Alles im Leben gleicht sich aus, was geschenkt wird, wird auch genommen. Was wir der Welt schenken, schenkt die Welt auch uns.

Gebo = die Gabe, das Geschenk

dem Buchstaben G zugeordnet

Rune Gebo - Gabe

Die Rune Gebo – Das Geschenk

Allein im Symbol der Rune ist das Prinzip seiner Wirkung erkennbar. Alles ist ausgeglichen. Gebo mahnt uns der Welt etwas zu schenken. Der Beschenkte wird diesen Gedanken weitertragen und wiederum einem anderen Wesen etwas von sich geben. Der Kreis schließt sich am Ende und auch wir erhalten unser Geschenk, unsere Gabe.

Diese Rune möchte, dass zwischen dem Geben und dem Nehmen Gleichgewicht besteht. Gebo bedeutet „geben“. Es stammt vom althochdeutsch „geban“ ab. (gotisch = „giban“, altenglisch = „giefan“) Entwickelt hat sich die Bezeichnung aus dem Indoeuropäischen Wörtern „ghab“ und „gheb“. Beide Wörter sind Bezeichnungen für geben und auch nehmen. (ghab = geben, nehmen, tragen, greifen – gheb = nehmen, geben)

Das Wort Geschenk hat die gleiche Wortherkunft. Es geht also nicht wirklich um die Geschenke, welcher unter dem Julbaum liegen oder den Geburtstagstisch zieren. Das Geschenkt der Rune Gebo ist eine Art Opfer. Wir schenken der Welt einen Teil von uns und erhalten dafür etwas von ihr zurück. Im Leben wird gegeben und genommen.

Die Triskele - Symbol der Kelten

Alles ist in Balance

Übertragen wir das Symbol in ganz einfacher Form auf die Welt, so zeigt es in alle vier Himmelsrichtungen. Gebo hat einen verbindenden Charakter.  Das bezieht sich auf alle Ebenen. Sie verknüpft die Beziehungen zwischen uns Menschen. Gebo steht jedoch auch für das Gleichgewicht zwischen allen Dingen und ist somit eine Verkörperung des hermetischen Grundgesetzes: Wie oben, so unten. Das Eine findet sich im Anderen und umgekehrt. So ist Gebo das Leben und der Tod, das Geschenk und das Opfer. Zwei Linie kreuzen sich. Sie treffen in der Mitte aufeinander, so wie Gebo die Mitte von Allem ist. Gegensätze heben sich auf, alles wird gleich. Jegliche Existenz schmilzt auf einen gemeinsamen Nenner. Gebo ist der Pulsschlag des Lebens, der Blutfluss des Universums, der Atem der Götter.

Die Triskele - Symbol der Kelten

Gebo in der magischen Arbeit

Bist du bereit für die Kräfte von Gebo. Sie kann deine magischen Fähigkeiten verstärken, sie kann sie dir aber auch nehmen. Es kommt darauf an, was du bereit bist zu geben. Die Rune kann in der magischen Arbeit überall dort eingesetzt werden, wo ein Ausgleich geschaffen werden soll. Möchtest du zwei Streitende vereinen, so wird Gebo dich unterstützen.

Mit Gebo kannst du auch jegliche Kräfte konzentrieren, ihrem Mittelpunkt zuführen. Du kannst mit ihr Energien anziehen, aber auch wegstoßen. Gebo kann dich mit nichtmenschlichen Wesen verbinden, Räume öffnen.

Vor allem aber leistet Gebo Großartiges, wenn es darum geht alle Mächte zu bündeln. In der magischen Arbeit sind oftmals mehrere Praktiken nötig, um ein Ziel zu erreichen. Sei es nur, dass du verschiedene Runen einsetzen möchtest. Es können aber auch unterschiedliche Praktiken miteinander verbunden werden. Du kannst eine Sigille mit den Elementen des Voodoos verknüpfen und das Ganze mit Runenmagie verstärken. Welche Methoden du auch immer anwendest, sobald mehrere im Spiel sind, kannst du Gebo nutzen um alle miteinander an einem Strang ziehen zu lassen. So kannst du starke und vor allem miteinander harmonierende Kräfte wecken.

Gebo kann als Amulett getragen werden, aber sei auf der Hut: Gebo schenkt dir nichts, ohne das du deinen Preis dafür zahlen musst.

Symbol für Äther

Quellen:

  • ¹ Helrunar, Ein Handbuch der Runenmagie, Jan Fries, 1997; Edition Ananael, 4. Auflage 2009.
  • ² Germanische Magie, Geschichte – Mythologie – Zauber der Runen, Gunivortus Goos, 2018; Edition Roter Drache, 1. Neuauflage Januar 2019.
  • Runenmagie, Handbuch der Runenkunde, Karl Spiesberger, 1968; Verlag Richard Schikowski Berlin, 2. Verbesserte Auflage.
  • Die Kraft der Runen, Mit Runen arbeiten und leben, Waltraud Drexler, 1992; Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, Originalausgabe August 1992.
  • Runenkunde, Klaus Düwel, 2008; J.B. Metzler’sche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH in Stuttgart, 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage.