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Bekannt auch als:

Rüsterstaude, Bacholde, Wiesenkönigin, Federbusch, Spierstrauch, Immenkraut, Wiesengeissbart, Metkraut, Wurmkraut

 

Botanischer Name:

Mädesüß gezeichnet

Filipendula ulmaria

 

Familie:

Rosaceae – Rosengewächse

 

Giftigkeit:

teilweise giftig

 

Blütenfarbe:

weiß

 

Blütezeit:

Ende Mai – August

 

Verwendbare Pflanzenteile:

Blätter, Blüten, Knospen

 

Sammelzeit:

März bis September

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Mädesüß – Eine der heiligen Pflanzen der Druiden

Mädesüß, welch ein eigenartig anmutender Name. Niemand kann so recht sagen, woher dieser Name stammt. Es könnte auf „süße Maid“ zurückgehen, denn aus einem Gemisch aus Mädesüß, Eiche und Ginster wurde von Gwydyon (dem König von Gwynedd) und Math die „aus den Blumen geborene“ Blodeuwedd erschaffen, ein Zauberwesen der keltischen Mythologie mit einer unwiderstehlichen Anmut.

„… Und dann nahmen sie die Blüten der Eiche, die Blüten des Ginsters und die Blüten des Mädesüß, und aus diesen erschufen sie das schönste und anmutigste Mädchen, das jemals ein Mensch erblickte. …“

Andere widerum meinen, der Name sei entstanden, weil die Pflanze beim Mähen (= mahd) diesen herrlich süßen Duft verströme. Vielleicht aber hängt es auch damit zusammen, dass Mädesüß für die Herstellung von Honigwein (Met = medu) verwendet wurde (engl. Meadowsweet).

Nicht nur die alten Germanen nutzten das Kraut, auch die Druiden der vorchristlichen Zeit schätzten die Pflanze ausserordentlich. Neben Mistel, Wasserminze und Eisenkraut war das Mädesüß eines ihrer wichtigsten Kräuter.

Ihr gallischer Name soll einst laut Plinius „rodarum“ gewesen sein.

Mädesüß ist auch die heilige Pflanze der kel­tischen Urmuttergöttin Danu.

 

Altes Brauchtum rund um das Mädesüß

Ein alter Brauch besagt, dass Mädesüß das Geschlecht eines Diebes bestimmen kann. Dazu wird die Pflanze in der Mittsommernacht gesammelt, in das Wasser gegeben und beobachtet. Sinkt die Pflanze, so war der Dieb ein Mann. Treibt sich jedoch auf dem Wasser dahin, so war eine Diebin am Werk.

Die Pflanze besticht durch ihren betörenden Duft, so ist es nicht verwunderlich, dass sie bei Liebesritualen gerne verräuchert wurde und auch heute noch Verwendung in der Kunst des Räuchern findet. Mädesüß, so heißt es, habe die Macht die wahre Liebe hervorzubringen. Frauen sollen an Beltane nur das Öl der Pflanzen einatmen und sie werden alsbald der Liebe ihres Lebens begegnen.

Das Mädesüß wurde auch zu Mittsommer gesammelt um es hernach zu bündeln und in das Gebälk von Haus und Stall zu hängen. Der süßliche Duft sollte Freude und Licht schenken. Noch heute ist dieser Brauch in einigen Regionen üblich, so wird in der Steiermark von Sunnawendfäden gesprochen. Um den Frieden des Hauses zu wahren oder zurückzugewinnen wurden die Blüten des Mädesüß auch auf den Böden verstreut.

 

Fakten rund um das Mädesüß: Vorkommen, Inhaltstoffe und Anwendungsgebiete

Kleine weiße Wolken scheinen entlang von Wiesen, Gräben, Fluß- und Bachläufen zu schweben, denn hier findet sich das Mädesüß. Das Mädesüß ist nicht nur die Königin der Wiesen, sondern auch eine wahre Delikatesse für die Bienenwelt. Immer wieder könnte ich meine Nase in ihre nach Mandel und Vanille riechenden Blüten tauchen.

Die Pflanze bildet am Boden eine Rosette aus grundständigen Blättern. Aus ihr erhebt sich ein oftmals rot gefärbter, kantiger und beblätterter Stängel, welcher sich im oberen Teil der Pflanze mit wechselseitigen Blättern verzweigt. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, deutlich geädert und gezähnt. An ihrer Unterseite findet sich ein weißer Flaum. Die Blüten strecken sich in einem cremigen weiß in üppigen Dolden der Sonne entgegen. Ist die Pflanze verblüht so bilden sich kleine nussartig aussehende Samen. Der Wurzelstock ist kriechend mit feinen, leicht verholzten Wurzelsträngen.

