Einige Leser unter euch kennen meine Geschichte zu diesem Thema aus einem anderen Artikel, der schon ein wenig länger zurück liegt.

Der Wandel des Lebens

Es war einmal im Irgendwann, irgendwo zwischen den Meeren vom Ende und Anfang der Welt, eine kleine paradiesische Insel. Oh wie zauberhaft es dort doch war. Wohin man auch schaute wuchsen phantasievolle Blumen, wundersame Bäume mit den saftigsten Früchten regten ihre Krone stolz in den Himmel, Schmetterlinge tanzten in der Sonne und die Menschen auf dieser Insel waren so trunken vor Glück, dass sie den ganzen Tag lachten und sangen. Ein wahrhaftiges Juwel inmitten der Meere.

Hatte man Hunger, so brauchte man seine Hand nur nach eines der zahlreichen Früchte ausstrecken, hatte man Durst, so konnte man aus den vielen türkisfarbenen Quellen trinken. Alles auf dieser Inseln war im Überfluss vorhanden.

Auf der Insel lebte Sanjivani, ein alter weiser Mann mit einem weißen Bart, der ihm bis zum Bauchnabel reichte und spitzbübischen klaren Augen, wie die eines jungen Burschen, der die ganzen Abenteuer der Welt noch vor sich sieht. Oh wie gescheit er doch war.

Hatte jemand aus dem Volk eine Frage, die ihm auf der Seele brannte, so ging er immer zu Sanjivani und wurde stets durch dessen Antwort von der Last des Nichtwissens befreit. Ja Sanjivani war ein wirklich weiser alter Mann.

Manchmal jedoch, wenn man schnell genug war und ganz genau hinschaute, so sah man, dass sein Blick sich für den Bruchteil eines Augenblickes trübte und ein Hauch von Kummer über sein Gesicht huschte. Sanjivani selbst spürte diesen Moment sehr wohl, aber er wusste nicht so recht was ihm geschah. So faltete er blitzschnell diesen kleinen dunklen Schatten zusammen und verstaute ihn in tief in seinem Inneren, vor aller Welt und sich selbst verborgen.

Eines Tages indes geschah es, dass riesige Wolken den Himmel verdunkelten, sich zu Bergen auftürmten und ein furchtbares Unwetter über das paradiesische Kleinod hereinbrach. Riesige Meereswellen peitschten über die Insel hinweg, so manch einer wurde hinfortgespült und ward das letzte Mal gesehen. Bäume wurden entwurzelt; Hütten niedergerissen, Familien entzweit. So schnell wie der Sturm gekommen war, so schnell verschwand er auch wieder. Seine Hinterlassenschaft war ein einziges Chaos und das Leid der Menschen erhob sich klagend in den Himmel.

Nach dem ersten Schock versammelten sich die Überlebenden und suchten einander Trost. Weinend saßen sie am Boden und wussten sich keinen Rat. Auch Sanjivani weilte unter ihnen und betrachtete mit leidvollem Herzen das Geschehen. Plötzlich fing der Schatten in seinem Innern an zu zappeln und zu strampeln, bis Sanjivani nichts anderes übrig blieb als ihn zu nehmen. So holte er seinen verborgenen Schatten hervor, faltete ihn auseinander und betrachtete ihn aufmerksam. Ein hoffnungsvolles Lächeln erhellte sein Gesicht und er erhob sich von seinem Platz, stieg auf einen kleinen Felsvorsprung und verkündete allen Versammelten mit solch einer stoischen Ruhe die Botschaft „Auch das geht vorüber!“, dass sie augenblicklich ihre Tränen trockneten und begannen das Chaos auf der Insel zu beseitigen.

Hütten wurden wieder aufgebaut, neue Bäume gepflanzt und jegliches Chaos verschwand mit der Zeit mehr und mehr, so dass bald nichts mehr von all dem Unheil erkennbar war. Bald waren die Herzen der Menschen wieder voll der Freude und des Glücks und ein riesiges Fest wurde gefeiert. 

Sanjivani unterbrach mitten in all dem bunten Geschehen die Trommler und die Flötenspieler und verkündete mit fester Stimme: „Auch das geht vorüber!“ Er sah den Unmut in den Augen der Menschen, welche in diesem Moment alles hören wollten nur gerade das nicht und wiederholte noch einmal mit aller Ruhe in der Stimme: „Auch das geht vorüber!“

Einer nach dem Anderen begann zu begreifen und nickte wissend um die Vergänglichkeit des Augenblickes mit dem Kopf. Die Musik begann wieder zu spielen und die Menschen tanzten und sangen bis spät in die Nacht. 

