen sind der Meinung, dass ihr Leben zu stressig ist.

Wir leben im Schnellverfahren und haben für die wirklich wichtigen Dinge kaum mehr Zeit. Es gibt sie natürlich, die schönen Momente in unserem Leben, aber sie gehen oftmals einfach unter.

Das Schlüsselwort für ein erfüllteres und glücklicheres Leben heißt: Achtsamkeit.

Ein Leben in Achtsamkeit eröffnet uns neue Welten. Alles was wir dafür tun müssen ist aufmerksamer für uns selbst und unsere Umwelt zu sein.

Achtsamkeit und somit auch unser Glück ist erlernbar.

 

Achte auf deine Gedanken

Das Leben ist ein Berg- und Talfahrt. Wir alle tragen positive und negative Gefühle in uns. Das ist normal und das ist auch gut so. Entscheidend ist jedoch unsere Bewertung der Gefühle.

Wir können ständig auf unsere Probleme schauen, aber liegt darin der Schlüssel zum Glück?

Haben wir nur das Schlechte im Blick, so sind wir kaum oder gar nicht mehr in der Lage das Gute zu sehen. Es ist nicht der richtige Weg die Probleme zu verdrängen und sich selbst vorzuspielen, dass es sie nicht gibt. Das führt früher oder später zu einer Katastrophe. Wir sollten unsere Probleme jedoch mit Bedacht angehen. Wir nehmen uns die Zeit um sie zu betrachten und eine Lösung zu finden. In der restlichen Zeit jagen wir diese Probleme zum Teufel! Wir sagen „STOPP!“, ganz bewusst und lenken unsere Gedanken den schönen Aspekten des Lebens zu.

Das Drama unseres Kopfkinos kann wirklich erstaunliche Ausmaße annehmen. Ein weiterer Weg damit zurecht zu kommen, ist es einfach zu akzeptieren. Es ist wie es ist. Alles fließt im Strom des Lebens voran.

 

Finde Halt in anderen Menschen

Zusammen sind wir stark! Da ist viel Wahres dran. Viele Studien zeigen, dass gute, erfüllte Beziehungen zu anderen Menschen uns glücklicher und zufriedener stimmen. Lasse dich in ein Netz aus wahrhaftigen Freundschaften fallen und sie werden dich fangen, wenn du es brauchst. Finde Sicherheit und Unterstützung in deiner Partnerschaft sowie deiner Familie.

Es ist wichtig seine Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen.

 

Feier den Genuss

Wir kennen Situationen, in denen wir uns wahrlich glückselig fühlen. Suche bewusst diese Momente, die deine Seele beflügeln. Es müssen nicht immer große Unternehmungen wie ein Urlaub, der Besuch des Theaters oder eines Rockkonzertes sein. Die vielen kleinen Zaubereien des Alltags können unser Leben versüßen, wie eine zart schmelzende Praline in unserem Mund.

Schaffe dir kleine Glücksoasen und Momente des inneren Friedens. Es ist unsere Wertigkeit, die wir den einzelnen Augenblicken zukommen lassen. So können wir unseren Kaffee morgens nebenbei am Computer trinken oder uns auch gemütlich in einen Sessel setzen und ganz bewusst das Getränk genießen.

 

Ständiges Nichtstun macht traurig

Einige Menschen verfallen in einen lethargischen Lebensrhythmus. Sie haben ihre feste Routine in den Abläufen. Schlürfen zur Arbeit, sitzen dort ihre Zeit ab und schlürfen am Abend wieder zurück. Das Tiefkühlessen wird in die Mikrowelle geschoben und die Kuhle auf dem Sofa noch weiter vertieft, während der Fernseher den Geist vernebelt.

Das klingt vielleicht für einen kurzen Moment nach erholsamen Nichtstun, aber kann das auf Dauer Glück bringen?

Wir brauchen positive Erlebnisse. Der Gang ins Kino, der Abend mit Freunden, der Ausflug am Wochenende. Es spielt keine Rolle ob du etwas kreatives erschaffst, einfach nur ein schönes Abendessen zauberst oder voller Inbrunst deinem Hobby nachgehst. Diese Zeiten werden dir Glück bringen und dieses Glück wird in dir nachhallen, wie ein Echo.

 

Nimm dein Leben mit Humor

Lachen ist gesund! Nehmen wir nicht alles so verbissen ernst. Lernen wir über uns selbst zu lachen und kleine Scherze in unser Leben einzubauen.

Gibt es ein ernstes Gespräch, so versuche einmal die Situation mit einem legeren Spruch aufzulockern. Das wird euch entspannen und alles geht plötzliche viel leichter von der Hand.

Sei einfach in allem was du tust aufmerksamer und entspannter. Für dein Leben ist es eine Bereicherung.

 

Eine Antwort

  1. Pete J. Probe

    Auf seine Gedanken achten und sie beherrschen (lernen):
    Wenn man sich seine Gedanken wie einen Flachbildschirm vorstellt, der pausenlos auf Sendung ist (wie von unserem Gehirn übermittelt), so sollte man sich nicht blindlings dem ganzen Programm hingeben und auch mal abschalten können. Vor allem vor dem Schlafengehen.
    (So ist es auch im wahren Leben, wenn man bedenkt, dass bei vielen der Fernseher gar nicht mehr ausgeschaltet wird)….
    L.G.
    PJP

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