Meister Eder erlebt die aller-fantastischsten Abenteuer mit seinem Pumuckl. Wer kennt ihn nicht, den rothaarigen Frechdachs, der alles liebt, was glitzert und viel Schabernack treibt. Er blieb in der Schreinerwerkstatt an einem Leimtopf kleben und war fortan verpflichtet bei Meister Eder zu leben. So will es das Koboldgesetz.

Oder Tomte Tummetott, der beliebte Kobold in den Geschichten von Astrid Lindgren, der in vielen Kinderzimmern zu finden ist.

Woher aber finden sich die Ursachen der Koboldgeschichten oder sind es am Ende gar keine Geschichten?

Hausgeist Kobold

Wo kommt der Kobold her?

Überall auf der Welt finden sie sich, die Geschichten von Kobolden. In Schweden sind es die Tomte, in England die Brownies, in Norwegen die Tussen, in Dänemark heißen sie Nisse und hierzulande Kobolde oder auch Hausgeister.

Noch heute wird dem Nis ein Schüsselchen mit Hafergrütze hingestellt, doch auch hierzulande ist dieser alte Brauch nie ausgestorben. Woher kommt aber der Glaube?

Aus dem 14. Jahrhundert finden sich Aufzeichnungen über den schwedischen Tomte. Die später heilig gesprochene Brigitta sprach mit scharfer Zunge über das Koboldvolk, über jene „die dem Tomte Verehrung und Opfer zuteil werden lassen und nicht zur Kirchen gehen.“ Weitere Erwähnung finden sich auch im 15. Jahrhundert in einem Text von Olaus Magnus und auch in dem Werk Själens tröst.

Grimm berichtete über die kleinen Wesen. Aus Buchsbaum wurden einst kleine Hausgeister geschnitzt und im Zimmer aufgestellt. In solch einer Figur kann ein Kobold wunderbar leben. Man stelle ihm nur genügend Speis und Trank davor. Es fanden sich laut Grimm auch viele Darstellungen von Hausgeistern an Wänden gezeichnet.

Bewohner der Hügel

In Norwegen erzählen sie Geschichten vom haugbo, dem Bewohner der Hügel und haugbonde, dem Hügel-Landwirt. Es heißt, die Nissen und Tomte lebten zuweilen auch auf alten Grabhügeln. Solheim vermutet in seinem Werk „Gardvoren og senga hans“, dass der Geist des Hügel kein geringerer ist, als der erste Besitzer des Landes, der Erbauer von Haus und Hof.

Nach seinem Tod kehrt er als Hausgeist zurück und wacht fortan über das Anwesen und dabei wirft er natürlich auch einen strengen Blick darauf, ob seine Nachkommen alles richtig anstellen.

Wo wohnt der Kobold?

Nun, nicht alle der kleinen Gesellen leben auf alten Grabhügeln. Es kommt vor, dass ein Kobold sich stark an einen Ort gebunden fühlt und diesen niemals verlässt, selbst wenn die Familie Haus und Hof zurücklässt, um andernorts zu leben. Andere wiederum schultern ihr Gepäck und reisen einfach mit, egal wohin es geht. Dabei ist es dem Kobold ziemlich schnuppe, ob die Familie ihn willkommen heißt oder nicht, da wird gar nicht groß gefragt.

Alte Bäume flüstern von einst vorbeifahrenden Wagen mit all dem Hab und Gut und einem Wehklagen, dass die Blätter zum Erzittern bringt. So jammert die Familie, dass sie doch nun extra ihr Land verließen, um endlich den Hausgeist loszuwerden und nun sitzt er hier fröhlich kichernd zwischen ihren Habseligkeiten und baumelt mit den Beinen.

Kobolde können einfach überall wohnen. Als Klabautermann schützen sie Schiffe. Sie leben in Mühlen und sogar in Kirchen.

Was braucht so ein Hausgeist?

Zumeist sind die Kobolde gute Seelen, nur selten sind sie von ihrem Wesen her wirklich bösartig und wahre Quälgeister. Ein Hausgeist verlangt nicht viel, aber kann sehr verärgert sein, wenn er das Wenige nicht bekommt. Stelle dem Hausgeist jeden Donnerstag ein Schälchen mit Hafergrütze an sein Haus. Auch ein Fingerhut voll Bier oder Milch soll dem kleinen Gesellen Freude bereiten. Vergiss auch nie an Feiertagen dem Kobold etwas von Speis und Trank zu schenken.

