24. September 2017 Kapitel 2: Die Erkenntnis des Morgens
  • Balkon Brüstung

Kapitel 2: Die Erkenntnis des Morgens


 

Licht fällt auf meine Lider. Ich spüre die wärmende Sonne in meinem Gesicht. Versuche jedoch die Nacht zu halten und öffne nicht meine Augen. Ich strecke meine Hände den Strahlen entgegen. Spiele mit den Schatten auf meinen Augen. Langsam lasse ich einen Hauch des Berührens, nur die Fingerspitzen, mein Gesicht erforschen. Auf meinen Lippen ein unerträglich wundervolles Kribbeln. Meine Hand umgreift fast unmerklich meinen Hals.

Eine eisige Kälte beißt sich in meinen Körper wie ein Schatten der sich als zweite Haut an mich schmiegt. Die Luft wird dünn. Mein Atem zu schnell. Die Angst mein ungebetener Gast. Mutlos öffne ich die Augen einen winzigen Spalt. Es ist mein Raum. Und wieder nicht. Noch ein wenig weiter öffne ich meinen Blick.

Das Zimmer scheint unverändert. Dort drüben der Schrank, der Sessel in der Ecke. Alles an seinem Platz und doch nicht vertraut. Etwas hat sich gewandelt und ich beginne zu begreifen. Mein Raum ist kleiner geworden. Der Abstand zwischen den Dingen hat sich verschoben. Ich greife das kalte Schattentuch und lege es neben mich. Langsam richte ich mich auf zu meiner vollen Größe. Ich staune, dass meine Haare fast die Zimmerdecke berühren. Ich möchte die Tür zu meinem Balkon öffnen, doch der Griff geht ins Leere. Panisch drehe ich mich zur Zimmertür, doch auch dort keine Klinke. Mein alter Raum engt mich ein. Nimmt mir nun die Luft zum atmen. Ich muss hier raus.

„Verdammt ich muss hier raus!“ schreie ich laut.

Zu meinem Erstaunen springen beide Türen auf. Ich habe die Wahl. Hinaus in den Flur den ich tagein tagaus durchquerte? Ich trete auf den Balkon und steige über die Brüstung. Meine nackten Füße tragen mich fort ohne einen Blick zu riskieren.

Vorbei.


Alles begann hier:

Kapitel 1: Die Nacht nährt die Gedanken

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August 13th, 2015|Kategorien: Uncategorized|Tags: |