Die Christen tun es, die Buddhisten tun es – Sie lassen es läuten!

 

Lausche, lausche, dieser wunderbare Klang bringt mich zum gegenwärtigen Moment zurück.

-Thich Nhat Hanh-

 

Thich Nhat Hanh ist ein vietnamesischer buddhistischer Mönch, Schriftsteller und Lyriker, der sich viel mit der Achtsamkeit auseinandergesetzt hat. Von ihm stammt dieses schöne Zitat, welches uns daran erinnern soll, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen. In diesem Moment geistig vollkommen präsent zu sein und voll und ganz in der Gegenwart zu leben.

Diese Momente konsequent zu einem einzigen Lebenscredo werden zu lassen gelingt nur wenigen Menschen. Immer wieder entfernen wir uns von dem achtsamen Gewahrseins des Augenblicks. Zu viele Aufgaben müssen erledigt werden, zu viele Gedanken hängen noch im Gestern und zu viele Sorgen sind in die Zukunft voraus geeilt, unsere Gedanken im Gepäck bei sich tragend.

In Klöstern der christlichen und buddhistischen Welt erklingt immer wieder eine Glocke. Diese Glocke soll die Übenden daran erinnern wieder in den gegenwärtigen Augenblick zurückzufinden. Sie sollen kurz innehalten, sich des Momentes bewusst werden, auf ihre Atmung achten und erkennen, was sie gerade tun.

 

Nutzen auch wir die Glocke der Achtsamkeit

Wir müssen uns nicht täglich mehrmals in einen ruhigen Raum zurückziehen und im Lotussitz dreißig Minuten am Stück stillsitzen und meditieren um achtsam zu leben. Dies ist zwar eine sehr bewusste Form einer Achtsamkeitsübung, aber nicht immer durchführbar.

Die Glocke der Achtsamkeit lässt sich wunderbar in jeden Alltag von uns integrieren. Hören wir ihren Klang, so halten wir inne. Für einen kurzen Moment und meditieren auf unsere eigene Art und Weise.

Wir atmen ganz bewusst ein und aus, lösen uns von für eine kurze Zeit vom Alltagsgeschehen und besinnen uns darauf, dass wir uns vorgenommen haben achtsamer zu leben.

 

Achtsames Atmen
Ich atme ein und weiß, dass ich einatme.
Ich atme aus und weiß, dass ich ausatme.
Wenn sich mein Einatmen vertieft,
wird mein Ausatmen langsamer.
Einatmend beruhige ich meinen Körper.
Ausatmend fühle ich mich entspannt.
Einatmend lächle ich.
Ausatmend lasse ich los.
Im gegenwärtigen Moment verweilend,
weiß ich, dies ist ein wundervoller Moment.

(Thich Nhat Hanh)

 

Ein kleiner Augenblick für uns um mal Fünfe gerade sein zu lassen.

 „Lausche, lausche, dieser wunderbare Klang bringt mich zum gegenwärtigen Moment zurück.“

Du kannst dir selbst aussuchen, welches Geräusch deine Achtsamkeitsglocke sein soll. Du hast absolut freie Wahl. Ich persönlich habe eine App auf meinem Handy „Lotus Bud Mindfulness Bell“. Dieser Ton erinnert mich täglich daran meinen Augenblick achtsam wahrzunehmen. Zudem habe ich mein Handy so eingestellt, dass in jeder Stunde eine Erinnerung an mich gesendet wird. Diese Erinnerungen habe ich mit Affirmationen ausgefüllt wie z. B.: „Das Leben liebt mich.“ oder „Das Universum unterstützt mich auf all meinen Wegen.“ So affirmiere ich mein Unterbewusstsein und erinnere mich gleichzeitig daran bewusster zu leben.

Der Klang kann aber auch die Sirene eines Krankenwagen sein, das Läuten der Kirchturmuhr, das Summen der Ampel, wenn sie auf Grün springt, … Das spielt keine Rolle.

(Mir verursacht schon allein der Gedanken an die Sirene eines Krankenwagens innere Schmerzen, aber es gibt Menschen, die sich bewusst negative Störgeräusche als Glocke der Achtsamkeit suchen um diese dann in ein positives Signal umzuwandeln.)

Die Glocke der Achtsamkeit muss nicht immer mit einem Geräusch verbunden sein. Du kannst zum Beispiel eine rote Ampel nutzen und dir bei jeder roten Ampel sagen: Ich atme Liebe ein, Ich atme Sorgen aus.

Sei voller Phantasie und du wirst die für dich passende Methode finden. Schaffe dir mit dieser Methode lauter kleine Oasen der Ruhe jenseits von Stress und Hektik über den ganzen Tag verteilt.

Es geht nicht um rosarote Brillen und einem Leben in Zuckerwattewolken

Unser Leben besteht nicht nur aus Glück, Frieden und Ponyhöfen.

Es ist auch nicht das Ziel der Achtsamkeit sämtliche als negativ empfundene Situationen aus dem Leben zu kicken. Eine Weile ist es wohl möglich sich zu manipulieren und die Welt in eine Villa Kunterbunt ohne Sorgen zu verwandeln, aber das ist nicht das wahre Leben. Es ist ein Trugbild, eine riesige schillernde Seifenblase die früher oder später platzen wird.

Du darfst traurig sein, du darfst wütend sein! Deine Emotionen sind wichtig im Guten wie im Schlechten. Versuche nicht dein Leben positiv zu konditionieren. Es wird dir auf Dauer nicht gelingen. Es geht darum deine Wut zu erkennen, Deine Trauer zu erkennen, deine Freude, deine Lust, deinen Schmerz, dein Lachen, dein Weinen … all das gilt es achtsam zu erkennen und liebevoll in den Arm zu nehmen.

Sei achtsam für dich da. In jeder Situation deines Lebens und wenn du magst, dann nutze die Glocke der Achtsamkeit um dich immer wieder daran zu erinnern, dass jeder Moment kostbar ist.

 

Suche die für dich passende Glocke(n) der Achtsamkeit

Wähle mit Bedacht: Es sollte täglich zur Verfügung stehen

(ein Feuerwerk wäre da zum Beispiel nicht so sinnvoll … )

Halte inne sobald deine Glocke zu hören / sehen ist!

Atme bewusst ein! Atme bewusst aus!

(Überlege dir jeweils einen Satz für das Ein- und Ausatmen)

Nimm den Augenblick wahr, bewerte ihn nicht – beobachte ihn

Schenke Dir selbst ein (inneres) Lächeln, ehe Du zum Alltag zurückkehrst

Namaste

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