Es gibt vieles was sich, wie das Kleinkind am Rockzipfel der Mutter, an uns festklammert. Oder wir sind das Kleinkind und klammern uns an dem fest, was wir nicht gehen lassen können.

Dies können sehr unterschiedliche Dinge sein: Eine Arbeit die einem zwar nicht gefällt, aber die man trotzdem nicht verlieren möchte, weil die Angst vor der Zukunft zu stark ist. Eine Ansicht die nicht aufgeben werden kann, weil sie schon so sehr verinnerlicht wurde, dass sie zu einem Teil des eigenen Ichs geworden ist! Einen geliebten Menschen, den bereits gegangen ist oder einen nicht so sehr geliebten Menschen, an dem sich trotzdem geklammert wird, nur um nicht einsam das weitere Dasein zu verbringen!

In meinem Leben habe ich viele Dinge und Menschen losgelassen. Vieles einfach hinter mich gelassen und bin mutig der Zukunft entgegen spaziert, meist sogar mit einem herausforderndem frechen Grinsen im Gesicht. Dann wiederum gab es intensive Beziehungen innerhalb und ausserhalb der Familie die vermeintlich losgelassen wurden, aber die dann als schweres Gepäck mit sich getragen wurden, selbst wenn einem die Last mehr und mehr den Rücken krümmt. Am schwersten sind jedoch diejenigen loszulassen, die wir aufrichtig lieben und  die wir doch nicht halten können.

Nicht jeder Mensch ist bereit sich seinen inneren Ängsten zu stellen. Aber du bist es, sonst wärst du jetzt nicht hier:

Solltest du zu den Menschen gehören die [vermeintlich] alles im Griff haben und immer wissen was zu tun ist, dann gratuliere ich dir, aber erst nachdem ich dir diese 7 Fragen gestellt habe:

 

Sitzt du in einem Panzer, der nicht erobert werden darf?

Lenkt dich dein Ego oder deine Selbstliebe?

Beherrscht die Liebe oder die Wut deine Gedanken?

Bist du glücklich?

Bringen dich deine Entscheidungen voran oder gehst du im Kreis?

Ist dein Weg immer gut durchdacht oder handelst du spontan?

Hast du je etwas bereut?

 

Oftmals fühlen wir uns so unglaublich stark, so am Steuerrad eines Panzers. Er schottet alles ab, auch die eigenen Gefühle und Gedanken. Das Ego ist zutiefst verletzt und steuert wild drauf los. Voller Wut treten wir auf das Gaspedal: „Nichts wie weg!“ Das eigene Unglück wird nicht erkannt, weil das Glück so unbekannt ist und die Gewohnheit in einem wohnt. So blind vor Eifer kommt es oft vor, dass das Lenkrad sich verklemmt und wir uns immer und immer wieder im Kreis drehen. Nun kannst du auf dem sich immer drehenden Panzer sitzen und mächtig stolz auf deinen spontanen Entschluss sein oder du beginnst es zu bereuen und drosselst so langsam das Tempo, stellst den Motor ab und wenn du ganz mutig ist, dann steigst du sogar aus.

Vor einer Sorge, einem Menschen oder einem Problem davon zu laufen ist kein Loslassen! Vielleicht bist du das Ganze für eine Weile los, aber nicht weil du es gelassen hast, sondern weil du ein Meister der Verdrängung bist. Es ist noch da, dessen kannst du dir ziemlich sicher sein. Es sollten Rückspiegel an alle Panzer gebaut werden, damit wir ab und an einen Blick hineinwerfen können.

Loslassen bedeutet wirklich sich damit auseinander gesetzt zu haben. Zu wissen was wir wollen, weil wir wissen was uns gut tut. Einen Menschen kannst du nur wirklich loslassen, wenn es nichts mehr zu klären gibt, wenn du den Menschen bedingungslos annehmen kannst und ihm verziehen hast. Bist du mit dir und deinem Gegenüber im Reinen so kannst du wirklich loslassen und deinen Weg mit aller inneren Kraft und Ruhe weitergehen.

Solange das aber nicht möglich ist, wirst du immer Festhalten! Ob einem das nun bewusst ist oder nicht: Wir halten uns daran fest und merken es manchmal erst Jahre später, wenn es plötzlich, wie der Clown aus der Kiste, einem mitten ins Gesicht springt! Glaubt mir, es ist besser nicht auf diesen Clown zu warten, der sein ganzes Dasein lang nichts anderes macht als blöd auf seiner Spirale zu hocken und zu hoffen, dass endlich jemand die Box öffnet!

Loslassen ist schwer, wenn es einfach wäre, dann bräuchte ich diese Zeilen nicht schreiben. Dann müssten nicht täglich zahlreiche Menschen leiden und voller Hoffnung gegen eine Wand rennen oder hoffnungslos vor dieser zusammenbrechen. Es ist jedoch der einzige Weg zu Eurem Glück, einen Anderen wird es nicht geben.

Doch lohnt es sich immer loszulassen. Meinst du nicht, dass wir um unser Glück kämpfen sollten? Auf jeden Fall, finde ich! So manches Großartige dieser Welt würde es nicht geben, wenn keiner dafür gekämpft hätte!

Kämpfe, wenn du dir sicher bist, dass du wirklich willst was du dir wünschst. Kämpfe, wenn Dinge zu ändern sind. Kämpfe, wenn dein Herz es mit aller Macht will. Kämpfe, wenn deine Chancen zu gewinnen nicht aussichtslos sind! Kämpfe, wenn du kämpfen musst … nur eines das tue bitte nicht:

 

Werde kein Don Quijote!

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