Bekannt auch als:

Bärenlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch, Hundsknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen

 

Botanischer Name:

Detailansicht Bärlauch - Blatt, Blüte

Bärlauch – Detailansicht

Allium ursinum

 

Familie:

Amaryllisgewächse

 

Giftigkeit:

für Menschen ungefährlich

 

Blütenfarbe:

weiß

 

Blütezeit:

April – Mai

 

Verwendbare Pflanzenteile

komplett essbar, häufig genutzt: Blätter

 

Sammelzeit:

März – April

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Die Hexenzwiebel – Der wilde Knoblauch des Waldes

Bärlauch ist eines der frühesten Pflanzen des Jahres, welche wild gesammelt werden kann.

Blüte des BärlauchAm liebsten wächst der Bärlauch im Halbschatten der Laubwälder in feuchtem, humusreichem Boden. Im Süden des Landes ist er leichter zu finden, als im Norden. In Brandenburg und Schleswig Holstein steht er sogar auf der roten Liste, da er dort nur noch selten zu finden ist. Gesammelt werden darf er jedoch trotzdem, aber bitte nur in geringfügigen Mengen. Ein absolutes Sammelverbot besteht, wie für alle anderen Pflanzen auch, im Naturschutzgebiet. Leider wird sich daran nicht immer gehalten.

Bärlauch wächst selten einzeln, sondern tritt bei idealen Bedingungen gerne in großer Vielzahl auf. Wer eine gute Nase hat, der kann die Pflanze schon riechen, wenn er nur daran vorbeiläuft. Bärlauch verbreitet einen stark knoblauchartigen Geruch und ähnelt diesem auch geschmacklich sehr.

Die Pflanze selbst wird in etwa 20 – 50 cm hoch. Zuerst bildet er zarte und besonders schmackhafte Blätter, später bilden sich wunderschöne, weiße Blüten heraus, die ebenfalls gegessen werden können. Der Geschmack erinnert an Schnittlauch, Zwiebel und vor allem natürlich an Knoblauch.

 

Bärlauch hat Bärenkräfte

Der Bärlauch gehört zu den alten Heilpflanzen, welche schon von den Germanen, Römern und Kelten genutzt wurde. Sein lateinischer Name Allium ursinum bedeutet Lauch des Bären.

Früher lebten auch in unseren Wäldern noch Bären und diese halten ja bekanntlich einen langen, kräftezerrenden Winterschlaf. Als sie im Frühjahr wieder erwachten und ihre Höhlen verließen, fraßen sie den Bärlauch und kamen schnell wieder zu Kräften.

Bärlauch ist wirklich sehr gesund. Er putzt und stärkt unseren Körper von innen.

Diese Stoffe stecken in der Pflanze:

  • Allicin – natürliches Antibiotikum
  • Vitamin C
  • Ätherische Öle
  • Mineralsalze
  • Eisen
  • Magnesium
  • Mangan
  • Schleimstoffe

Im wesentlichen enthält er all die gesunden Bestandteile des Knoblauchs, dies jedoch in größeren Mengen und ist somit in seiner Heilwirkung der des Knoblauchs überlegen.

Die Römer nutzten den Bärlauch vor allem als magen- und blutreinigendes Mittel.

 

Bärlauch und seine wichtigsten Anwendungsgebiete

Die größte Kraft entfaltet der Bärlauch zu Beginn seines Wachstums. In den noch zarten Blättern steckt die geballte Energie seiner Heilwirkungen.

Heilwirkungen des Bärlauchs:

  • Appetitanregend
  • Gut bei Verdauungsbeschwerden (sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung)
  • Galletreibend
  • wirkt leicht Cholesterinsenkend
  • Schützt vor Verkalkung der Blutgefäße
  • Senkt den Blutdruck
  • natürliches Antibiotikum
  • Linderung bei chronischen Hauterkrankungen
  • Unterstützung bei der Ausleitung von Schwermetallen

 

Was du beim Sammeln beachten solltest

Der Bärlauch sollte nur bei wirklich großen Beständen gesammelt werden. Bitte ernte dabei nicht die komplette Pflanze, sondern nimm von jeder höchstens ein oder zwei Blätter. Reiße die Blätter nicht heraus, sondern schneide sie mit einem Messer oder einer Schere ab. Sammle die Pflanze nicht direkt an den Wegen, sondern gehe ein wenig in den Wald hinein.

Achte bitte auch darauf, dass du beim Sammeln nicht die Bestände ringsum mit den Füßen zertrampelst. Es lässt sich nur schwer vermeiden, aber versuche so achtsam wie möglich zu sein.

Natürlich kannst du die Pflanzen in einem Körbchen sammeln, aber dann würden sie zu Hause nicht mehr sonderlich frisch sein. Liegt dir die Umwelt am Herzen, so nutze alte Tupperwaren oder Glasbehälter. Eine Plastiktüte erhält auch die Frische, aber ist nicht so gut für die Ökobilanz. Solltest Du dennoch die Tüte bevorzugen, so puste sie vor dem Verschließen auf, damit der Bärlauch nicht zerdrückt wird und vor allem auch atmen kann.