Es heißt, er ist auch dem Tabak sehr zugetan. Ich selbst habe schon die Erfahrung gemacht und auch andere berichten davon: Hausgeister lieben klaren Schnaps.

Stelle dem Hausgeist einen Stein neben Ofen oder Kamin, falls vorhanden. Ansonsten suche ein kuschliges Plätzchen, wo er sich gewiss wohlfühlen wird. Sie lieben es, mitten im Geschehen zu sein. Überlege also, wo in deinem Zuhause das Leben stattfindet und baue ihm dort ein kleines Heim, wobei ein schöner Stein zumeist genügt oder die bereits erwähnte Buchsbaumfigur.

Was mag er nicht?

Es heißt, dass Hausgeister keine Partygänger sind und diesen „Lärm“ eher verabscheuen, aber gegen Musik selbst nichts einzuwenden haben. Ich würde das nicht so pauschalisieren. Mein Kobold weiß eine gute Feier durchaus zu schätzen und schwingt gewiss fröhlich sein Tanzbein, wenn niemand so genau hinschaut. Um sicher zu gehen, sage dem Kobold einfach vor einer Party Bescheid, so kann er selbst entscheiden, ob er sich nicht besser verkrümelt.

Langweilen darf ich meinen Hausgeist nicht, dann verschwindet schon mal das ein oder andere Utensil für längere Zeit. Es ist wohl seine Art, für Stimmung zu sorgen.

Kobolde verabscheuen auch Faulheit und Müßiggang. Da gab es schon die ein oder andere Diskussion.

Hausgeist Kobold

Ein Kobold bringt Glück ins Haus

Dem Hausgeist wird oft nachgesagt, dass er Sachen versteckt. Nun, es ist nicht so, dass das nicht vorkommt, aber meistens drückt er damit seinen Ärger aus. Vielleicht bekam er nicht genug zu essen oder es wurde ganz vergessen. Kobolde möchten auch geehrt und wertgeschätzt werden, sonst können sie dir schon so manchen Streich spielen.

Normalerweise helfen sie dir Sachen wiederzufinden, statt sie zu verstecken. Du suchst deine Brille, deinen Autoschlüssel oder die zweite Socke? Frag mal lieb nach, dann hilft er dir bestimmt und es taucht schneller auf, als du denkst.

Ein Hausgeist möchte, dass es uns gut geht. Er sorgt gerne dafür, dass wir glücklich sind, selbst wenn er dafür das Glück an anderen Orten stiehlt. Eine sehr alte Geschichte berichtet von einem wirklich armen Bauern, wo die Tiere Hunger zu leiden hatten. Also zog der Kobold mit einer klapprigen Kuh los, voll Heu beladen kehrten sie zurück, welches sie anderen Höfen stahlen.

Was tun, wenn der Kobold böse ist?

Meistens sind sie nur verärgert. Schaffen wir das Ärgernis aus der Welt, so hört der Kobold ganz von selbst mit seinem Schabernack auf. der schon recht weit gehen kann.

Es gibt aber auch Hausgeister, die so böse sind, dass sie gehen müssen. In Island, so heißt es, gibt es einige von ihnen. Sie heißen fyl-gidraugur, Folge-Wiedergänger. Vor Jahrhunderten ausgesetzte Säuglinge manifestieren sich psychisch und quälen die Familien über Generationen hinweg.

Da hilft nur noch ein Zauberspruch:

Wola, wiht, taz tu weist, taz wiht heizist,

Taz tu neweist noch nechanst cheden `chnospinci`

Dieser Spruch erinnert sehr stark an das Märchen vom Rumpelstilzchen. Als die Königin fragt, ob er Rumpelstilzchen heißt, da zerreißt es ihn förmlich vor Wut.

Chnospinci ist eine Art Nonsens Wort, dass Kobolde nicht hören wollen. Sie ziehen beleidigt von dannen.

Wohlan, Wicht, Du weißt, dass Du Wicht heißt,

was Du nicht weißt du auch nicht kannst ist chnospinci zu sagen.

Überlege gut, ob du deinen Kobold wirklich verjagen möchtest, es findet sich bestimmt ein gemeinsamer Weg und ein wohlgesonnener Hausgeist ist Gold wert.

Hausgeist Kobold

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