Wir lenken unsere Gedanken auf die Gegenwart

In der Achtsamkeit geht es um das bewusste Wahrnehmen des Augenblickes. Wir lenken unsere Gedanken weg von der Vergangenheit, weg von der Zukunft, hin zur Gegenwart. Nur der aktuelle Moment ist es, der zählt.

Was geschieht gerade jetzt in diesem Augenblick mit uns? Was sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken und spüren wir? Wir beobachten uns selbst ganz bewusst. Nehmen bewusst wahr.

In dem Moment des achtsamen Beobachten sind wir:

  • nicht wertend
  • nicht urteilend
  • nicht identisch mit dem Objekt unserer Betrachtung
  • wohlwollend
  • liebevoll,
  • offen
  • unvoreingenommen
  • naiv (im Sinne von einem Betrachten des Augenblickes mit dem Blick eines Kindes)

Wir konzentrieren uns bewusst auf den Augenblick und nehmen ihn unvoreingenommen wahr. Leben und schätzen ihn.

 

Das Rad der Achtsamkeit

Mit Hilfe des „Rades der Achtsamkeit“ (2007, dr. Dan Siegel, Wheel of Awareness) können wir unsere Achtsamkeit so lenken, dass unser Geist ruhiger wird.

An dieser Stelle erläutere ich eine vereinfachte Form:

Lenke deine Achtsamkeit nacheinander auf folgende drei Bereiche:

 

1. Außenwelt

 

Was sehe ich?

Beobachte deine Umgebung mit klarem Blick. Was siehst du alles? Schaue dir alles ganz genau an, bis in das letzte Detail hinein. Nimm diese Bilder einfach nur wahr und betrachte sie frei von Urteilen.

 

Was höre ich?

Lausche in deine Umgebung. Welche Geräusche nimmst du wahr? Höre ganz genau hin – du kannst auch deine Augen schließen, wenn es dir dann leichter fällt deine Umgebung akustisch wahrzunehmen.

 

Was taste ich?

Der Sinn beschäftigt sich mit dem Erfühlen deiner Umgebung. Berühre Objekte oder Subjekte (z. B. deinen Hund, dich selbst, …) in deiner unmittelbaren Umgebung. Nimm ihre Struktur ganz genau zur Kenntnis. Wie fühlt es sich an? Welche Oberfläche ertastest du.

 

2. Innenwelt

 

Was empfindet mein Körper?

Lenke nun deine Aufmerksamkeit weg von den äusseren Eindrücken und wandere in dein Inneres. Was empfindet dein Körper? Vielleicht fröstelt es ihn oder er fühlt sich angenehm warm an. Ist ein Kribbeln auf der Haut zu spüren, schmerzt vielleicht dein Nacken? Spüre in jeden Winkel deines Körpers und nimm wahr, wie er sich anfühlt.

 

Was fühle ich?

Achte nun bewusst auf die Gefühlswelt in dir. Spürst du Trauer, Liebe, Glück, Freude, Schmerz oder Angst. Nimm deine Gefühle wahr. Nimm sie liebevoll an, werte sie nicht und verurteile sie nicht. Beobachte sie einfach nur.

 

Was denke ich?

Lasse die Gedanken kommen und gehen, beobachte sie. Greife nicht ein, versuche sie nicht zu halten. Lasse sie an dir wie Wolken am Himmel vorüberziehen und nimm sie einfach nur staunend war, wie ein Kind.

 

3. Etikettieren

 

Was ist angenehm?

Jetzt spüre genauer hin, beobachte noch konkreter. Was wird von dir angenehm wahrgenommen? Konzentriere dich in diesem Moment komplett auf alle angenehmen Aspekte des Augenblickes und nimm diese bewusst wahr.

 

Was ist neutral?

Es sind auch Gedanken und Empfindungen in uns, die wir nicht weiter wahrnehmen, da sie weder negativ, noch positiv sind. Diese neutralen Aspekte werden gerne übersehen. Betrachte aber auch diese und nimm auch diese ganz bewusst wahr.

 

Was ist unangenehm?

Vor unangenehmen Dingen würden wir uns oftmals gerne verschließen. Dein Geist kann sich jedoch nicht beruhigen, wenn die unangenehme Empfindungen und Gedanken einfach ignoriert werden. Er wird sich weiterhin damit beschäftigen und dir keine Ruhe lassen. Lenke also nun deine Augenmerk auf alles was dir unangenehm ist. Gehe nicht in die Empfindungen hinein, beobachte sie einfach nur, als würdest du einen Film im Kino schauen. Sei liebevoll, aber nicht wertend. Beiße dich nicht an deinen negativen Gedanken und Empfindungen fest, einfach nur wahrnehmen und zum Abschluss liebevoll gehen lassen.

 

Diese Übung solltest du öfter durchführen. Du verbindest dich in einem meditativen Zustand mit dir selbst. 

 

Meditation bedeutet, bei allem, was man tut, völlig aufmerksam zu sein – beispielsweise darauf zu achten, wie man mit jemandem spricht, wie man geht, wie man denkt, was man denkt.

-Krishnamurti-

Nutze das „Rad der Achtsamkeit“ um deinen Geist zu öffnen und zu beruhigen.

Namaste,

Alexa

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2 Responses

  1. Pete J. Probe

    Wie gewohnt ganz toller Artikel, den ich mir allerdings noch ein zweites Mal in aller Ruhe durchlesen muss. Dazu werde ich meinen ersten `Leitspruch´ – ich nenn die Dinger `Mindcards´ oder so..?.. – von meinem Kühlschrank abnehmen (Haftmagnet) und ihn mir gut sichtbar an meinen Schreibtisch anheften.
    Darauf steht:
    Hier bin ich JETZT (letzteres in dick rot).
    Vergangenheit und Zukunft verbrenne ich mit Feuer.
    Alles andere ergibt sich von selbst.
    Bin schon gespannt, wie ich das mit eurem so eindrucksvollem Text in Einklang bringen kann.
    Freu mich drauf!!
    Herzl. Gruß im Sinne dieser Verbundenheit.. sag ich mal
    Euer PJP

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