Manchmal findet sich auch die kleine Schwester des Echten Mädesüß, das Kleine Mädesüß. Wenngleich auch diese Pflanze ebenbürtig verwendet werden kann, sollte sie stehen gelassen werden, da sie nur noch selten in der Natur zu finden ist.

Das Echte Mädesüß, welches bis zu zwei Meter hoch wächst, ist jedoch nicht nur eine lebender Duftspender. In ihr sind wundervolle Inhaltsstoffe vereint, die wir Menschen uns schon seit ewigen Zeiten zu eigen machen.

Vielleicht hast du schon einmal etwas vom Wiesenaspirin gehört. Dann ist dir das Mädesüß bereits zu Ohren gekommen. Im Mädesüß stecken entzündungshemmende Sylicylate. Diese wurde im Jahre 1838 erstmals extrahiert. Eine sehr ähnliche jedoch künstliche Substanz, die Acetylsalicylsäure (ASS) findet sich im Aspirin® der Firma Bayer, welche 1874 erstmals hergestellt wurde. Das Medikament war derzeit noch extrem bitter und verursachte häufig starke Magenbeschwerden. Der Name von Aspirin® geht übrigens direkt auf das Mädesüß zurück. Der Anfangsbuchstabe A leitet sich von Acetyl ab, das spirin jedoch, entstammt direkt dem mittlerweile veralteten Gattungsnamen für Mädesüß, dem Spiraea.

Das Aspirin® führt bei längerer Einnahme auch heute noch mitunter zu Magenblutungen oder gar Geschwüren. Das Mädesüß hingegen verursacht keinerlei dieser Beschwerden.

Menschen mit einer Überempfindlichkeit von Salicylsäure sollten auf den Genuss von Mädesüß verzichten.

Mädesüß wirkt:

  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend
  • antimikrobiell
  • antioxidativ

Erwähnenswert sind neben der Salicylsäure auch die enthaltenden Gerbstoffe, wie zum Beispiel Ellagitannin. Er schützt unsere Schleimhäute.

Die vielen Gerbstoffe helfen gegen Durchfall und Magen-Darm-Reizungen. Es empfiehlt sich bei derlei Beschwerden eine Kur mit Mädesüßtee. Du findest das Rezept in den weiteren Ausführungen.

Weitere Inhaltsstoffe wären:

  • ätherisches Öl
  • Flavonoide
  • Kieselsäure
  • Vanillin
  • Zitronensäure

Achtung, Mädesüß ist ganz leicht giftig und sollte nur in geringen Mengen verwendet werden.

 

Mädesüß hilft auch bei:

  • Kopfschmerzen
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Hautkrankheiten
  • unreiner Haut
  • Gelenkschmerzen
  • Arthritis
  • Muskelkrämpfen
  • Sodbrennen
  • Fieber im Zusammenhang mit Erkältungen
  • Erkältungen / Grippalen Infekt

 

Die wichtigsten Eigenschaften sind also seine

  • entzündungs­­hemmende,
  • fiebersenkende,
  • harntreibende,
  • kräftigende,
  • krampflösende,
  • und schweißtreibende

Wirkung.

 

Rezepte mit Mädesüß

Mädesüß nicht bei Asthma und in der Schwangerschaft verwenden!

Die Blüten verspeisen

In der belgischen und vor allem auch französischen Küche weiß man um die wertvollen Inhaltsstoffe der Heilpflanze Mädesüß. So wird sie sehr gerne in Nachspeisen verwendet, damit Beschwerden wie Völlegefühl und Sodbrennen, vor allem nach einem recht üppigen Mahl, gelindert werden.

Lege die Blüten für einige Stunden in der Flüssigkeit ein, welche du für die Nachspeise verwenden möchtest.

Du kannst Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pfirsiche klein schneiden und mit ein klein wenig Wasser vermischen. Streue einige Blüten über Mischung und lasse das Kompott vor dem Verzehr einige Stunden ziehen.

 

Der Mädesüßtee aus Blüten hergestellt

  • 3,5g Blüten

oder

  • 5g  Kraut
  • 200ml Wasser

Die Blüten oder das Kraut mit dem Wasser aufkochen und anschließend 10 Minuten ziehen lassen. Den Tee nicht süßen und maximal dreimal täglich trinken.

Bei Erkältungen können Thymian oder Lindenblüten unterstützend hinzugefügt werden.

Der Tee hilft auch gegen Kopfschmerzen und wirkt lindernd bei  Migräne und anderen Schmerzzuständen, die nicht äußerlicher Natur sind.

Er wirkt ausserdem gegen Arteriosklerose, Rheuma, Gicht, Blasen- sowie Nierenentzündungen. Da der Tee den Gehalt an Magensäure herabsetzt, unterstützt er auch bei Sodbrennen.

 

Mädesüßtee aus der Wurzel gegen Durchfall

  • 15g der Wurzel
  • 500ml Wasser

Koche die Wurzel mit dem Wasser auf. Von diesem Aufguss können ebenfalls maximal drei Tassen am Tag getrunken werden.

 

Mädesüßsirup

  • 3 Handvoll Blüten
  • 2 x 500g Rohrohrzucker
  • 1 Zitrone in Scheiben geschnitten
  • 1 Päckchen Zitronensäure
  • 1 Liter Wasser

Breite die Blüten auf einem Brett in der Sonne aus, eventuell kleine darin versteckte Tierchen werden die Flucht antreten.

Schütte alle Zutaten zusammen und lasse das Ganze kühl und trocken für mindestens 24 Stunden bis maximal 48 Stunden ziehen. Diesen Kaltauszug gießt du anschließend durch ein Sieb ab und fängst die Flüssigkeit in einem Topf auf.

Gib nochmals 500g Zucker hinzu und koche das Gemisch auf bis eine sirupartige Konsistenz entsteht. Fülle den Sirup in sterilen Flaschen ab.

 

Mädesüßlikör

  • 2 Mädesüß Stängel
  • 200g Rohrohrzucker
  • 500ml Wasser
  • 500ml klarer hochprozentiger Alkohol wie zum Beispiel Wodka

Koche die Blüten mit dem Wasser und dem Zucker für 5 Minuten auf. Nimm im Anschluss die Pflanzen heraus und koche die Zuckermischung weitere 10 Minuten.

Gib die Pflanzen in sterile Flaschen, füge den Wodka hinzu und gib im Anschluss die Zuckermischung bei. Je nach Belieben können die Blüten im Likör belassen werden oder du siebst das Ganze nach zwei Wochen abermals durch um sie zu entfernen.

Dieser Likör ist angenehm süß.

Eine weitere Methode, in welcher wesentlich weniger Zucker zum Einsatz kommt, findest du hier:

 

Gewürzzucker aus Mädesüß

  • 10 -12 Mädesüßdolden
  • 3cm Zimtrinde
  • 1 Vanilleschote
  • 10 Sternanissamen
  • 3 Kardamomkapseln
  • 500 gr Zucker

Zupfe die Blüten von den groben Stielen ab und zerkleinere sie zusammen mit der Zimtrinde, der Vanillestange, den Sternanissamen und dem Inhalt der 3 Kardamomkapseln im Multihacker.

Füge den Zucker nach und nach hinzu. Die Mischung sollte sich nicht mehr klebrig anfühlen, dann ist sie fertig. Streue die Mischung nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und lasse sie bei 50 Grad Ofentemperatur trocknen. Halte die Ofentüre mit einem Holzlöffel einen kleinen Spalt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Lockere für eine gleichmäßige Trocknung die Mischung zwischendurch immer wieder einmal auf. Mahle die Mischung im Anschluss in einer Kaffeemühle oder zerstoße sie mit dem Mörser.

 

Limonade aus Mädesüß

  • Handvoll Blüten
  • 500ml Wasser
  • 500ml Apfelsaft
  • Scheiben einer Bio Zitrone

Lege die Blüten und die Zitronenscheiben für 24 Stunden in dem Wasser ein. Siebe die festen Bestandteile heraus und fülle die Limonade mit dem Apfelsaft auf.

Diese Limonade kann durch Aufkochen und Abfüllen in sterile Flaschen haltbar gemacht werden.

 

Tinktur bei schmerzenden Gelenken, Rheuma, Gicht und Cellulite

Fülle ein Schraubglas mit Mädesüßblüten auf und bedecke alle Blüten mit mindestens vierzig prozentigen Alkohol. Verschließe das Glas und lasse es für vier Wochen an einem warmen Ort ziehen. Seihe die Tinktur im Anschluss ab und bewahre sie in einer dunklen Flasche auf.

 

Mädesüß Dampfbad bei unreiner Haut

Lasse die Blüten des Mädesüß für 24 Stunden in destilliertem Wasser ziehen. Wünschst du eine längere Haltbarkeit, so füge dem Gemisch etwa 10 Prozent hochprozentigen Alkohol hinzu.

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