Buono, pulito e giusto – gut, sauber und fair.

„Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben.“, sagt Carlo Petrini, Grüner und internationaler Präsident von Slow Food.

Slow Food – Dieser Begriff wurde von der gleichnamigen Organisation geprägt. Er steht für ein genussvolles, bewusstes und regionales Essen und ist die Gegenbewegung zum uniformen und globalisierten Fastfood.

Die Bewegung hat ihren Ursprung in Italien. Carlo Petrini definierte dort im Jahre 2006 die Grundbegriffe der „Neuen Gastronomie“ als Maßstab:

„Buono, pulito e giusto – gut, sauber und fair.“

Italien ist also der Vorreiter für Slow Food. Die Erhaltung der regionalen Küche mit heimischen pflanzlichen, tierischen (leider…) und deren lokalen Produktion ist das Grundanliegen der Bewegung.

Durch diese Bewegung wurde die Gastronomie in Italien längst verändert. Viele Verbrauchrn gehen dort heute mit der Auswahl ihrer Nahrungsmittel und Restaurants wesentlich kritischer um.

Über Zustande wie sie in viele Lokalitäten Deutschlands zu finden sind, rümpft der Italiener, selbst in der einfachsten Osteria, nur die Nase. Den Deutschen jedoch ist die Größe des Schnitzels noch eines der Kriterien für ein gutes Essen. Das viele Restaurants ihre Saucen weiterhin mit Pulver anrühren und vielerorts das Essen aus der Konserve kommt, ist keine Seltenheit.

Ich möchte aber nicht allzu ungerecht erscheinen, denn auch hierzulande entsteht in kleinen Schritten eine Bewegung, die über den Tellerrand hinausschaut und wissen möchte, was da auf dem Teller vor ihnen liegt.

 

Vom Einheitsbrei zu mehr Geschmack

Ich träume von einer Welt, in der das Verhältnis von Fertigprodukten, konservierten Waren und ungesundem Süßkram im Supermarkt auf den Kopf gestellt wird. Wäre es nicht wundervoll stattdessen einen Markt zu betreten, der randvoll gefüllt ist mit frischem Obst und Gemüse, duftenden Gewürzen und frisch gebackenem Brot? Eine Welt, in der jeder Lebensmittelmarkt auf die Produkte aus der Region zurückgreift, welche fair produziert sind und aus einem biologischem Anbau stammen?

In meiner kleinen familiären Welt wird noch gekocht und das fast jeden einzelnen Tag. Mitunter gehen wir auswärts essen, aber nicht einfach irgendwo, denn Qualität ist uns wichtig. Schließlich haben wir nur diesen einen Körper und möchten ihn so lange wie möglich gesund erhalten.

Die angebotenen Fertigprodukte sind ein einziger Einheitsbrei! Sie werden Millionen von Menschen angeboten und in ihnen findest Du immer das Gleiche. Eine derartige Massenproduktion des schlechtes Geschmacks ist der Nährboden für Monokulturen, welche das Bild eines Landes mehr und mehr zerstören.

Nun das Angebot regelt die Nachfrage und die Nachfrage ist groß!

Mit einer bewussten Entscheidung zu mehr Qualität in Deiner Nahrungszufuhr entscheidest du dich nicht nur für eine bessere Gesundheit, sondern wirkst gleichzeitig der fatalen Industrialisierung der Landwirtschaft entgegen.

 

Heutzutage wird weniger gekocht und mehr gegessen

Klingt nach einem Widerspruch?

Die Zunahme von Essen verläuft in unserer schnelllebigen Zeit zumeist mechanisch. Kaum jemand nimmt seine eingenommenen Mahlzeiten noch achtsam wahr. Das führt dazu, dass wir mehr essen, da uns die Menge, die wir zu uns nehmen gar nichts bewusst ist.

Viele essen alleine vor dem Fernseher, die Kinder nehmen ihre Fertigpizza mit auf ihr Zimmer um an ihrem Computer ja nichts zu verpassen. Ausserhalb der Wohnung wird wahllos etwas gekauft und häufig gar im Gehen achtlos verzehrt.

Es wird Zeit diesem traurigen Zustand bewusst etwas entgegen zu setzen. Bereiten wir doch unsere eigenen Speisen mit viel Kreativität wieder selbst zu.

 

Slow Food – ein Weg zur Entschleunigung der immer schneller werdenden Welt

Das Tempo des Lebens verlangsamen ist ein Credo der Slow-Bewegung. Das kennen wir doch von der Achtsamkeit!

