Ursprünglich war ein anderer Artikel geplant, aber dann habe ich einen Post auf Facebook gelesen, der mir sehr zu denken gab und spontan beschlossen das Thema zu ändern.

Eine Frau war sehr verzweifelt und erzählte kurz ihre Geschichte:

Sie ging schnell im Supermarkt um die Ecke etwas einkaufen. Die Kinder wollten in der Zeit mit dem Hund eine Runde Gassi gehen, der kleine Junge, sechs Jahre jung, und sein großer Bruder. Vor der Haustür rennt der Hund plötzlich über die Straße, der Kleine hinterher. Der Hund wurde just in diesem Moment von einem Auto überfahren, das Kind wurde zum Glück nicht auch noch erwischt. Der Fahrer machte sich aus dem Staub … Der große Bruder war so fassungslos und hat in einer Übersprungshandlung mit der Faust in eine Glasscheibe geboxt. Er hat sich dabei sehr tiefe und stark blutende Schnittwunden zugezogen. Da waren nun die drei: Der schwer verletzte Hund, der weinende kleine Junge und der stark verletzte und unter Schock stehende große Bruder. In der Straße waren mehrere Leute unterwegs und niemand, wirklich niemand hat den drei Wesen geholfen. Der Mutter bot sich ein schlimmes und zugleich trauriges Bild, als sie mit den Einkaufstaschen um die Ecke bog.  Sie regelte dann alles weitere: Der Hund verstarb leider noch vor Ort, ein Krankenwagen versorgte das blutende Kind und sie spendete Trost so gut es ging.

Es hat ihr niemand dabei geholfen. Ist das nicht traurig, schlimm und eigentlich auch ziemlich ungeheuerlich?

Es fanden sich unter dem Post andere Beiträge mit ähnlichen Erfahrungen: Eine Frau, die mit ihrem behinderten Sohn in einer Wohnung eingeschlossen war, da sie durch einen Brand in der Nachbarwohnung nicht mehr durch das Treppenhaus konnte. Sie schrie am Fenster um Hilfe und niemand hat etwas getan!

In was für einer Welt leben wir eigentlich, frage ich mich da?!

 

Seid achtsam füreinander da

Es müssen nicht immer derartige Katastrophen passieren, in welchen wirklich dringend geholfen werden sollte.

Es sind auch die kleinen Dinge die zählen. Wie oft laufen wir achtlos an jemanden vorbei und sind dabei vollkommen auf uns konzentriert? Wir übersehen Menschen, die unsere Hilfe nötig hätten oder sehen sie und schauen bewusst nicht so genau hin, da der nächste Termin nicht verpasst werden darf oder das Essen zu Hause auf einen wartet.

Das Kind das offensichtlich allein durch das Einkaufscenter irrt und seine Mama sucht: Wie viele gehen einfach daran vorbei?

Die alte Frau am Bankautomat, die die Schlange immer länger werden lässt, weil sie das System nicht versteht: Wie oft wird dann einfach nur geschimpft, statt zu helfen?

Der Tourist, der verzweifelt versucht das U- und S-Bahn Netz zu entziffern: Wer fragt denn schon mal einfach so wo es denn hingehen soll?

Der Frau, der die Einkaufstasche reißt und die Sache über die Straße kullern: Wer bleibt stehen und sammelt es schnell mit auf?

Das Schulkind an einer stark befahrenen Straße, welches sich nicht auf die andere Seite traut: Wer nimmt es an die Hand?

Der Obdachlose irgendwo herumliegend: Wer schaut denn schon nach, ob noch alles in Ordnung ist?

Ich versuche immer wieder zu helfen, wenn ich sehe, dass jemand offensichtlich Hilfe benötigt. Hier mal ein paar Cent für die Oma vor mir an der Kasse, welche plötzlich merkt, dass ihr Geld nicht ganz reicht. Dort mal den Einkauf die Treppe hochtragen. Jemanden fragen wohin er denn möchte, wenn er verloren herum steht. Ich gebe mir Mühe auch mein Umfeld im Blick zu haben und auch bei mir gibt es Momente in denen ich schnell weiterlaufe, weil ich gerade so wirklich keine Zeit zu haben scheine. Hinterher plagt mich das schlechte Gewissen und ich schelte mich innerlich für meine Unachtsamkeit.

Lasst uns füreinander da sein. Seien wir achtsam, nicht nur mit uns, sondern mit allen Lebewesen dieser Erde. Nehmen wir uns einfach kurz die Zeit um einen anderen Menschen zu helfen und machen wir dadurch diese Welt ein klein wenig menschlicher.

Probiert es aus, es ist ein wirklich schönes Gefühl!
 

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4 Responses

  1. Waltraud Kleindl

    Das war heute ein schönes Thema! Mir ist öfters passiert dass ich kleine Kinder FINDE, meist hat die Mama noch gar nicht bemerkt dass sie sie verloren hat. Ich nehme das Kind wahr, in dem Augenblick wenn es bemerkt dass die Mama weg ist, wenn es einen Schreck bekommt und sich suchend und voll Angst umblickt; da spüre ich es und nehme es an der Hand, vorsichtig und mitfühlend und wir einigen uns stumm, dass es mir vertrauen kann und ich es zu seiner Mama zurückbringe. Meine eigenen Kinder finden das peinlich, aber was solls… ich werde nie müde diesem Ruf zu folgen. Euch alles Liebe und macht weiter so! Waltraud

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  2. Jana

    Liebe Alexa,

    Eine wunderschöne Aufgabe und ein toller Artikel vorne weg. Ich werde die nächsten Tage an der Umsetzung arbeiten. Damit kann ich mein Tagesmotto „Schenke vielen Menschen dein Lächeln“ erweitern. Danke für deinen Input.

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

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