 

Alles geht vorüber

Liegt nicht etwas sehr tröstliches in diesen drei Worten? Alles geht vorüber …

Wir haben uns jetzt fast vier Wochen intensiv mit der Achtsamkeit beschäftigt. Und nun: Alles geht vorüber … 

Lasse diesen Satz einmal wirklich in deinen Geist eintauchen. Schließe die Augen und nimm diese Aussage ganz bewusst wahr.

Alles geht vorüber …

Wir haben gelernt, wie wichtig es ist jeden Augenblick achtsam wahrzunehmen und uns verschiedene Wege angeschaut, wie uns das auch gelingen kann.

Momente sind nicht für die Ewigkeit, sie gehen vorbei. Die Guten wie die Schlechten!

In den weniger guten Momenten ist es sicher für jeden ein Segen zu wissen, dass sie vorübergehen werden. Wir streben zum Licht, zu den positiven Seiten dieser Welt und möchte alles Negative möglichst schnell hinter uns lassen. Da ist es doch sehr tröstlich zu wissen, dass diese Momente nicht von Dauer sind. Das der Schatten auch wieder vom Licht abgelöst werden.

Es ist jedoch mehr als das!

Zu wissen, dass nichts von Dauer ist, bedeutet auch, dass du keine Angst fühlen musst. Sei mutig! Stelle dich deinen Schatten. Nimm sie ebenso bewusst und achtsam war, wie die Sonnenseiten deines Lebens. Sie sind nun mal da und es werden neue Schatten kommen. Liebe auch diese Momente. Nimm dich ihrer an, wie die Mutter das Kind auch annimmt, liebt und umsorgt, wenn es fiebernd im Bett liegt. Es sind deine Momente, es ist dein Leben. Es ist schier unmöglich allen Schatten aus dem Weg zu gehen, zumal wo Licht ist … nicht wahr?

Sei in traurigen, dunklen Zeiten besonders aufmerksam für dich da. Bleibe in Liebe bei dir. Kümmere dich um dich, sei achtsam mit dir und schenke dir all die Liebe, die du nur irgendwie aufbringen kannst und lasse es achtsam zu, dass sich die Schatten mehr und mehr in Licht verwandeln.

In den schönen, glücklichen Momenten möchten wir die Zeit anhalten. Sie möge doch bitte einfach stehen bleiben. Das wird dir nicht gelingen und je mehr du es versuchst umso größer ist die Gefahr, dass sie dir einfach durch den Fingern zerrinnt. Genieße jeden einzelnen glücklichen Moment. Feiere dein Leben. Genieße den Augenblick in vollen Zügen, aber versuche nicht an das Morgen zu denken. Lasse geschehen und akzeptiere, dass Dinge einfach vorüber gehen. Wenn dir das gelingt, dann bist du wahrlich im Hier und Jetzt angekommen.

Machst du dir Sorgen, dass du das Schöne verlieren könntest und wünschst du dir nichts sehnlicher, als das es bleiben wird, dann lebst du in der Zukunft und nicht im Augenblick.

Lebe jeden Moment deines Lebens in Achtsamkeit und lasse ihn in Liebe vorüber gehen. Betrachte die Schatten und das Licht. Umsorge dich in finsteren Zeiten und strahle, wenn das Glück dich durch die Lüfte trägt. Sei frei von Angst.

Alles wird gut – immer wieder.

Artikel drucken Artikel drucken

2 Responses

  1. Waltraud Kleindl

    Alles wird gut – immer wieder. Liebe Alexa, dieser Satz hat es in sich, je länger man darüber nachsinnt. Man kann ja nicht erwarten dass IMMER ALLES GUT ist, doch die Einsicht dass es immer wieder gut wird, ist tröstlich. In den letzten Wochen voller Schmerzen, Zweifel und Angst habe ich mir ständig gesagt: „alles wird gut, du bist ein geliebtes Wesen, dein Schutzengel behütet dich und jeder gibt sein Bestes, damit dir geholfen wird“ Und es war so, die OP ist gut verlaufen, die Firma lief mit meinem großartigen Team weiter und ich befinde mich auf dem Weg der Genesung. Nach so einer Erfahrung kann man sicher sein, letztendlich wird ALLES gut.
    Schade dass die Challenge nun vorüber ist, ich habe sehr viel mitnehmen können, alles Liebe!

    Antworten
    • Alexa Szeli

      Liebe Waltraud,

      Deine Kommentare treffen immer direkt mein Herz <3 Ich würde mich freuen, wenn Du mich weiterhin begleitest und eine nächste Challenge kommt bestimmt.

      Ich wünsche Dir Alles Liebe und sage Danke, vielen lieben Dank für Deine Worte

      Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.