 

ACHTUNG: Bärlauch nicht mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechseln!

Bärlauch kann sehr leicht mit den giftigen Blättern der Maiglöckchen verwechselt werden. Ungeübte Sammler greifen auch gerne mal zur giftigen Herbstzeitlose. Letztere wächst aber vor allem auf der Wiese!

Der Bärlauch hat recht weiche Blätter, die oft mehr oder weniger stark nach unten hängen. Die Blätter haben eine auffallend matte Unterseite und unterscheidet sich aufgrund dieses Merkmals am besten von den zwei anderen Pflanzen, welche eine eher glänzende Unterseite haben. Treiben die Blätter jedoch erst aus, so ist es sehr schwer sie absolut sicher zu erkennen.

Bärlauchblätter wachsen immer in einzelnen Stängeln aus dem Boden! Das Maiglöckchen hat zwei Blätter am Stängel, auch die Herbstzeitlosen haben mehrere Blätter am Stiel. Sie bilden auch recht schnell eine Knospe am unteren Ende zwischen ihren Blättern.

Achtung: Oftmals wird der Geruchstest empfohlen, aber ich rate dir dich darauf nicht zu verlassen. Es ist richtig, dass nur der Bärlauch diesen typischen Knoblauchgeruch entwickelt, wenn das Blatt zwischen den Fingern zerrieben wird, ABER nach einer Weile ist unsere Nase übersättigt und wird die Unterschiede nicht mehr wahrnehmen können und nachdem du bereits mehrere Blätter zerrieben hast, werden deine Finger grundsätzlich nach Knoblauch riechen.

 

Einige typische Bärlauchrezepte

Bärlauchpesto

 

 

Veganes Bärlauchpesto

Zutaten:

  • 80g Bärlauch
  • 200g Sonnenblumenkerne
  • 30g Cashewkerne
  • 1 Schuss Sole
  • 1EL Zitronensaft
  • 100ml Olivenöl

 

Zubereitung:

Weiche die Sonnenblumen- und Cashewkerne über Nacht ein und spüle sie anschließend noch einmal gut durch. Gib diese dann mit den restlichen Zutaten in einen guten Blender (kleiner Mixer) und mixe es so, dass die Kerne noch ein wenig grob sind.

Sole: Ich nutze selten Salz in seiner ursprünglichen Form, sondern habe immer eine Flasche Sole parat. Ich gebe in die Flasche zur Hälfte ein gutes Stein- oder Himalayasalz und fülle den Rest mit Wasser auf. Ist die Sole verbraucht, wird wieder neues Wasser aufgegossen.

 

Bärlauchsalz

Zutaten:

  • pro 100g Bärlauch 1kg Salz verwenden

 

Zubereitung:

Den Bärlauch zuerst pürieren. Das geht am einfachsten mit einem Fleischwolf, aber auch mit einem Stabmixer.

Mixe anschließend die gleiche Menge Bärlauch mit der gleichen Menge an Salz (bei 100g Bärlauch 100g Salz verwenden). Vermenge die Masse dann mit dem restlichen Salz und breite dieses Gemisch auf einem Backblech aus. Ich empfehle dir das Salz für ca. 8 Stunden in der Sonne im Freien zu trocknen. Du kannst es auch in der Wohnung trocknen, aber der Geruch ist kaum zu ertragen.

Fülle das getrocknete Salz in sterile Gläser ab.

 

Du kannst auch einfach nur die Blätter trocknen, diese halten sich auch eine halbe Ewigkeit.

 

Bärlauch-Gnocchi

Zutaten:

  • 1 kg Kartoffeln (vorwiegend mehlig kochend)
  • 500 g feines Bio-Dinkelmehl
  • 100 g Gries
  • 1 TL Salz
  • 100 g Bärlauch

 

Zubereitung:

Koche zuerst die Kartoffeln. In der Zwischenzeit kannst du den Bärlauch möglichst fein hacken. Sind die Kartoffeln fertig, so schäle sie möglichst, wenn sie noch heiß sind. Gib alle Zutaten in eine Schüssel und stampfe sie ordentlich durch.

Lasse die Masse anschließend etwas ruhen, so dass sie sich ein wenig abkühlen kann.

Knete sie anschließend mit den Händen gut durch. Forme aus der Masse mehrere Teigrollen und schneide davon deine Gnocchis etwa 1cm breit ab. Drücke für die Optik – das Auge isst mit – mithilfe einer Gabel Rillen in die einzelnen Gnocchi.

Lasse die Gnocchis in leicht gesalzenem, leicht kochendem Wasser ziehen bis sie oben schwimmen. Schöpfe sie ab und serviere sie möglichst heiß.

 

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2 Responses

  1. Regina

    Du schreibst einmal, dass man pro 100 Gramm Bärlauch 1 kg Salz nehmen soll, und dann, dass man von beiden gleich viel nehmen soll. Ich vermute ein Tipp Fehler.
    Gruß

    Antworten

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