In der Tat ist die Slow-Bewegung mit der Achtsamkeit thematisch eng verwandt, denn von Slow Food kann man erst wirklich sprechen, wenn man sich Zeit nimmt. Es ist eine Philosophie für sich, was aus den Lebensmitteln gezaubert wird, wie sie zubereitet werden und letztendlich auch wie sie dem Körper zugeführt werden.

Fange damit an selber zu kochen. Entscheide dich bewusst gegen die Massenproduktion der Supermärkte und werde dir darüber bewusst, was du deinem wertvollen Körper zuführst.

Koche mit frischen Zutaten, wenn möglich aus einer biologischen, regionalen Quelle.

Du wirst gesünder essen. Vermutlich wirst du nicht auf die Idee kommen, dir unnötig irgendwelche Zusatzstoffe in dein Essen zu schütten. Du wirst wesentlich weniger Salz und Fett verwenden. Das Beste daran: Du wirst dich mit deiner Nahrung beschäftigen und nicht mehr nur gedankenlos verzehren.

 

Kochen verbindet

Es fühlt sich toll an, seine Mahlzeiten selbst zu kochen. Es schmeckt besser und wer kocht, der isst selten allein.

Du hast viel Liebe und Arbeit in dein Gericht gesteckt und wirst dafür sorgen, dass es wertgeschätzt wird und die Einnahme nicht vor dem Fernsehprogramm vollzogen wird.

Ein gemeinsames Essen ist ein bewussteres Essen. Die Familie versammelt sich am Tisch und es findet ein gegenseitiger Austausch statt, der ganz nebenbei das Familienleben festigen und fördern wird. Wer fragt schon nach, was heute tolles gekocht wurde, wenn die Tiefkühlpizza zum 100sten Male auf dem Tisch steht?

Musst du von jetzt ab den ganzen Tag in der Küchen stehen? Nein! Wirklich nicht!

Viele Gerichte gehen schnell und können innerhalb einer halben Stunde aufgetischt werden. Wichtig ist beim Kochen jedoch wirklich zu kochen und nicht andere Dinge nebenher zu denken oder gar zu erledigen. Nimm dir bewusst Zeit um die Mahlzeiten zuzubereiten. Wir sind es kaum noch gewohnt einfach nur in Ruhe etwas zu tun ohne bereits im Kopf etwas anderes zu planen. Also wenn du kochst, dann koche – mache nichts anderes!

Achte darauf, dass das Essen alle Sinne anspricht. Achte auf den Geruch, der deine Küche durchzieht. Schmecke deine Nahrung bewusst und zerlege die einzelnen Bestandteile mit deinen Geschmacksnerven. Fasse das Essen achtsam an, spüre die Strukturen und die Konsistenz. Verbinde dich mit deiner Nahrung. Zu guter Letzt: Richte das Essen schön an und klatsche es nicht einfach lieblos auf den Teller. Das Auge isst mit! 

Sei mutig in der Küche und koche auch einmal ein etwas aufwendigeres Gericht. Das erfordert Geduld. Eine schöne Übung für mehr Achtsamkeit. Nimm dir dann ruhig ein paar Stunden Zeit. Reduziere einmal die Hitze auf dem Herd, denn ein langsam gekochtes Essen schmeckt einfach besser. Ich zum Beispiel brate meine Zwiebeln schon lange nicht mehr einfach so an. Ich lasse sie langsam für ca. 20 – 30 Minuten auf kleiner Flamme dünsten, bis sie karamellisieren und ein ganz besonderes Aroma entfalten.

Hast du schon ein wenig Lust bekommen wieder mehr selbst zu kochen? Vielleicht bist du ja auch bereits ein Kochkünstler, dann auf jeden Fall weiter so. Mag aber auch sein, dass du ein absoluter Kochneuling bist. Das ist kein Problem!

Das Wichtigste ist einfach damit anzufangen. Sollte mal etwas nicht gelingen, so ist das nur halb so wild. Das passiert selbst den erfahrensten Köchen mal. Schau doch mal ob sich ein Kochkurs in deiner Nähe findet. Du kannst dir aber auch Bücher bestellen oder im Internet einfach aus den zahlreichen Angeboten das perfekte Rezept heraussuchen. Kochen ist wirklich nicht schwer und mit ein wenig Gespür wird die Zeit kommen, in der du genau weißt, welche Lebensmittel du wie kombinieren musst, damit am Ende etwas Köstliches dabei heraus kommt.

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